Die Sommer werden heißer – und nicht für alle gleich bedrohlich. Während einige in klimatisierten Räumen oder am See Abkühlung finden, kämpfen andere mit gesundheitlichen Folgen, die durch Hitze ausgelöst oder verschärft werden. In Österreich steigen die Temperaturen schneller als im globalen Durchschnitt: Die Zahl der Hitzetage (über 30°C) hat sich in den letzten Jahrzehnten vervielfacht, in Städten wie Wien oder Graz sind es bereits über 20 pro Jahr. Doch wer trägt die Last?
Gesundheitliche Risiken: Hitze trifft nicht alle gleich
Hitze belastet den Kreislauf, verschärft Atemwegserkrankungen und kann zu Hitzschlag oder Dehydrierung führen. Besonders betroffen sind ältere Menschen, Säuglinge, chronisch Kranke und im Freien arbeitende Menschen. Auch global zeigt sich: In Ländern mit schwacher Gesundheitsinfrastruktur, wie Teilen Afrikas oder Südasiens, sind die Folgen dramatischer. Während in Österreich Hitzeaktionspläne und Kühlräume zunehmend etabliert werden, fehlen in vielen Regionen der Welt selbst Grundversorgung und Zugang zu sauberem Wasser.
Soziale Ungleichheit: Wer kann sich Schutz leisten?
In Österreich leben einkommensschwache Haushalte häufiger in schlecht isolierten Wohnungen ohne Klimaanlage oder Grünflächen in der Nähe. Gleichzeitig sind Menschen, die in der Landwirtschaft, im Bau oder in der Logistik tätig sind der Hitze stark ausgesetzt. Global gesehen verschärft der Klimawandel bestehende Ungleichheiten: Während reiche Länder über Anpassungsmaßnahmen diskutieren, leiden ärmere Regionen bereits heute unter Dürren, Ernteausfällen und hitzebedingter Vertreibung.
Lösungsansätze: Gerechtigkeit im Klimaschutz
Österreich setzt auf Hitzeaktionspläne, die besonders vulnerable Gruppen schützen sollen. Wien etwa bietet seit 2020 kostenlose Kühlräume und gezielte Aufklärung für Senior*innen an. Doch um soziale Ungerechtigkeit zu bekämpfen, braucht es mehr: bezahlbaren Wohnraum mit Hitze-Schutz, Arbeitsrecht, das im Freien arbeitende Menschen schützt, und globale Solidarität in der Bekämpfung der Ursachen des Klimawandels. Denn Klimawandel kennt keine Grenzen – seine Folgen schon.
plan:g engagiert sich jährlich im Rahmen des Hitzeaktionstags: https://hitzeaktionstag.at/
Gesundheit ist ansteckend.