Verfolgung beenden, Freiheit annehmen und Dialog fördern.

Sexual Orientation Laws in the World – Overview ILGA, the International Lesbian, Gay, Bisexual, Trans and Intersex Association May 2017, ILGA.ORG
Sexual Orientation Laws in the World – Overview ILGA, the International Lesbian, Gay, Bisexual, Trans and Intersex Association May 2017, ILGA.ORG

Verschaff mir Recht

Die Ausstellung „Verschaff mir Recht“ wurde von der Arbeitsgemeinschaft Homosexuellenpastoral erarbeitet und von plan:g mit wenigen Anpassungen übernommen. Unser Ziel: Wir wollen als österreichischer Partner der Entwicklungszusammenarbeit dialogfähiger werden. Wir möchten sowohl bibelexegetisch (siehe oben: Martin Hasitschka) wie auch theologisch und in der liebevollen Wahrnehmung verfolgter Menschen menschenrechtsorientiert arbeiten. Dazu brauchen wir Ihre Hilfe, Ihr Interesse an der Thematik und Ihr Interesse, als Multiplikator*in zu wirken.

Hier können Sie die 15 Roll-Ups der Ausstellung bestellen. Wir freuen uns, wenn Sie die Portokosten übernehmen können. 

Untenstehend finden Sie eine geschwärzte Version des Roll-Ups. Mit der Schwärzung möchten wir die gezeigten Personen schützen. Außerdem geht es uns im Dialog in deutscher Sprache auch um die Anliegen des Regenbogenpastorals bei uns in Österreich: Was das Verhältnis der Kirche zu Menschen angeht, die nicht heterosexuell sind, versperren uns auch innerhalb Österreichs noch eine ganze Menge Balken den Blick auf Gottes Liebe.

Dennoch, das ist zu betonen, ist der Dialog mit Missions- und EZA-Gruppen aus Österreich unabdingbar. Denn wenn wir im weltkirchlichen Gespräch nicht dialogfähiger werden, versagen wir in Sachen Mission und machen  uns mitschuldig an der Verfolgung von Minderheiten. 

Wir danken Ihnen sehr herzlich, wenn Sie sich dafür engagieren, die Ausstellung an möglichst vielen Orten in Österreich zu zeigen: Wandel und Veränderung beginnen bei uns. Bitte wandeln Sie mit.

Die gezeigten Menschen sehen auf den ungeschwärzten Fotos genauso aus wie Sie: Wie ein liebenswerter Mensch. Bitte schauen Sie hin. Zeigen Sie Haltung. Bitte verschaffen Sie ungerecht behandelten Menschen Recht. 

 

Schwierige Beziehungen?

Die heilige und sündige Kirche hat sich mit Sexualität, Lust und Last nicht immer leicht getan. Es geht um Beziehungen, damit auch um Machtbeziehungen. Und in einer kolonialen, globalisierten Welt geht es um globale Machtbeziehungen. Dialog ist notwendig. Und wir in Österreich können und müssen anerkennen, dass katholische Kirche tiefgreifend in sündige Strukturen verstrickt ist.

Regenbogenpastoral

In den Diözesen Feldkirch, Innsbruck, Kärnten, Linz, Kärnten und Steiermark gibt es Anlaufstellen für ein Regenbogenpastoral. Die Regenbogenpastoral ist ein kirchliches Angebot nicht nur für homo-, bi- oder transsexuelle Menschen, sondern für LGBTI* insgesamt. Das Akronym steht für Lesben, Schwule, Bisexuelle oder Transgender und wird unterschiedlich geschrieben (GLBT, LGBTI, LSBTTIQ, LGBTQIA+), weil die Vielfalt des Menschen unendlich ist. 

Große Teile der Menschheit und damit auch große Teile der Kirche erfahren und denken biologische Geschlechtlichkeit ausschließlich binär. Deshalb sind humanwissenschaftliche Erkenntnisse und die Vielfalt der Schöpfung eine große Chance für die Kirche. Denn diese Vielfalt zwingt zum Neu- und Weiterdenken.

Gen 1,27 besteht aus Sätzen und Nebensätzen, die offensichtlich in einem sich ergänzenden Spannungsverhältnis stehen: „Gott erschuf den Menschen als sein Bild, als Bild Gottes erschuf er ihn. Männlich und weiblich erschuf er sie.“ (Gen 1,27) Es ist Chance und Auftrag, dieses Spannungsverhältnis zu verstehen und die Wurzeln des christlichen Menschenbilds immer neu zu bedenken. 

Die Glaubenskongregation hatte noch unter ihrem Präfekten Kardinal Joseph Ratzinger entschieden, dass Frauen, die durch Geschlechtsumwandlung Männer wurden, nicht zur Weihe zuzulassen sind. Die hinter der Entscheidung stehene Vorstellung war, dass jeder Mensch von Geburt an immer ein biologisch und naturrechtlich feststehendes Geschlecht habe. Diese Vorstellung ist falsifiziert: Die Empirie steht ihr entgegen.  Es gibt Menschen, die im biologischen Sinn weder als Junge noch als Mädchen geboren werden.

Noch hat die Kirche keinen Platz für intersexuelle Menschen: Menschen, geschaffen im Sinne der Genesis als Gottes Bild; ohne weitere Spezifizierung dieses Bildes als männlich oder weiblich. An einer Weiterentwicklung des Kirchenrechts dürfte daher kein Weg vorbei führen. Die gute Nachricht: Eine solche Weiterentwicklung ist ständige Kirchenpraxis und zweitausendjährig gelebte Frohbotschaft.

Wissenschaft und Religion sind nicht notwendigerweise getrennten Welten wie von Auguste Comte (1798–1857) postuliert. Das ist Hoffnung und Forderung vieler heterosexueller und LGBTI*-Menschen: Kirche als ein Raum, in dem unsere sexuelle und persönliche Identität bejaht und angenommen wird; ein Raum, der uns in unserer Verantwortung und Liebe gegenüber Gott und seiner Schöpfung mit unseren Mitmenschen bestärkt, so dass wir uns in unserem Menschsein verantwortlich verwirklichen können.

Am 2. Oktober 2016 verurteilte Papst Franziskus laut Corriere della Sera die „Gender Theorie“ als „Weltkrieg gegen die Ehe“. Die damaligen tagespolitischen und weltkirchenpolitischen Hintergründe dieses Satzes werden oft nicht wiedergegeben oder nicht verstanden.

Franziskus war in heikler ökumenischer Mission unterwegs. In Georgien predigte er in einem Stadion vor fast leeren Rängen. Denn offizielle Vertreter der orthodoxen Kirche waren der Papstmesse ferngeblieben. Verglichen mit einem früheren Besuch von Papst Paul II war der Boykott dennoch ein Signal der Entspannung. 1999 hatte es von orthodoxer Seite noch geheißen, der Besuch einer Papstmesse sei Todsünde. Dennoch wurde auch Franziskus auf der Reise stark kritisiert. 

Franziskus förderte das ökumenische Gespräch und verurteilte proselytische Aktivitäten als schädlich für das ökumenische Miteinander. Hier führte der Papst das ihm wichtige Familienbild ein und sprach von den orthodoxen Brüdern und Schwestern. Aus diesem Familienbild heraus bezog sich Papst Franzsikus in anderen Gesprächssituationen auf die Scheidung, deren Folgen er harsch verurteilte. Der Papst wurde sehr konkret in seinen Bildern (eine Scheidung zerstöre „das Schönste, was Gott geschaffen habe“) und in seinen Forderungen an Eheleute („keinen Tag im Streit enden lassen“).

Papst Franziskus hat sich auf der Reise lebenspraktisch und nicht differenziert moraltheologisch geäußert. Denn die grundlegende moraltheologische Frage der Hirtenbriefe zur Sexualmoral lautet nach Udo Schmälzle: Wie verstehen Frauen und Männer ihrer Sexualität? Welche Normen und Impulse ergeben sich aus der biblischen und kirchlichen Tradition für einen verantwortlichen Umgang mit diesem menschlichen Grundbedürfnis nach Liebe und Zärtlichkeit?(„Gibt es einen Wandel?“ in: Herder Korrespondenz Spezial 10/2014: „Leibfeindliches Christentum? Auf der Such nach einer neuen Sexualmoral. , S. 34).

Schmälzle macht das Spannungsverhältnis der beiden moraltheologischen Axiome „omne peccatum in sexto grave“ (jede Sünde im Bereich eines oft sehr weit ausgelegten sechsten Gebots ist Todsünde) und „conscientia suprema lex“ (Vorrang der Gewissensentscheidung). 

Es gibt viele unterschiedliche moraltheologische Positionen zu diesen Themen. Dabei greift die Moraltheologie Erkenntnisse der Gender-Forschung auf. Aber die Gender-Forschung ist keine Moraltheologie. Wie in jedem Wissenschaftszweig gibt es auch in der Gender-Forschung eine Fülle unterschiedlicher Ansätze.

Kurz: „die" (eine) Gender-Theorie gibt es genauso wenig wie „die" (eine) MoraltheologieDas Nachdenken über Gleichberechtigung ist keine Gleichmacherei. Die empirisch feststellbare ungerechte Behandlung von Frauen in vielen Gesellschaftsschichten und vielen Kulturen kann durch die Unterscheidung zwischen biologischer Geschlechtlichkeit und soziokulturellen Rollen besser verstanden werden. Für plan:g als einer Organisation der Entwicklungszusammenarbeit sind diese Erkenntnisse unverzichtbar: Nur was wir verstehen, können wir verbessern. 

Eine einheitliche, ideologische Gender-Theorie gibt es also lediglich in der Phantasie derer, die sich in Gegnerschaft dazu positionieren und dadurch Identität finden: Eine Donquichotterie par ex­cel­lence, die der Aufrechterhaltung tradierter, aber zunehmend lebensfremder Vorstellungen von Mann, Frau, Sexualität, Sünde und letztlich Macht dient. Zu diesem Windmühlengefecht mustergültiger Ausprägung hatte sich der Papst mit seinen wenigen Worten, die den Wert der Ehe unterstrichen, nicht geäußert.

Zu Pfingsten 2019 veröffentlichte die vatikanische Bildungskongregation eine viel beachtete und heftig kritisierte, wertende Einschätzung zur Gender-Forschung mit dem Titel Maschio e femmina li creo. Per una via di dialogo sulla questione gender nell'educazione (Als Mann und Frau schuf er sie. Für einen Weg des Dialogs zur Genderfrage in der Bildung).

Wenigstens einem Satz des 26seitigen Dokuments in der Einleitung ist unbedingt zuzustimmen: Was Gefühlsleben und Sexualität angehe, herrscht in der Tat ein „wahrhafter Bildungsnotstand. Die Bildungskongregation kritisiert, dass im Unterricht „angeblich neutrale“ Konzepte vermittelt würden, die in der Realität ein Menschenbild widergäben, welches „dem Glauben und der lauteren Vernunft“ widerspräche. 

Unter anderem Paul Zulehner, aber auch die Osnabrücker Dogmatikerin Prof. Margit Eckhold, eine Spezialistin für Geschlechterfragen, kritisierten den Text umgehend. Der zentrale Vorwurf: mangelnde Sachkenntnis.

Dodoma-Erklärung

Die Dodoma Erklärung der evangelischen afrikanischen Bischöfe.

Does the New Testament have anything to say about homosexuality?

In the Pauline letters in the New Testament, there are three passages that refer to homosexuality. The authors of the letters had no concept of an irreversible homosexual predisposition or inclination within the meaning of modern sociological and biological findings. The very term “homosexuality” presupposes a modern concept of personality. The three texts are found in the First Letter to the Corinthians, the Letter to the Romans, and the First Letter to Timothy. What is their intended message and wherein lies their importance for today?

1 Cor 6:9-10 contains a ten-part catalog of vices illustrating who are the "unrighteous" who will not inherit the Kingdom of God. This also pertains to the area of sexuality. The passage mentions the “(sexually) immoral”, “adulterers”, “male prostitutes”, and “men who have intercourse with men” (Greek: arsenokoitēs). In the literal sense, the Greek term used here means: “one who is in bed / has sexual intercourse (koitē) with a male (arsēn)”. This term specifies neither the age of the person in question (man or child) nor the type of consent (free consent or coercion) to the implied homoerotic practice. While the translation proposed by the standard Catholic translation in German, “Knabenschaender” (“abusers of boys”), is possible, it narrows the connotation of the term. The term is reminiscent of Lev 18:22: “You shall not lie with a man as with a woman. It is an abomination.” For Christians, who have been justified by Christ (1 Cor 6:11), the vices named in 1 Cor 6:9-10 are things of the past.

Together with the expressions “the indecent” and “slave traders”, the expression “men who have intercourse with men” (arsenokoitēs) is found again in the catalog of vices in 1 Tim 1:9-10. This has to do with three descriptions for the abuse of other human beings.

Rom 1:26b-27, the most important of the three texts, stands in the context of Rom 1:18-32, a passage in which Paul points to a completely unholy situation. Although it has been granted to all human beings to perceive God in the works of God’s creation, God is not recognized and glorified as God (Rom 1:19-21). A disturbed relationship to God, namely, "exchanging" the truth of God for a lie and worshiping the creation instead of the Creator (Rom 1.25), results in disturbed relationships between human beings. Rom 1:18-32 forms the dark backdrop for the presentation of God’s redeeming act in Jesus Christ, which begins in Rom 3:21: Believers in Christ know that they have been liberated from the unholy situation and proclaim this through a new way of life. Translated literally, Rom 1:26b-27 reads: “Just as the females of them exchanged the natural (physikos) contact with one against nature (physis), so also the males abandoned the natural contact with the feminine and burned with their desire for one another, practicing shamelessness, male with male.” Paul does not speak of men and women, but instead uses the word pair “male – female” (arsēn - thēleia). Certainly not unintentionally, he once again uses the verb “exchange”. The root cause of disturbance in the sexual realm is a distorted understanding of God, "exchanging" divine truth for a lie, and a disturbed relationship with God’s creation.

When interpreting Rom 1:26b-27, the main issue concerns the understanding of “natural” (physikos) and “nature” (physis). We can safely assume that Paul –under the influence of Hellenistic philosophy and the Hellenistic way of life and at the same time distinct from them – is making these expressions in reference to the order of creation. Expressions of sexuality that are “contrary to nature” are ones that detach themselves from the order of creation. This is expressed in Gen 1:27-28 as follows: “God created human beings in His own image, in the image of God He created them. Male and female he created them. God blessed them and God said to them: Be fruitful and multiply, fill the earth and subdue it ….” The idea of a reference to the order of creation is particularly supported by the pair of terms “male – female”, which is reminiscent of Gen 1:27-28. The emphasis is on the idea that man and woman together constitute the “image” of God, but this is not a bipolar order that can necessarily be reduced to the production of children. The commission in Gen 1:27-28 remains very broad and clearly leaves room, for example, for the phenomenon of intersexuality, in other words, not fitting the biological definition of a specific gender. With regard to the concrete form of the homoerotic relationships both between women and between men, Rom 1:26b-27 remains similarly unspecific and open.

The three passages document the existence of various homoerotic practices in the environment of early Christianity. They do not speak of the homosexual status of human beings.

The Bible does not provide direct answers to modern questions. Instead, it encourages us to view current problems in the light of the Gospel and reconcile lifestyle issues with faith in Christ. Thus after the analysis of the three texts, it is also necessary to inquire into Christian anthropology. If, for example, the predisposition to lesbian love exists, why should lesbian love between those who are so predisposed contradict the Sixth Commandment? A fundamentalist reading of the Bible makes it impossible to answer such practical pastoral questions. Fundamentalism leads to a situation in which a person who sets him- or herself above others in a moralizing manner opposes God’s plan of creation as testified to in the Bible and understood in a broad sense.

By contrast, the foregoing interpretation of Rom 1:26b-27 shows that Paul does not moralize, but instead uses examples from his historical field of experience to illustrate the unholy situation in which Jesus creates salvation. Paul’s argument does not revolve around homosexuality, but the Gospel of Christ instead: God, who watches with love and does not reject.

Let us turn briefly to the statements in the “Catechism of the Catholic Church” (CCC):

In the article about the Sixth Commandment and at the end of the section “The Vocation to Chastity”, in numbers 2357-2359, we find remarks on the subject of “chastity and homosexuality”.

Number 2357 fundamentally states: “It [homosexuality] has taken a great variety of forms through the centuries and in different cultures. Its psychological genesis remains largely unexplained.” Then, however, it is stressed: “Basing itself on Sacred Scripture, which presents homosexual acts as acts of grave depravity, tradition has always declared that ‘homosexual acts are intrinsically disordered’ (Congregation for the Doctrine of the Faith, declaration ‘Persona humana’ 8).” In a footnote to “Basing itself on Sacred Scripture, which presents homosexual acts as acts of grave depravity,” the following biblical passages are cited as proof: Gen 19:1-29; Rom 1:24-27; 1 Cor 6:10; 1 Tim 1:10.

A detailed consideration of the three New Testament passages cited shows that they are not applicable to the subject of homosexuality in the modern sense of the word. The highly mythological story of Sodom and Gomorra (Gen 19:1-29) is even less suitable as a biblical proof for the assertion that homosexuality is a “grave depravity”. Number 2357 closes with the statement that “Under no circumstances can they [homosexual acts] be approved.”

Number 2358, however, also demonstrates a rather positive understanding for a “predisposition" in the modern sense: “The number of men and women who have deep-seated homosexual tendencies is not negligible. This inclination, which is objectively disordered, constitutes for most of them a trial. They must be accepted with respect, compassion, and sensitivity.” Translating the Latin term “compassio” with “Mitleid” (“pity”), as in the German version, can also lead to false conotations.

Furthermore, number 2358 states: “Every sign of unjust discrimination in their regard should be avoided.” They, too, are “called to fulfill God's will in their lives.” That is open to a very broad interpretation.

Dodoma-Erklärung zur gleichgeschlechtlichen Ehe
Dodoma, 7. Januar 2010

Übersetzung aus d. Englischen: Amt der VELKD, 29.07.2010

1. Vorwort

1.1 Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Tansania (ELCT) dankt Gott, dass er in seiner unermesslichen Weisheit und durch seinen Sohn Jesus Christus alle seine Gläubigen in der Welt miteinander verbunden hat, ein Leib zu sein, und uns so zu einer Gemeinschaft zusammengefügt hat. So können wir miteinander gehen und in der Mission Gottes wachsen.

1.2 In unserer Beziehung als ein Leib haben wir auf viele verschiedene Weisen in schwierigen und leichten Dingen Angelegenheiten zusammengewirkt. Dass wir in der ganzen Zeit beisammen bleiben konnten, ist der Gnade Gottes zu verdanken und auch unserer nicht nachlassenden Liebe zur gesamten Kirche, zu den regelmäßigen Gottesdiensten, in denen wir unseren Glauben bekennen und daran glauben, dass die Kirche Gottes eine ist, heilig, allgemein und apostolisch. Daher muss jeder Vorfall in einer Kirche, der abweicht und nicht konform ist mit Standpunkt und Lehre, wie sie viele Jahrhunderte in der ganzen Kirche Gottes anerkannt waren und bejaht wurden, unvermeidlich Bestürzung und anderweitige Reaktion in anderen Kirchen überall auf der Welt hervorrufen.

1.3 Zurzeit ist einer dieser ungewöhnlichen Vorfälle nach Ansicht und Verständnis der ELCT, dass einige Kirchen – besonders in Europa und Amerika – beschlossen haben, gleichgeschlechtliche Ehen zuzulassen. Die betroffenen Kirchen geben unterschiedliche Gründe an in dem Bemühen, ihre Beschlüsse zu verteidigen. Hier möchten wir zusammenfassend nur einige der Gründe nennen, die von diesen Kirchen vorgetragen werden.

1.3.1. Sie behaupten, dass die Lehre der Kirche entsprechend der Heiligen Schrift sich an „Mann und Frau“ richte – womit sie Raum lasse zu eigener Entscheidung; dagegen lautet aber das Jahrhunderte alte Verständnis, dass die Ehe ausschließlich für „Mann und Frau“ bestimmt ist. So entziehen sie der authentischen biblischen Wahrheit, dass nämlich die Ehe nur zwischen „Mann und Frau“ gilt, Stück für Stück den Boden und schwächen sie ab. Sie bringen ihre „neuen und fehlgeleiteten“ Interpretationen vor, die der lange Zeit gültigen Lehre der Kirche und dem Verständnis des Wortes Gottes, wie es seit unvordenklichen Zeiten bestand, widersprechen. Einige der Bibelverse, die Opfer der Kritiker und der Befürworter der gleichgeschlechtlichen Ehe geworden sind, sind die folgenden: 1. Mose 1,27-28; 2,24; Mt 19,5-6a; Rö 1,26-27a; Gal 3,28. 1.3.2 Sie behaupten, dass das Wesentliche in einer Ehe oder in einer anderen Form ehelicher Beziehung die Liebe sei. Sofern die beiden Menschen einander lieben, sei eine solche Beziehung recht und legal, behaupten sie.

1.3.3 Sie behaupten, dass außerdem die Umstände heutzutage sich gegenüber den Bedingungen und Gegebenheiten in biblischen Zeiten geändert haben hinsichtlich dessen, was in einer Liebesbeziehung und Ehe rechtlich erlaubt ist und was nicht erlaubt ist. Darüber hinaus behaupten sie, dass die Frage nach Werten, Tugenden und Moral sich je nach Zeit, Ort und Umständen verändert. Solche Behauptungen stellen eine Verzerrung dar, indem sie das, was als Sünde eingestuft ist, abhängig machen davon, wo und wie sie begangen wird. In diesem Zusammenhang möchten sie, dass die gesamte Kirche ihre Ansicht hinsichtlich Liebe und Ehe, besonders bei gleichgeschlechtlichen Partnern, ändert, weil sich die Dinge im Lauf der Zeit weiterentwickelt haben. Außerdem beklagen sie, dass die Kirche sich nicht mit den Zeiten verändert und dass es „altmodisch“ ist, Liebende einerlei Geschlechts und deren Befürworter zu tadeln und ihnen Vorhaltungen zu machen. Sie bestehen darauf, dass die gesamte Kirche sich wachrütteln sollte und mit der Zeit gehen – so wie sie, in zeitgemäßen Umständen!

1.3.4 Weiter behaupten sie, dass sich die Ehegesetze in den Ländern, in denen gleichgeschlechtliche Ehen zugelassen sind, so stark verändert haben, dass die Kirchen in den betreffenden Ländern in höchsten Schwierigkeiten wären, wenn sie sich nicht den geänderten Gesetzen anpassten. Unserer Meinung nach fürchten die Kirchen in solchen Ländern Repressalien von Politikern oder anderen führenden Autoritäten. Dies schließt mit ein, dass Kirchen in solchen Ländern ihre Privilegien verlieren könnten, die sie bei den Behörden haben, wenn sie bei dieser Haltung verharrten, dass sie die gleichgeschlechtliche Ehe ablehnen und sich ihr verweigern. 

1.3.5 Weiter behaupten sie, dass auch die Frage der Beziehungen – Ehe, Liebes - oder andere geschlechtliche Beziehung – Sache der beiden betroffenen Individuen ist. Sie behaupten, dass diese Individuen die Freiheit haben, ihre eigenen Entscheidungen in diesen Dingen zu treffen und dass sie damit auch in Ruhe gelassen werden sollten – und dadurch betonen sie, die persönliche Freiheit sei eine Tugend. Es gibt also viele Gründe wie die oben genannten, die von den Kirchen vorgebracht werden, die gleichgeschlechtliche Ehen erlauben, entweder durch Erklärungen mündlicher oder schriftlicher Art, aber auch durch ihr Verhalten.

2. Gegendarstellung

2.1. Hinsichtlich dieser Ansichten der Unterstützer / Befürworter der gleichgeschlechtlichen Ehe akzeptiert die Evangelisch Lutherische Kirche in Tansania kein wie auch immer geartetes Argument, mit dem solche Ehen als legal bezeichnet werden. 

2.2. Diese Kirche (ELCT) steht fest auf dem Grund des Wortes Gottes, dass nämlich die Bedeutung der Ehe ist, wie es in den Kapiteln der Bibel gelehrt wird, die im Abschnitt 1.3.1 oben genannt sind. Man hat angefangen, diese Kapitel einer verkehrten Interpretation zu unterziehen, der wir nicht zustimmen können. Wir alle in dieser Kirche und überall in der Welt, die gleichgeschlechtliche Ehen ablehnen, glauben, dass die Bibel sich selbst erklärt und keine Verdrehung braucht, auch nicht die Wünsche, wie einige Leute, bestimmte Orte oder bestimmte Autoritäten sie gern hätten. Die Heilige Schrift ist richtig, festgeschrieben und unwandelbar.

2.3. Diese Kirche glaubt fest daran, dass die Liebe die Grundlage für eine Beziehung und eine wahre eheliche Verbindung zweier Liebender ist. Jedoch besteht in der heiligen Ehe diese Liebe zwischen zwei Menschen verschiedenen Geschlechts. Im Übrigen erkennt die ELCT an, dass das Thema Liebe sehr weitgehend ist und dass das göttliche Merkmal der Liebe oder des einander Liebens bestimmte Werte einschließt. Deshalb kann es, wenn man es zu leicht nimmt, zu ideologischer Akzeptanz und unterschiedlichem Gebrauch von Liebe führen, wenn solchen Ehen, die weder von der Bibel noch von der Gesellschaft über die Jahre toleriert sind, Geltung verschafft wird, sie akzeptiert und legalisiert werden. Wenn sich die Dinge so entwickeln würden und man sie gewähren ließe, könnten sich Kirche und Gesellschaft bald in einem komplizierten Szenarium wiederfinden, aus dem sich herauszulösen schwierig wäre, in dem sogar Ehen zwischen Verwandten, Eltern und Kindern, womöglich gar zwischen Menschen und Tieren akzeptiert würden - solange es „Liebe“ zwischen ihnen gibt! Ist es (daher) gleichgültig welche Interpretation gewählt wird? Was wir hier hervorheben möchten, ist, dass wir sehr sorgfältig sein müssen, wenn wir über Liebe reden, besonders wenn wir sie zum grundlegenden und einzigen Faktor in der Ehe machen.

2.4. Bei den vorausgegangenen Aussagen ist sich die ELCT der Kontroversen in den verschiedenen Ländern, in denen gleichgeschlechtliche Ehen legalisiert wurden, vollkommen bewusst, und dass sich die Bedingungen und Kulturen weiterentwickelt und einem „modernen“ Lebensstil angepasst haben, wo gleichgeschlechtliche Verbindungen nicht mehr als geschmacklos angesehen werden. Es ist unvermeidlich, dass es in der Gesellschaft Veränderungen gibt. Aber diese Kirche stellt auch fest, dass sich einige Dinge ändern, während andere sich niemals ändern werden. Beispielsweise weiß und glaubt die ELCT, dass zu keiner Zeit die Nase sich zum Mund verwandeln wird oder das Ohr zum Auge!!

2.5. Es ist wahr, dass Verhaltensweisen, die in den zurückliegenden Jahren in schlechtem Ansehen standen, jetzt als positiv und akzeptabel empfunden werden können. Und es ist offensichtlich, dass die moderne Gesellschaft viele Dinge anders sieht. Es ist allerdings gleichermaßen wahr, dass die Kirche nicht auf ständig sich wandelnden Werten und Grundlagen basieren kann. Es ist zwingend erforderlich, dass die Kirche sich nach Werten und Prinzipien richtet, die feststehen, auch gegen wissenschaftliche, kulturelle, politische, gesellschaftliche, wirtschaftliche und andere Kräfte. Diese Kirche glaubt, dass das Wort Gottes Grundregeln des Lebens einschließt, die nicht durch Zeit, Ort oder Umstände verändert oder in ihr Gegenteil verkehrt werden können. Eine dieser Grundregeln betrifft die heilige Ehe und was damit zusammenhängt. Infolgedessen stellt die Anerkennung gleichgeschlechtlicher Ehen die Grundlagen des Wortes Gottes in Bezug auf die kontinuierliche Zeugung von Nachkommen in Frage. 

2.6. Im Übrigen sollten kulturelle und gesellschaftliche Veränderungen in bestimmten Regionen, z.B. Europa oder Amerika, nicht als Richtschnur für andere Regionen weltweit genommen werden. Auch sollten solche gesellschaftlichen Veränderungen nicht Menschen aufgezwungen werden, die in Ländern außerhalb der Umgebung solcher Übeltaten leben; denn die Menschen an anderen Orten haben ihre eigenen Werte und Kulturen, die sie verteidigen und erhalten möchten. Wir als Tansanier / Afrikaner haben unsere eigenen Werte und Kulturen, die sich im Laufe von Jahren gebildet haben, die unsere Lebensweise bestimmt haben und die nur Ehen zwischen Mann und Frau anerkennen. Deshalb, wenn auch manche Gegenden die (in ihnen geltenden) Bedingungen dahingehend geändert haben mögen, dass gleichgeschlechtliche Ehen akzeptiert werden, so sollte klar verstanden werden, dass unsere Lebensbedingungen (unsere Kulturen und Werte) solche Ehen nicht erlauben. 

2.7. Die Ansicht, dass eine Ehe oder Beziehung zwischen zwei Menschen „Sache der beiden“ sei, ist die Ansicht nur einer Seite. Wir in der ELCT dagegen glauben, dass die Ehe nicht ein Ereignis nur zweier Menschen ist, sondern es ist immer so, dass die „beiden“ Teil einer Familie bleiben, die über viele weitere Jahre Auswirkungen auf andere hat. Deshalb kann den beiden nicht erlaubt werden, eben mal etwas zu tun nach dem Motto: „Lasst uns, mischt euch nicht in unsere Angelegenheiten; das ist unsere eigene Sache, und es ist unser eigener Entschluss, zu tun, was wir getan haben.“ usw. Nein!! Es gibt Dinge in Kirche und Gesellschaft im allgemeinen, wie Erhaltung unserer Umwelt und Kultur, bei denen wir uns mit menschlichen Problemen beschäftigen müssen, gleichgültig wo sie stattfinden, weil wir uns der Verantwortung für die Menschheit bewusst sind, damit niemand an helllichtem Tag etwas tut, was das Menschsein eines anderen zerstört, und damit durchkommt. So verhält es sich auch in der Frage nach der gleichgeschlechtlichen Ehe.

3. Schluss

3.1. Deshalb: Auf der Grundlage dieses sicheren Fundaments und im Verständnis des Leitbildes von der Einen Kirche und im Blick darauf, dass es notwendig ist, die Kirche in pastoraler Verantwortung zu leiten, und immer bedacht auf das Wort Gottes und seine grundlegende Bedeutung schämt sich die Evangelisch-Lutherische Kirche in Tansania nicht, bei ihrem Herrn zu stehen. Die ELCT brennt darauf, mit prophetischer
Stimme ihre Haltung deutlich zu machen, dass die gleichgeschlechtliche Ehe unheilvoll und ein Dorn im Leib des Herrn Jesus Christus ist (2. Kor 12, 12-27), ein Dorn, der heftige Schmerzen in einer alten Wunde verursacht -den Mitgliedern der ELCT und vielen anderen überall auf der ganzen Welt, wo man die gleiche Ansicht hat über die geschmacklose und skandalöse Frage der gleichgeschlechtlichen Ehe. Dieser Schmerz gibt einen Vorgeschmack auf unbeschreibliche Missklänge, Spannungen und Verwirrung auf verschiedenen Eben internationaler Beziehungen und ihren Führungsebenen.

3.2. Die Evangelisch-Lutherische Kirche Tansania betrachtet jede einseitige Entscheidung, die die allgemein geltenden und anerkannten Grundlagen bezüglich der Ehe außer Acht lässt, als Missachtung und als furchtbar schädlich für die Kirche als den Leib Christi.

3.3. Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Tansania wehrt sich heftig gegen falsche Interpretationen und einen skandalösen Umgang mit der Heiligen Schrift zu dem Zeck, gleichgeschlechtliche Ehen zu rechtfertigen.

3.4. Wir glauben, dass es keinen Teil innerhalb der Kirche Gottes gibt, der erfolgreich alle Probleme allein lösen könnte, ohne die gemeinsame Kraft des ganzen Leibes Christi. Wie es heißt: Einheit ist Kraft. Und diese Frage der gleichgeschlechtlichen Ehe hat unsere Einheit tief untergraben und unsere gemeinsame
Kraft vermindert.

3.5. Zweifellos wird es nicht helfen und nicht genügen, wenn wir übereinander klagen und einander verurteilen wegen unserer Differenzen in dieser Frage. Wir beten um die Weisheit des Heiligen Geistes, dass er die Oberhand gewinnt und uns dazu leitet, ins Gebet zu gehen, in die Buße, und einander weiterhin liebevoll im Geist zu warnen. Wir müssen stets das Wort Gottes in Kol 3, 5-17 vor Augen haben. 

3.6. Wir möchten all jene ermutigen und ihnen von Herzen die Hand reichen, in allen Kirchen der Welt – es seien viele oder nur wenige –, die gegen den Beschluss sind, gleichgeschlechtliche Ehen zuzulassen. Wir rufen dazu auf, lasst uns beisammen stehen, um weiterhin „Salz“ und „Licht“ in unseren Beziehungen zu sein, indem wir unsere Kräfte darauf richten, Einheit und Gemeinschaft unter uns zu vertiefen – eine  Einheit, die niemals wieder irgendwelche Verletzungen am Leib Christi, das heißt der Kirche, zulassen wird.

3.7. Wir meinen, dass wir in bösen Zeiten leben; das Böse versucht, die Kirche Gottes zu zerstören. Deshalb rufen wir alle Christen in der ELCT und vielen anderen Kirchen mit gleicher Haltung wie wir dazu auf, nicht nachzulassen in ernsthafter Fürbitte füreinander und das persönliche Zeugnis zu wahren zum Segen für die ganze Kirche Gottes.

3.8. Wir müssen alle Gläubigen der ELCT eindringlich dazu aufrufen, wachsam zu sein; steht auf, erforscht das Wort Gottes und verweigert euch befremdlichen Lehren, die leicht sowohl neu zum Glauben Gekommene als auch lange im Glauben Stehende in dieser globalisierten Welt irreführen können.

3.9. In all unseren bestehenden Beziehungen – mit den Kirchen in Europa und Amerika und an anderen Orten – hat diese Kirche ihre Position deutlich gemacht, z.B. in den Antworten auf den Fragebogen des Lutherischen Weltbundes (LWB) bezüglich des Austauschs von Pastoren. Denn wir glauben, dass das Ziel dieses Fragebogens war, die weitreichenden Ansichten im größeren Kontext der LWB-Mitgliedschaft zusammenzufassen. Wir haben geschrieben:

3.9.1. Wir, die ELCT als Mitglied des LWB, erklären, dass unsere Kirche nicht bereit ist, in einen Austausch mit Pastoren einzutreten, die selbst in einer gleichgeschlechtlichen Beziehung leben oder solche unterstützen oder für sie eintreten. Ganz deutlich: Die ELCT wird niemanden willkommen heißen, in dieser
Kirche mitzuarbeiten, der in gleichgeschlechtlicher Ehe oder Beziehung lebt oder solche unterstützt. Hier steht die ELCT fest und kann ihre Position in dieser Frage nicht ändern; daher können wir Überredungsversuche, Vorbedingungen für finanzielle Hilfe und unangemessenen Druck nicht akzeptieren.
3.9.2. Auch in der Beziehung zu anderen Organisationen wie LWB, ÖRK, LMC (Lutheran Mission Cooperation) und anderen wird die ELCT keinerlei Versuch unterstützen, sich für Menschen einzusetzen oder solche in diese Gesellschaften einzuschleusen, die aus dem Lager der Befürworter gleichgeschlechtlicher Ehen kommen oder selbst Anhänger gleichgeschlechtlicher Ehen oder irgendeiner Art von homosexueller Lebenspraxis sind.

3.10. Die ELCT kann die Menschen in Europa und Amerika nicht zwingen, die gleiche Meinung zu haben wie wir oder das gleiche zu tun hinsichtlich der Ehe Gleichgeschlechtlicher; aber wir können ihnen unseren Standpunkt in dieser Frage unumwunden erklären. Wir glauben, dass die andere Seite unseren Standpunkt verstehen und respektieren wird, so wie er dieser Erklärung unmissverständlich entnommen werden kann. Im Übrigen erwartet die ELCT, dass ihre Freunde und Partner überall, wo sie sind, auch wenn sie jetzt in dieser Frage der gleichgeschlechtlichen Ehe mit der ELCT heiß diskutieren, nicht versuchen werden – und sie bittet, sie mögen es nicht versuchen – auf keine Weise, zu keiner Zeit, an keinem Ort, sich in der Frage der Ehe Gleichgeschlechtlicher und zu jeglichen Handlungen homosexueller Art in den Standpunkt der ELCT einzumischen.

Bischöfe der ELCT
1. Bischof Dr. Alex Gehaz Malasusa, ELCT East and Coastal Diocese und Leitender Bischof der ELCT
2. Bischof Andrew Gulle, ELCT East of Lake Victoria Diocese
3. Bischof Thomas Laiser, ELCT North Central Diocese
4. Bischof Michael Adam, ELCT Diocese in Mara Region
5. Bischof Festo Ngowo, ELCT Dodoma Diocese
6. Bischof Dr. Owdenburg M. Mdegella, ELCT Iringa Diocese
7. Bischof Dr. Benson K. Bagonza, ELCT Karagwe Diocese
8. Bischof Dr. Martin Shao, ELCT Northern Diocese
9. Bischof Elisa Buberwa, ELCT North Western Diocese
10. Bischof Dr. Stephen I. Munga, ELCT North Eastern Diocese
11. Bischof Eliuphoo Sima, ELCT Central Diocese
12. Bischof Dr. Israel-Peter Mwakyolile, ELCT Konde Diocese
13. Bischof Cleopa A. Lukilo, ELCT Southern Diocese
14. Bischof Dr. Hance Mwakabana, ELCT South Central Diocese
15. Bischof Job T. Mbwilo, ELCT South Western Diocese
16. Bischof Zebedayo Daudi, ELCT Mbulu Diocese
17. Bischof Paulo Akyoo, ELCT Meru Diocese
18. Bischof Jacob Mameo Ole Paulo, ELCT Morogoro Diocese
19. Assistent des Bischofs, Pastor Eliraha Mmwiri, ELCT Pare Diocese
20. Bischof Renard K. Mtenji, ELCT Ulanga Kilombero Diocese
Dodoma
7. Januar 2010

Bernd Oberdorfer

Bernd Oberdorfer ist Professor für Systematische Theologie und Ökumene an der Universität Augsburg.

A Complicated Tangle

The assessment of homosexuality separates churches in north and south

Bernd Oberdorfer

 

African bishops react indignantly when Protestant denominations in Europe and North America ordain gays and lesbians and bless same-sex couples. Bernd Oberdorfer, Professor of Systematic Theology at the University of Augsburg and a member of the German National Committee of the Lutheran World Federation (LWF), shows why. He also outlines ways to resolve the conflict.

“Homosexuality is not unafrican. Homophobia is”: I saw t-shirts bearing this message some years ago at a demonstration in Capetown. The sentence purposely turns around a self-description that one encounters over and over again in African societies and churches: homosexual love is supposedly “unafrican” and contradicts “African” culture. Where it does exist, it has been introduced from the “liberal” northern hemisphere with its “relativistic values”.

In the Republic of South Africa, the constitution adopted after the end of apartheid prohibits discrimination on the basis of sexual orientation. Anglican Archbishop Emeritus Desmond Tutu also once famously said: “I would refuse to go to a homophobic heaven.” However, both are more the exception than the rule. The synod of the Anglican Church of Southern Africa, for example, recently rejected a proposal that would have permitted gay and lesbian couples living in legal partnership under South African law to have their union blessed in church.

Of course, the subject of homosexuality is also highly controversial in the churches of the north. Hence it is not simply a matter of a progressive north as opposed to a conservative south. Nevertheless, the difference is conspicuous: while various positions are represented and discussed in Europe and North America, the rejection in Africa is (nearly) unanimous. Even broaching the subject seems like an imposition.

This leads to strong tensions within denominational world federations. Even in the Roman-Catholic church, in which official recognition of homosexuals is out of the question, the episcopal synod on marriage and family convened by Pope Francis last year revealed massive differences between north and the south even where language cautiously acknowledging homosexuals was concerned.

Similar things are arising in the Lutheran World Federation. In Lund in 2007, the LWF Council initiated a five-year study process on the topic of family, marriage, and sexuality with consultations in the various world regions. In 2009, during the study process that some churches understood as a moratorium, the Church of Sweden opened church marriage to same-sex couples. Moreover, the Evangelical Lutheran Church in America permitted the ordination of clergy who are openly homosexual.

This prompted the bishops of the Evangelical Lutheran Church in Tanzania (ELCT) to issue a fundamental statement a year later. This “Dodoma Statement” is especially interesting because it also addresses the cultural differences and understands itself to be an African response.

“An abnormal incidence”

The bishops assess official church recognition of same-sex relationships, “especially in Europe and America”, as a shocking “abnormal incidence”. They hold that those churches have turned away from traditional church doctrine. The theological arguments for this move are all rejected. In their view, the Bible is “accurate, fixed and unchangeable” in this regard, “that marriage is only for man and woman.” Certainly, love is “the basis for relationship and real marital union.” But if one makes love the sole criterion, it is also no longer possible to reject marriages “between relatives, parents and children, and even between humans and animals – so long as there is ‘love’ in between.”

Societal change is inevitable, but not all things are changeable, indeed, some things “will never change.” For the bishops, these unchangeable things include the heterosexual character of matrimony: the acceptance of same-sex marriage “sabotages the foundation of the Word of God concerning continued procreation.” Therefore, marriage is also not a matter that is solely the concern of the individuals involved. On the contrary, it is intergenerationally connected to the families involved. Church and society must also intervene “in full cognizance of their responsibility for humankind” to prevent someone from doing something that “destroys someone else’s humanhood.” In their opinion, this is precisely the case where same-sex marriage is concerned. The Tanzanian bishops do not say whether they also demand or defend a legal ban on and criminal prosecution of homosexuality.

They emphasize: under no circumstances – and here the intercultural dimension comes into play – may “cultural and societal changes” from Europe and America be exported to other regions of the world. “We as Tanzanians/Africans have our own values and cultures, built over the years, that have guided our lifestyles and which accept only marriages between man and woman.” Thus the Lutheran bishops argue from the standpoint of an African cultural identity that may not be questioned by outsiders, yet at the same time they see themselves as advocates of universal ethical values in line with the unchangeable word of God. They see themselves called to take responsibility for the unity of the church and raise a “prophetic voice” in opposition to the “tasteless and scandalous subject” of same-sex marriage. They vehemently reject further discussion.

Many of the theological arguments advanced by the Tanzanian bishops are familiar from the discussion in Europe. However, the reversal of the universalism discourse results in a special dynamic: while Europeans usually claim to represent and propagate the universally binding values developed in the European Enlightenment, now they encounter criticism that reproaches them for turning away from these universally binding, cross-cultural values - in the name of an African culture which, in the opinion of the Tanzanian bishops, converges with the unchangeable word of God and the order of creation.

This is a mirror-image repetition of the 19th century dispute about polygamy. Back then, in the name of the Bible and Christian-European culture, European missionaries forbade Christianized Africans to continue practicing the tradition of polygamy that was deeply ingrained in their culture. Thus European Christianity compelled the Africans to a serious cultural change. They appropriated it and are now defending it as a substantive moment of authentic African culture against further attempts to import both values and the European-American shift in values. In the horizon of post-colonial thinking, the refusal of further discussion can even be read as a rejection of hegemonial and asymmetrical discourse that does not perceive the African culture as independent.

Admittedly, it is remarkable what the Tanzanian bishops’ “Dodoma Statement” does not address, although it plays a central role in the discussion of homosexuality in the societies and churches of the north: the dimension of justice, equal treatment, and inclusiveness. This is also noteworthy because it is precisely the churches of the southern hemisphere that like to introduce this dimension in ecumenical discourse. Commitment and steadfastness in relationships, which can also be lived out in same-sex partnerships, also do not play a role. The focus is solely on defending exclusively heterosexual marriage.

It is frequently pointed out to that, in African cultures, the communal bond reportedly plays a central role in the intergenerational connection and hence homosexuality seems to be an expression of an individualism that avoids the duty to preserve the community through procreation. That is certainly correct. However, there is another factor also at work here, namely the largely conservative character of the theology that the European missionaries disseminated and culturally anchored in Africa in the 19th century. They frequently advocated methodological approaches, theological contents, and ethical norms that had already become problematic in Europe. The missionaries did intend to re-shape African culture through “Christian-European civilization”. However, this represented the ideal of a pre- and anti-modern Europe that distanced itself from contemporary developments such as industrialization, urbanization, and the loss of traditional ties. In other words: the missionary theology was not simply culturally imperialistic. Rather, it desired to transform the African culture through Christianization in a manner that would make it an uncorrupted counter-image of a Europe that had become decadent. Thus modern developments in the understanding of the Bible, historical-critical exegesis, which, in the long run, paved the way for a changed view of the biblical statements regarding homosexuality, later were not reflected in the self-image and interpretation cultures of African churches.

Thus the controversy about the understanding of homosexuality and treatment of homosexuals is not limited to a specific ethical issue. On the contrary, it touches on basic theological problems. Thus a rapprochement between the churches of the north and the south cannot begin with the ethical problem alone.

While Africa’s churches diagnose the recognition of homosexuality as a renunciation of the word of God, Europeans and Americans say that the African churches are engaging in uncritical biblical literalism which does not do justice to the real dynamics of exegesis and thus ultimately is also not scriptural.

Hence, the Lutheran World Federation initiated a multi-year study process on understanding and interpreting the Bible, which reached a conclusion this year with the document “The Bible in the Life of the Lutheran Communion”. In the process, it became evident which pragmatic and cultural factors always influence the understanding of scripture. The meaning of scripture does not simply exist, but is revealed anew over and over again in complicated exegetical processes. This insight can help to overcome the false alternatives of biblical inerrancy or slavish conformity to the spirit of the times, biblical literalism or historical-critical interpretation.

In the longer term, this confidence-building measure could pave the way for a new conversation about the controversial subject of homosexuality. In the short term, however, this seems hardly possible. This also has something to do with the fact that the African churches, merely through the imposition of discussing the topic of homosexuality, often have the impression that they are being treated once again as underdeveloped and can reckon at best with forbearance and patience, but not with understanding. With increasing post-colonial self-awareness, Africa’s churches refuse to go along with this kind of subtle paternalism. However, the fact that talking about sexuality remains taboo in many non-European cultures also plays a role. This only began to change – out of necessity – when the AIDS epidemic came along.

This calls, therefore, for intercultural sensitivity, in other words: respect. Nevertheless, churches that marry same-sex couples and ordain openly homosexual clergy should not be excessively defensive in representing their position. Rather, they should make this transparent as a consequence of theological insights. There is no place at all, however, for gestures of superiority, given that Europe’s churches only began accepting homosexuals just a few short years ago.

How matters develop in the future will depend to a large extent on whether the churches involved succeed in enduring and, as it were, limiting the differences in the horizon of an overarching communal consciousness. Those who – as I do – hold the decisions of the European and American churches to be proper and theologically appropriate hope that – as after the introduction of ordination of women – the integration of homosexuals in church life will permit experiences that project to the outside world and alleviate the horror of this “scandalous and disgusting subject.” It would be naive, however, to imagine that this tangle of factors having to do with theology, missionary history, post-colonialism, and culture can be unraveled quickly. Where world Christianity is headed – not only in this question – is open. The European paradigm long ago ceased to be something that can be taken for granted. Thus a linear development is hardly to be expected.

Kompliziertes Knäuel

Die Beurteilung der Homosexualität trennt Kirchen in Nord und Süd

Bernd Oberdorfer


Afrikanische Bischöfe reagieren empört, wenn evangelische Kirchen in Europa und Nordamerika Schwule und Lesben ins Pfarramt berufen und gleichgeschlechtliche Paare segnen. Warum das so ist, zeigt Bernd Oberdorfer, Professor für Systematische Theologie an der Universität Augsburg und Mitglied im Deutschen Nationalkomitee des Lutherischen Weltbundes (LWB). Und er skizziert Wege zur Lösung des Konflikts.

Homosexualität ist nicht unafrikanisch, im Unterschied zu Homophobie, „Homosexuality is not unafrican. Homophobia is“: T-Shirts mit diesem Aufdruck sah ich vor einigen Jahren bei einer Demonstration in Kapstadt. Der Satz kehrt gezielt eine Selbstbeschreibung um, der man in afrikanischen Gesellschaften und Kirchen immer wieder begegnet: Gleichgeschlechtliche Liebe sei „unafrikanisch“, widerspreche der „afrikanischen“ Kultur. Und wo es sie doch gibt, sei sie aus dem „liberalen, werterelativistischen“ globalen Norden eingeschleppt.

In der Republik Südafrika verbietet die nach Ende der Apartheid verabschiedete Verfassung die Diskriminierung aufgrund sexueller Orientierung. Und bekannt ist das Wort des anglikanischen Alterzbischofs Desmond Tutu: „I would refuse to go to a homophobic heaven“, ich würde mich weigern, in einen homophoben Himmel zu gehen. Doch beides ist eher die Ausnahme als die Regel. So hat die Synode der Anglikanischen Kirche Südafrikas kürzlich einen Antrag abgelehnt, dass sich schwule und lesbische Paare, die nach südafrikanischem Recht verpartnert sind, im Gottesdienst segnen lassen dürfen.

Natürlich ist das Thema Homosexualität auch in Kirchen des Nordens hoch umstritten. Es ist also nicht einfach so, dass einem progressiven Norden ein konservativer Süden gegenübersteht. Aber dennoch ist der Unterschied unübersehbar: Während in Europa und Nordamerika unterschiedliche Positionen vertreten und diskutiert werden, ist die Ablehnung in Afrika (fast) unisono. Ja, schon das Thema anzusprechen, erscheint als Zumutung.

Und dies führt zu starken Spannungen innerhalb der konfessionellen Weltbünde. Selbst in der römisch-katholischen Kirche, in der eine offizielle Anerkennung Homosexueller ausgeschlossen ist, hat im vergangenen Jahr die von Papst Franziskus einberufene Bischofssynode zu Ehe und Familie massive Differenzen zwischen Nord und Süd offenbart, schon wenn es um Formulierungen ging, Homosexuelle vorsichtig zu würdigen.

Und Ähnliches zeigt sich im Lutherischen Weltbund. Der Rat des lwb initiierte 2007 in Lund einen fünfjährigen Studienprozess zum Thema Familie, Ehe und Sexualität mit Konsultationen in den unterschiedlichen Weltregionen. 2009, also während des Studienprozesses, den manche Kirchen als Moratorium verstanden, öffnete die Schwedische Kirche die kirchliche Trauung für gleichgeschlechtliche Paare. Und die Evangelisch-Lutherische Kirche in Amerika ermöglichte die Ordination von Geistlichen, die zu ihrer Homosexualität stehen.

Dies veranlasste die Bischöfe der Evangelisch-Lutherischen Kirche Tansanias (elct) ein Jahr später zu einer grundsätzlichen Stellungnahme. Diese „Dodomaerklärung“ ist besonders interessant, weil sie auch die kulturellen Differenzen anspricht und sich als eine afrikanische Antwort versteht.

 

„Abnormales Ereignis“

Die Bischöfe beurteilen die offizielle kirchliche Anerkennung von gleichgeschlechtlichen Beziehungen, „namentlich in Europa und Amerika“, als schockierendes „abnormales Ereignis“. Damit hätten sich jene Kirchen von der überkommenen Lehre der Kirche abgewendet. Die theologischen Argumente für diesen Schritt werden allesamt verworfen. Die Bibel sei ja darin „präzise, eindeutig und unveränderlich“, „dass es nur eine Ehe zwischen Mann und Frau gibt“. Gewiss sei die Liebe „die Basis für die Beziehung und wirkliche eheliche Einheit“. Aber wenn man Liebe zum alleinigen Kriterium mache, könne man auch nicht mehr „Ehen zwischen Verwandten, Eltern und Kindern und sogar Menschen und Tieren“ ablehnen, „wenn denn ‚Liebe‘ im Spiel ist“.

Zwar sei gesellschaftlicher Wandel unvermeidlich, aber nicht alles wandelbar, ja manches „wird sich niemals ändern“. Und dazu zählen die Bischöfe auch den heterosexuellen Charakter der Ehe: Durch die Akzeptanz der gleichgeschlechtlichen Ehe wird „das Fundament der Heiligen Schrift im Blick auf die Weitergabe von Leben sabotiert“. Deshalb geht die Ehe auch nicht nur die beteiligten Individuen etwas an. Sie steht vielmehr im Generationenzusammenhang der beteiligten Familien. Auch müssen Kirche und Gesellschaft „im vollen Bewusstsein ihrer Verantwortung für die Menschheit“ eingreifen, um zu verhindern, dass jemand etwas tut, „das die humane Würde (humanhood) eines anderen Menschen zerstört“. Und das ist eben bei der gleichgeschlechtlichen Ehe der Fall. Ob sie damit auch ein gesetzliches Verbot und eine strafrechtliche Verfolgung von Homosexualität fordern oder verteidigen, lassen die tansanischen Bischöfe offen.

Sie betonen: Keinesfalls - und hier kommt die interkulturelle Dimension ins Spiel - darf der „kulturelle und gesellschaftliche Wandel“ aus Europa und Amerika in andere Weltregionen exportiert werden. „Wir als Tansanier/Afrikaner haben unsere eigenen, über lange Zeiträume entwickelten Werte und Kulturen, die unsere Lebensführung (lifestyles) geleitet haben und eben nur die Ehe zwischen Mann und Frau akzeptieren.“ Die lutherischen Bischöfe argumentieren also mit einer afrikanischen kulturellen Identität, die nicht von außen in Frage gestellt werden darf und verstehen sich zugleich als Anwälte universaler ethischer Werte, die dem unwandelbaren Wort Gottes entsprechen. Sie sehen sich zur Verantwortung für die Einheit der Kirche gerufen und erheben die „prophetische Stimme“ gegen die „abgeschmackte und skandalöse Angelegenheit“ (tasteless and scandalous subject) der gleichgeschlechtlichen Ehe. Eine weitere Diskussion lehnen sie vehement ab.

Viele der theologischen Argumente, die von den tansanischen Bischöfen vorgebracht werden, sind auch aus der Diskussion in Europa bekannt. Eine besondere Dynamik entsteht aber durch die Umkehrung des Universalismusdiskurses: Während die Europäer üblicherweise mit dem Anspruch auftreten, die allgemeinverbindlichen Werte zu repräsentieren und auszubreiten, die in der europäischen Aufklärung entwickelt wurden, begegnen sie jetzt einer Kritik, die ihnen die Abkehr von diesen allgemeinverbindlichen, kulturübergreifenden Werten vorhält - im Namen einer afrikanischen Kultur, die nach Ansicht der tansanischen Bischöfe mit dem unwandelbaren Wort Gottes und der Schöpfungsordnung konvergiert.

Spiegelbildlich wiederholt sich hier der Streit, der im 19. Jahrhundert über die Vielehe geführt wurde. Damals verboten die europäischen Missionare den christianisierten Afrikanern im Namen der Bibel und der christlich-europäischen Kultur, die in ihrer Kultur tief verwurzelte Tradition der Polygamie weiter zu praktizieren. Das europäisch geprägte Christentum hat die Afrikaner also zu einem gravierenden kulturellen Wandel genötigt. Sie haben sich ihn angeeignet und verteidigen ihn mittlerweile als substanzielles Moment genuin afrikanischer Kultur gegen weitere Versuche, Werte und den europäisch-amerikanischen Wertewandel zu importieren. Die Ablehnung weiterer Diskussion lässt sich sogar im Horizont des postkolonialen Denkens als Verweigerung eines hegemonialen und asymmetrischen Diskurses lesen, der die afrikanische Kultur nicht als eigenständig wahrnimmt.

Auffällig ist freilich, was die „Dodomaerklärung“ der tansanischen Bischöfe nicht anspricht, obwohl es in der Homosexualitätsdiskussion in den Gesellschaften und Kirchen des Nordens eine zentrale Rolle spielt: die Dimension von Gerechtigkeit, Nichtdiskriminierung und Inklusivität. Das ist auch insofern bemerkenswert, als gerade die Kirchen des globalen Südens diese Dimension in den ökumenischen Diskurs gerne einbringen. Ebenfalls keine Rolle spielen auch Verbindlichkeit und Verlässlichkeit in Beziehungen, die in gleichgeschlechtlichen Partnerschaften ebenfalls gelebt werden können. Der Fokus liegt ausschließlich auf der Verteidigung einer exklusiv heterosexuellen Ehe.

Häufig wird darauf hingewiesen, dass in afrikanischen Kulturen die Gemeinschaftsbindung im Generationenzusammenhang eine zentrale Rolle spiele und Homosexualität daher als Ausdruck eines Individualismus erscheine, der sich der Pflicht zur Gemeinschaftserhaltung durch Weitergabe von Leben entziehe. Das ist sicher richtig. Aber hinzu kommt noch etwas anderes, nämlich der weithin konservative Charakter der Theologie, die die europäischen Missionare im 19. Jahrhundert in Afrika ausbreiteten und kulturell verankerten. Sie vertraten häufig methodische Zugänge, theologische Inhalte und ethische Normen, die in Europa schon problematisch geworden waren. Die Missionare wollten zwar die afrikanische Kultur durch eine „christlich-europäische Zivilisation“ überformen. Aber diese repräsentierte das Ideal eines vor- und antimodernen Europas, das sich von den aktuellen Entwicklungen, wie Industrialisierung, Verstädterung und Verlust der überkommenen Bindungen, distanzierte. Mit anderen Worten: Die Missionstheologie war nicht einfach kulturimperialistisch. Vielmehr wollte sie die afrikanische Kultur durch die Christianisierung so transformieren, dass sie ein gleichsam unverdorbenes Gegenbild zum dekadent gewordenen Europa darstellte. Und so fanden später neuzeitliche Entwicklungen des Bibelverständnisses, die historisch-kritische Auslegung, die längerfristig einen veränderten Blick auf die biblischen Aussagen zur gleichgeschlechtlichen Sexualität ermöglichten, keinen Eingang in das Selbstverständnis und die Deutungskulturen afrikanischer Kirchen.

Die Kontroverse über das Verständnis von Homosexualtät und den Umgang mit Homosexuellen ist also nicht auf eine ethische Spezialfrage beschränkt. Sie rührt vielmehr an theologische Grundlagenprobleme. Eine Verständigung zwischen den Kirchen des Nordens und des Südens kann also nicht allein beim ethischen Problem ansetzen.

Während Afrikas Kirchen die Anerkennung von Homosexualität als Abkehr vom Wort Gottes diagnostizieren, bescheinigen Europäer und Amerikaner ihnen einen unkritischen Biblizismus, der der realen Dynamik der Schriftauslegung nicht gerecht wird und also letztlich auch nicht schriftgemäß ist.

Der Lutherische Weltbund hat daher einen mehrjährigen Studienprozess zu Verständnis und Auslegung der Bibel initiiert, der in diesem Jahr mit dem Dokument „The Bible in the Life of the Lutheran Communion“, Die Bibel im Leben der lutherischen Gemeinschaft, seinen Abschluss fand. Sichtbar wurde dabei, welche pragmatischen und kulturellen Faktoren das Schriftverständnis immer beeinflussen. Der Wortsinn ist also nicht einfach vorhanden, sondern erschließt sich in komplexen Auslegungsprozessen immer wieder neu. Diese Einsicht kann dazu beitragen, die falschen Alternativen, Bibeltreue oder Zeitgeisthörigkeit, Biblizismus oder historisch-kritische Auslegung, zu überwinden.

Längerfristig könnte diese vertrauensbildende Maßnahme den Boden für ein neues Gespräch über das strittige Thema Homosexualität bereiten. Aber kurzfristig scheint dies kaum möglich. Dies hat auch damit zu tun, dass die afrikanischen Kirchen allein durch die Zumutung, über das Thema Homosexualität zu reden, häufig den Eindruck gewinnen, sie würden wieder einmal als diejenigen behandelt, die noch nicht so weit sind und allenfalls mit Nachsicht und Geduld rechnen können, aber nicht mit Verständnis. Mit einem zunehmendem postkolonialen Selbstbewusstsein verweigern sich Afrikas Kirchen einem solchen subtilen Paternalismus. Eine Rolle spielt aber auch, dass das Reden über Sexualität in vielen nichteuropäischen Kulturen weiterhin tabuisiert ist. Erst die Aidsepidemie hat hier - notgedrungen - Veränderungen eingeleitet.

Interkulturelle Sensibilität - sprich: Respekt - ist also geboten. Gleichwohl sollten die Kirchen, die gleichgeschlechtliche Paare trauen und offen homosexuelle Geistliche ordinieren, ihre Position nicht zu defensiv vertreten. Vielmehr sollten sie diese als Konsequenz theologischer Einsichten durchsichtig machen. Aber angesichts dessen, dass Homosexuelle in Europas Kirchen erst seit einigen Jahren akzeptiert werden, verbietet sich jeder Überlegenheitsgestus.

Für die weitere Entwicklung wird viel davon abhängen, ob es gelingt, die Differenzen im Horizont eines übergreifenden Gemeinschaftsbewusstseins auszuhalten und gleichsam einzuhegen. Wer - wie ich - die Entscheidungen der europäischen und amerikanischen Kirchen für sachgemäß und theologisch angemessen hält, hofft, dass - wie nach der Einführung der Frauenordination - die Integration Homosexueller ins kirchliche Leben Erfahrungen ermöglicht, die nach außen ausstrahlen und den Horror vor dem „skandalösen und abstoßenden Thema“, „scandalous and distgusting subject“ lindern. Aber es wäre naiv, würde man meinen, das Knäuel aus theologischen, missionsgeschichtlichen, postkolonialen und kulturellen Faktoren schnell lösen zu können. Wohin sich die Weltchristenheit - nicht nur in dieser Frage - entwickelt, ist offen. Das europäische Paradigma ist längst kein Selbstläufer mehr. Eine lineare Entwicklung ist also kaum zu erwarten.

Mzozano Tata

Tathmini ya mapenzi ya jinsia moja hutofautisha makanisa kaskazini na kusini

Bernd Oberdorfer

 

Maaskofu wa Afrika huonyesha kuchukizwa wakati madhehebu ya Protestanti Ulaya na Amerika ya Kaskazini yanapowafanya kuwa mapadre na makasisi mashoga na wasagaji na kubariki ndoa za jinsia moja. Bernd Oberdorfer, Profesa wa utaratibu wa mifumo ya Theolojia kwenye Chuo Kikuu cha Augsburg na mwanachama wa Kamati ya Taifa ya Ujerumani ya Lutheran World Federation (LWF), anaonyesha sababu. Pia anabainisha njia za kusuluhisha mgogoro.

“Mapenzi ya jinsia moja si kutokuwa muafrika, ila kuwabagua mashoga na wasagaji sio uafrika”: Niliona fulana ikiwa na maandishi haya miaka kadhaa iliyopita kwenye maandamano Capetown. Sentensi inabadilika na kuwa na maelezo ya binafsi ambayo mtu hukumbana nayo mara kwa mara katika jamii na makanisa ya Afrika: mapenzi ya jinsia moja yanasemekana kutokuwa “desturi ya Afrika” na yanakinzana na utamaduni wa “Afrika”. Pale yanapokuwepo huwa yameanzishwa kutoka ulimwengu wa kaskazini “huru” pamoja na “maadili yanayohusiana”.

Katika Jamhuri ya Afrika Kusini, katiba iliyotumika baada ya mwisho wa ubaguzi wa watu weusi inapiga marufuku ubaguzi kwa msingi wa mvuto wa jinsia. Askofu Mkuu wa Anglikana, Emeritus Desmond Tutu pia aliwahi kusema: “Nitakataa kwenda mbinguni kama kuna ubaguzi wa mapenzi ya jinsia moja.” Hata hivyo, zote mbili zimekuwa zikitumika zaidi kama hiari zaidi ya kuwa sheria. Kwa mfano, sinodi ya Kanisa la Anglikana ya Afrika ya Kusini , hivi karibuni ilikataa pendekezo ambalo lingeruhusu mashoga na wasagaji walio katika mahusiano kuishi katika uhusiano wa kisheria chini ya sheria ya Afrika Kusini na kubariki ndoa zao kanisani.

Bila shaka, mazungumzo ya mapenzi ya jinsia moja yana mabishano makubwa sana katika makanisa ya kaskazini. Hivyo, si suala linalohusu kaskazini kwenye maendeleo wala si kusini kwenye mabishano. Hata hivyo, tofauti ni dhahiri sana: wakati maoni mbalimbali yanawakilishwa na kujadiliwa Ulaya na Amerika ya Kaskazini, kukataliwa Afrika kunakaribia kuwa kwa wingi zaidi. Hata kuanzisha mjadala kunaonekana kama kulazimisha.

Hili husababisha taharuki kubwa ndani ya mashirikisho ya dunia yenye madhehebu. Hata katika kanisa la Katoliki la Roma, ambalo utambuzi rasmi wa wapenzi wa jinsia moja hauruhusiwi, sinodi ya maaskofu kuhusu ndoa na familia iliyoitishwa na Papa Francis mwaka uliopita ilitambua tofauti kubwa sana kati ya kaskazini na kusini hata pale ambapo lugha kwa tahadhari inatambua wapenzi wa jinsia moja huleta wasiwasi.

Mambo kama haya yanaibuka jumuiya ya dunia ya kilutheri (Lutheran World Federation). huko Lund 2007, Baraza la LWF lilianzisha mchakato wa utafiti wa miaka mitano kuhusu mada ya familia, ndoa na mapenzi kwa kushauriana na maeneo mbalimbali duniani. Mwaka wa 2009, wakati wa mchakato wa utafiti ambao makanisa mengine yalielewa kuwa jambo la muda, Kanisa la Uswidi liliruhusu ndoa ya kanisani kwa wanandoa wa jinsia moja. Hata hivyo, Evangelical Lutheran Church nchini Marekani iliruhusu upadrishaji wa makasisi ambao walionyesha wazi kuwa wapenzi wa jinsia moja.

Hili liliwachochea maaskofu wa Evangelical Lutheran Church nchini Tanzania (ELCT) kutoa taarifa msingi mwaka mmoja baadaye. “Tamko la Dodoma” inavutia kwa sababu pia inaangazia tofauti za kitamaduni na inaeleweka kuwa jibu la Afrika.

“Tukio la wazimu”
Maaskofu wanatathmini utambuzi wa rasmi wa kanisa kuhusu mahusiano ya jinsia moja, “haswa Ulaya na Marekani”, kama “tukio la wazimu” linaloshtusha. Wanaamini kuwa makanisa hayo yameacha mafundisho ya kawaida ya kanisa. Hoja za kitheolojia za hatua hii zinakataliwa zote. Kwa maoni yao, Biblia ni “sahihi na isiyoweza kubadilishwa” kwa misingi hii, “kuwa ndoa ni ya mwanamume na mwanamke pekee.” Kwa hakika, mapenzi ni “msingi wa uhusiano na ndoa halisi.” Lakini mtu akifanya mapenzi kuwa kigezo pekee, pia haitawezekana tena kukataa ndoa “baina ya ndugu, wazazi na watoto na hata kati ya binadamu na wanyama – mradi tu kuwepo ‘mapenzi’ kati yao.”

Mabadiliko katika jamii ni lazima, lakini si vitu vyote hubadilika. Vitu vingine “havitawahi kubadilika.” Kwa maaskofu, vitu hivi visivyobadilika ni pamoja na sifa ya mapenzi ya jinsia tofauti ya ndoa: ukubalifu wa ndoa ya jinsia moja “unahujumu msingi wa Neno la Mungu kuhusu uendelezaji wa kizazi.” Kwa hivyo, ndoa pia si suala tu la wahusika pekee. Ni suala linalohusisha familia husika. Lazima kanisa na jamii ziingilie kati “kwa kutambua kikamilifu jukumu lao kwa wanadamu” ili kumzuia mtu kufanya kitu ambacho “kinauharibu ubinadamu wa mtu mwingine.” Kwa maoni yao, hii ndiyo hali haswa ambapo ndoa ya jinsia moja inahusika. Maaskofu wa Tanzania hawasemi ikiwa pia wanataka au kutetea marufuku halali kuhusu na kushtakiwa kwa mapenzi ya jinsia moja.

Wanasisitiza: kwa kutozingatia hali yoyote – na hapa ukubwa wa tamaduni mbalimbali unajitokeza – huenda “mabadiliko ya tamaduni na jamii” kutoka Ulaya na Marekani yanaweza kuletwa kwenye maeneo mengine ya ulimwenguni. “Sisi tukiwa Watanzania/Waafrika tunayo maadili na tamaduni zetu, tulizounda kwa miaka mingi, ambazo zimeongoza mitindo yetu ya maisha na ambazo zinakubali ndoa tu kati ya mwanamume na mwanamke.” Hivyo maaskofu wa Lutheran wanatoa hoja kwa msingi wa utambulisho wa utamaduni wa Afrika ambao huenda usihojiwe na wageni, huku wakati huo huo wakijiona kama watetezi wa maadili ya ulimwengu kulingana na neno la Mungu lisilobadilika. Wanajiona wale walio na mwito wa kuchukua jukumu la umoja wa kanisa na kupaza “sauti ya unabii” kupinga “mada isiyo na ladha na yenye hizaya” ya ndoa ya jinsia moja. Wanakataa kwa kinywa kipana majadiliano zaidi.

Hoja nyingi za theolojia zinazoendelezwa na maaskofu wa Tanzania zinafanana na majadiliano ya Ulaya. Hata hivyo, urejeshwaji wa mahubiri ya falsafa ya kilimwengu husababisha mabadiliko maalum: huku watu wa Ulaya wakidai kuwakilisha na kueneza maadili yenye mshikamano kilimwengu yaliyoanzishwa katika European Enlightenment, sasa wanakumbana na ukosoaji unaowalaumu kwa kukwepa maadili haya yenye mshikamano wa kilimwengu na yanayohusisha tamaduni mbalimbali - kwa msingi kuwa utamaduni wa Afrika, kwa maoni ya maaskofu wa Tanzania, yanaungana na neno la Mungu lisilobadilika na utaratibu wa uumbaji. 

Haya ni marudio ya picha ya kioo ya mgogoro wa karne ya 19 kuhusu mitala. Wakati huo, kwa kufuata misingi ya Biblia na utamaduni wa Wakristo na watu wa Ulaya, wamisionari walipinga Waafrika Waliobadilika na kuwa Wakristo kuendelea kufanya utamaduni wa mitala ambao ulikithiri ndani ya utamaduni wao. Ukristo wa Ulaya uliwalazimisha Waafrika kufanya mabadiliko ya kweli ya utamaduni. Waliitenga na sasa wanaitetea kama wakati bora zaidi wa utamaduni asilia na sahihi wa Afrika dhidi ya majaribio zaidi ya kuingiza maadili na mabadiliko ya maadili ya Ulaya na Marekani. Katika fikra za baada ya ukoloni, kukataa majadiliano zaidi kunaweza hata kuonekana kama ukataaji wa mahubiri ya mamlaka na yasopacha ambayo hayaoni utamaduni wa Afrika kama huru.

Hakika, ni jambo la ajabu kwa kile ambacho “Taarifa ya Dodoma” ya maaskofu wa Tanzania haishughulikii, ingawa ina wajibu mkuu katika majadiliano ya mapenzi ya jinsia moja katika jamii na makanisa kaskazini: mwelekeo wa haki, kutendewa kwa usawa na uhusishwaji. Pia hili linahitaji kuangaliwa kwa sababu ni makanisa ya kusini mwa dunia yanayopenda kuanzisha mwelekeo huu katika mahubiri ya kiumini. Kujihimiza ,kuwa imara na kushikamana katika mahusiano, ambavyo pia vinaweza kupatikana katika ndoa za jinsia moja, pia havishiriki katika jukumu. Lengo kuu ni kutetea ndoa ya jinsia tofauti pekee.

Husemekana mara kwa mara katika tamaduni za Afrika kwamba mshikamano wa jamii huchukua nafasi kuu katika muunganisho wa vizazi mbalimbali na hivyo mapenzi ya jinsia moja yanaonekana kuwa hisia ya mtu binafsi anayeepuka jukumu la kuhifadhi jamii kupitia uzao. Hilo ni sahihi kabisa. Hata hivyo, kuna sababu nyingine pia inayotumika hapa, ambayo ni sifa kubwa ya kushikilia ukale wa theolojia ambao wamisionari wa Ulaya walisambaza na kusimika katika Afrika karne ya 19. Walitetea mbinu za methodolojia, maudhui ya theolojia na kanuni za maadili mara kwa mara ambazo tayari zilikuwa tatizo Ulaya. Wamisionari walikusudia kubadilisha utamaduni wa Afrika kupitia “Ustaarabu wa Wakristo na Waulaya”. Hata hivyo, hili liliwakilisha udhanifu wa kabla ya Ulaya na upingaji wa Ulaya ya kisasa uliojitenga na maendeleo ya kisasa kama vile ujenzi wa viwanda, kukuza miji na upotezaji wa miungano ya tamaduni. Hili linamaanisha: theolojia ya wamisionari haikuwa tu ya kuamrisha kitamaduni. Badala yake, ilitamani kugeuza utamaduni wa Afrika kupitia Ukristo kwa njia ambayo ingeifanya taswira kinzani bora ya Ulaya ambayo ilikuwa imefifia. Hivyo maendeleo ya kisasa katika uelewa wa Biblia, fasili ya maandiko matakatifu ya ukosoaji wa kihistoria, ambao kwa muda mrefu, ulitoa nafasi ya mtazamo uliobadilika wa kauli za biblia kuhusu mapenzi ya jinsia moja, baadaye hayakuakisiwa katika taswira binafsi na tamaduni za ukalimani wa makanisa ya Afrika.

Hivyo, mabishano kuhusu uelewa wa mapenzi ya jinsia moja na utendeaji wa wapenzi wa jinsia moja hayahusu tu suala mahususi la maadili. Badala yale, yanagusia matatizo msingi ya theolojia. Hivyo, kurejesheana urafiki kati ya makanisa ya kaskazini na kusini hakuwezi kuanza kwa tatizo la maadili pekee.

Huku makanisa ya Afrika yakichunguza utambuzi wa mapenzi ya jinsia moja kama kanusho la neno la Mungu, Waulaya na Wamarekani wanasema kuwa makanisa ya Afrika yanashiriki katika ufasili wa biblia usio wa ukosoaji ambao hautendei haki mabadiliko halisi ya ufasili wa maandiko matakatiifu na hivyo mwishowe pia inakuwa si suala la maandiko ya kibiblia.

Kwa hivyo, LWF ilianzisha mchakato wa utafiti wa miaka mingi kuhusu uelewa na ufasili wa Biblia, ambao ulifikia hitimisho mwaka huu na waraka “Biblia katika Maisha ya Komunyo ya Lutheri”. Katika harakati hizo, ilikuwa dhahiri mambo ya nadharia ya vitendo na utamaduni ambayo huathiri uelewa wa maandiko matakatifu. Maana ya maandiko matakatifu hayapo tu, lakini hutambuliwa tena na tena katika michakato tata ya ufasili wa maandiko. Maarifa haya yanaweza kusaidia kushinda njia mbadala za uwongo za kutokosea kwa biblia au kutii kwa utumwa kwa roho wa nyakati, ufasili wa biblia au ufasiri wa ukosoaji wa historia.

Kwa dhamira ya muda mrefu, mbinu hii ya kujenga ujasiri inaweza kutengeneza njia kwa ajili ya mazungumzo mapya kuhusu mada yenye ubishani kuhusu mapenzi ya jinsia moja. Hata hivyo, kwa dhamira ya muda mfupi, hili linaonekana kuwezekana kwa ugumu sana. Pia hili linahusu ukweli kuwa makanisa ya Afrika, kupitia ulazimishaji wa kujadili mada ya mapenzi ya jinsia moja, mara nyingi huwa na mtazamo kuwa yanachukuliwa kwa mara nyingine kama yasiyoendelea sana na yanaweza kudhania vyema kwa uvumilivu, lakini si kwa uelewa. Kwa ongezeko la kujitambua baada ya ukoloni, makanisa ya Afrika yanakataa kufuata aina hii ya utawala wa kuwakandamiza watawaliwa. Hata hivyo, ukweli kuwa kuzungumza kuhusu jinsia kunasalia mwiko katika tamaduni nyingi zisizo za Ulaya pia kunachangia. Hii ilianza tu kubadilika – kwa sababu ya umuhimu – wakati ugonjwa wa UKIMWI ulipoanza kusambaa.

Kwa hivyo, hili linahitaji umakini kwenye muingiliano wa tamaduni mbalimbali, yaani, heshima. Isitoshe, makanisa yanayofungisha ndoa za wapenzi wa jinsia moja na kupadirisha makasisi wa jinsia moja waziwazi hayapaswi kutetea kwa kupitiliza kupita kiasi kuwakilisha msimamo wao. Badala yale, yanapaswa kulifanya hili bila kificho na kama matokeo ya maarifa ya theolojia. Hata hivyo, hakuna sehemu kabisa ya ishara za ukuu, ikizingatiwa kwamba makanisa ya Ulaya yalianza kukubali wapenzi wa jinsia moja miaka michache tu iliyopita.

Jinsi masuala yatakavyoendelea mbeleni yatategemea kwa kiwango kikubwa ikiwa makanisa husika yatafaulu kuvumilia na jinsi ilivyokuwa, kupunguza tofauti katika upeo wa juu wa kujumuisha hisia za jamii. Wale wanaochukulia – kama nichukuliavyo mimi – kuwa maamuzi ya makanisa ya Ulaya na Marekani yapo sawa na yanazingatia usahihi wa ki-theolojia tunamatumaini – baada ya kuanzisha upadrishaji wa wanawake – ujumuishaji wa wapenzi wa jinsia moja katika maisha ya kanisa kutaruhusu hali ambazo zinaangazia ulimwengu wa nje na kusaidia kupunguza kuondoa chukizo la “mada hii yenye hizaya na kuudhi.” Hata hivyo, itakuwa kukosa busara, kufikiria kuwa mzozano huu wa mambo yanayohusu theolojia, historia ya misionari, baada ya ukoloni na utamaduni unaweza kusuluhishwa haraka. Pale ambapo Ukristo unaelekea – si tu katika swali hili – ni wazi. Dhana ya Ulaya ilikoma zamani kuwa kitu kisichoweza kupuuzwa. Hivyo, maendeleo yasiyo na vikwazo yasitegemewe.

Martin Hasitschka SJ

Martin Hasitschka war Professor für Neues Testament an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Innsbruck. Nach seiner Emertierung ist er immer noch in der biblischen Fortbildung und in der Seelsorge aktiv.

Je, Agano Jipya linasema nini kuhusu mapenzi ya jinsia moja?

Katika barua za Paulo katika Agano Jipya, kuna aya tatu zinazohusu mapenzi ya jinsia moja. Waandishi wa barua hawakuwa na dhana ya mwelekeo wa mapenzi ya jinsia moja isiyobadilika ndani ya maana ya matokeo ya sosiolojia na baiolojia ya kisasa. Msamiati wa “mapenzi ya jinsia moja” unamaanisha dhana ya kisasa ya sifa ya mtu. Vifungu vitatu vinapatikana katika Barua ya Kwanza kwa Wakorintho, Barua kwa Warumi na Barua ya Kwanza kwa Timotheo. Ujumbe wao uliokusudiwa ni upi na humo ndani mna mambo gani muhimu kwa ajili ya nyakati za sasa?

1 Ko. 6:9-10 ina katalogi yenye sehemu kumi za maovu yanayoonyesha wale ambao ni "waovu" watakaokosa kurithi Ufalme wa Mungu. Hili pia linahusu sehemu ya ujinsia. Aya inataja “ovu (kingono)”, “wazinzi”, “makahaba wanaume” na “wanaume wanaofanya mapenzi na wanaume” (Kigiriki: arsenokoitēs). Katika maana ya kawaida, neno la Kigiriki lililotumiwa hapa linamaanisha: “anayelala kitandani / anayefanya mapenzi (koitē) na mwanamume (arsēn)”. Neno hili halibainishi umri wa mtu anayezungumziwa (mwanamume au mtoto) wala aina ya idhini (kwa hiari au kulazimishwa) kwa tendo la mapenzi ya jinsia moja. Ingawa tafsiri iliyopendekezwa na tafsiri wastani ya Katoliki kwa Kijerumani “Knabenschänder” (“unyanyasaji wa wavulana”), inawezekana, inapunguza maana ya neno hilo. Neno linakumbusha Mambo ya Walawi 18:22: “Nawe usilale na mwanamume kama vile unavyolala na mwanamke. Ni jambo lenye kuchukiza.” Kwa Wakristo ambao wamehalalishwa na Kristo (1 Ko 6:11), maovu yaliyotajwa katika 1 Ko 6:9-10 ni mambo ya kale.

Pamoja na kauli “mwenye tabia mbaya” na “wafanyabiashara ya utumwa”, kauli “wanaume wanaofanya mapenzi na wanaume” (arsenokoitēs) inapatikana tena katika katalogi ya maovu katika 1 Ti 1:9-10. Hili linahusu maelezo matatu ya unyanyasaji wa wanadamu wengine.

Warumi 1:26b-27, muhimu kati ya vifungu vitatu, inapatikana katika muktadha wa Warumi 1:18-32, aya ambayo Paulo anabainisha kwa hali isiyokuwa takatifu kabisa. Ingawa wanadamu wote wamepewa idhini ya kumtambua Mungu katika kazi za uumbaji wa Mungu, Mungu hatambuliwi na kutukuzwa kama Mungu (Warumi 1:19-21). Uhusiano uliovurugika kwa Mungu, ambao ni, "kubadilisha" ukweli wa Mungu kwa uwongo na kuabudu uumbaji badala ya Muumba (Warumi 1.25), matokeo yake ni kuvuruga mahusiano kati ya binadamu. War 1:18-32 inaharibu jitihada za kumuwakilisha Mungu katika vitendo vya ukombozi katika Yesu Kristo, kinachoanza katika War 3:21: Waumini katika Kristo wanajua kuwa wamekombolewa kutoka kwenye hali isiyo takatifu na kutangaza hili kupitia njia mpya ya maisha. Ikitafsiriwa kawaida, War 1:26b-27 inasema: “Kwa maana wanawake wao walibadili matumizi yao wenyewe ya “kawaida” (physikos) kuwa yale yaliyo kinyume cha “asili” (physis), na vivyo hivyo pia hata wanaume waliacha matumizi ya kawaida ya mwanamke na kuwakiana tamaa kali katika uchu wao kuelekeana wao wenyewe, wanaume kwa wanaume wakitenda mambo machafu.” Paulo hazungumzi kuhusu wanaume na wanawake, lakini badala yake anatumia neno jozi “mwanamume – mwanamke” (arsēn - thēleia). Kwa hakika ni makusudi, anatumia tena kitenzi “badilishana”. Chanzo cha mvurugiko katika uwanja wa ngono ni uelewa uliopotoshwa kuhusu Mungu "kubadilishana" ukweli takatifu wa Mungu kwa uwongo na uhusiano uliovurugika kwa uumbaji wa Mungu.

Wakati wa kutafsiri Warumi 1:26b_27, suala kuu ni kuhusu kuelewa kwa “kawaida” (physikos) na “asili” (physis). Tunapodhani kuwa Paulo –kwa athari ya falsafa ya Hellenistic na njia ya maisha na wakati huo huo kuzitofautisha – anatoa taarifa hizi kwa kurejelea agizo la uumbaji. Kauli za ujinsia ambazo ni “kinyume cha asili” ni zile ambazo zinajitenga na agizo la uumbaji. Hii imeelezwa katika Mwanzo 1:27-28 kama ifuatavyo: “Mungu akamuumba mtu kwa mfano wake, kwa mfano wa Mungu alimuumba: Mwanamume na mwanamke aliwaumba. Mungu akawabariki na akawaambia: Zaeni muwe wengi, mjaze dunia na kuitawala” Wazo la kurejelea agizo la uumbaji linaungwa mkono na jozi ya maneno “mwanamume – mwanamke”, ambayo ni kumbukumbu ya Mwa 1:27-28. Msisitizo uko kwenye wazo kwamba mwanamume na mwanamke pamoja wanawakilisha “mfano” wa Mungu, lakini hili si agizo la wawili ambao linalenga mahususi tu kwenye hitajia la uzalishaji wa watoto. Amri katika Mwa 1:27-28 inasalia pana sana na inaacha nafasi wazi kwa mfano, kwa ajabu ya ujinsi tofauti, yaani, kutofaa ufafanuzi wa kibayolojia wa jinsia mahususi. Kuhusu aina madhubuti ya mahusiano ya mapenzi ya jinsia moja kati ya wanawake na kati ya wanaume, Warumi 1:26b-27 inasalia bila kuwa mahususi na wazi pia.

Aya tatu zinaangazia uwepo wa vitendo mbalimbali vya mapenzi ya jinsia moja katika mazingira ya Ukritsto wa awali. Hazizungumzii hali ya wapenzi wa jinsia moja ya binadamu.

Biblia haitoi majibu ya moja kwa moja kwa maswali ya kisasa. Badala yake, inatuhimiza kuona matatizo ya sasa kupitia Injili na kupatanisha masuala ya mtindo wa maisha kwa imani katika Kristo. Hivyo baada ya uchanganuzi wa vifungu vitatu, pia ni muhimu kuchunguza anthropolojia ya Mkristo. Kwa mfano, ikiwa mwelekeo wa mapenzi ya wasagaji upo, kwa nini mapenzi ya wasagaji kati ya wale wenye mwelekeo zaidi yakinzane na Amri ya Sita? Mlokole wa Biblia anaifanya kuwa vigumu kujibu maswali kama hayo ya kichungaji. Ulokole husababisaha hali ambapo mtu ambaye anajiweka juu ya wengine katika njia ya uadilifu hupinga mpango wa Mungu wa uumbaji kama ilivyoshuhudiwa katika Biblia na kueleweka kwa maana pana.

Kwa kulinganisha, ufasiri unaoendelea wa warumi 1:26b-27 inaonyesha kuwa Paulo haadilishi, lakini badala yake anatumia mifano kutoka kwenye uwanja wake wa historia ya uzoefu wa tajiriba ili kuonyesha hali isiyo takatifu ambapo Yesu analeta uokovu. Hoja ya Paulo haihusu mapenzi ya jinsia moja, lakini Injili ya Kristo badala yake: Mungu, anayetazama kwa upendo na asiyekataa.

Hebu tugeukia kwa kifupi taarifa katika “Ukatekisti wa Kanisa Katoliki” (CCC):

Katika makala kuhusdu Amri ya Sita na mwisho wa sehemu ya “The Vocation to Chastity”, katika nambari 2357-2359, tunapata maoni kuhusu mada ya “chastity and homosexuality”.

Nambari 2357 zinasema: “[Mapenzi ya jinsia tofauti] yamekuwa na aina mbalimbali kupitia vizazi na katika tamaduni tofauti: Mwanzo wake wa kisaikolojia unasalia bila kuelezwa pakubwa.” Hata hivyo, baadaye inasisitizwa: “Kwa kurejelea Maandiko Matakatifu, ambayo yanawasilisha vitendo vya mapenzi ya jinsia moja vya upotovu mkubwa, utamaduni umekuwa ukitangaza kwamba ‘vitendo vya mapenzi ya jinsia moja vimevurugika kiasili’ (Congregation for the Doctrine of the Faith, tangazo ‘Persona humana’ 8).” Katika tanbihi kwa “Kwa kurejelea Maandiko Matakatifu, ambayo yanawasilisha vitendo vya mapenzi ya jinsia moja vya upotovu mkubwa,” aya zifuatazo za biblia zinanukuliwa kama thibitisho: Mwa 19:1-29; Ro 1:24-27; 1 Ko 6:10; 1 Ti 1:10.

Uzingatiaji wa kina wa aya tatu za Agano Jipya zilizonukuliwa unaonyesha kuwa hazitumiki kwenye mada ya mapenzi ya jinsia moja katika ulimwengu wa kisasa. Hadithi ya mitholojia ya Sodomo na Gomora (Mwa 19:1-29) hata haifai kidogo kama thibitisho la biblia kwa dai kuwa mapenzi ya jinsia moja ni “upotovu mkubwa”. Nambari 2357 inafunga kwa taarifa kuwa “Hakuna hali ambazo [vitendo vya mapenzi ya jinsia moja] vinaweza kuidhinishwa.”

Hata hivyo, nambari 2358, pia inaonyesha uelewa chanya sana kwa “mwelekeo" katika ulimwengu wa kisasa: “Idadi ya wanaume na wanawake walio na tabia za ndani sana za mapenzi ya jinsia moja haipuuziki. Mwelekeo huu, ambao umevurugika, unawafungulia wengi wao kesi. Lazima wakubaliwe kwa heshima, mapenzi na uelewa.” Kutafsiri neno la Kilatini “compassio” kwa “Mitleid” (“pity”), kama katika toleo la Kijerumani, pia kunaweza kuchangia kuwepo kwa maana za uwongo.

Isitoshe, nambari 2358 inasema: “Kila dalili ya ubaguzi usio wa haki kuwahusu unapaswa kuepukwa.” Wao pia wana “wito wa kutimiza mapenzi ya Mungu maishani mwao.” Hilo liko wazi kwa ufasiri mpana zaidi.

 

 

 

Does the New Testament have anything to say about homosexuality?

In the Pauline letters in the New Testament, there are three passages that refer to homosexuality. The authors of the letters had no concept of an irreversible homosexual predisposition or inclination within the meaning of modern sociological and biological findings. The very term “homosexuality” presupposes a modern concept of personality. The three texts are found in the First Letter to the Corinthians, the Letter to the Romans, and the First Letter to Timothy. What is their intended message and wherein lies their importance for today?

1 Cor 6:9-10 contains a ten-part catalog of vices illustrating who are the "unrighteous" who will not inherit the Kingdom of God. This also pertains to the area of sexuality. The passage mentions the “(sexually) immoral”, “adulterers”, “male prostitutes”, and “men who have intercourse with men” (Greek: arsenokoitēs). In the literal sense, the Greek term used here means: “one who is in bed / has sexual intercourse (koitē) with a male (arsēn)”. This term specifies neither the age of the person in question (man or child) nor the type of consent (free consent or coercion) to the implied homoerotic practice. While the translation proposed by the standard Catholic translation in German, “Knabenschaender” (“abusers of boys”), is possible, it narrows the connotation of the term. The term is reminiscent of Lev 18:22: “You shall not lie with a man as with a woman. It is an abomination.” For Christians, who have been justified by Christ (1 Cor 6:11), the vices named in 1 Cor 6:9-10 are things of the past.

Together with the expressions “the indecent” and “slave traders”, the expression “men who have intercourse with men” (arsenokoitēs) is found again in the catalog of vices in 1 Tim 1:9-10. This has to do with three descriptions for the abuse of other human beings.

Rom 1:26b-27, the most important of the three texts, stands in the context of Rom 1:18-32, a passage in which Paul points to a completely unholy situation. Although it has been granted to all human beings to perceive God in the works of God’s creation, God is not recognized and glorified as God (Rom 1:19-21). A disturbed relationship to God, namely, "exchanging" the truth of God for a lie and worshiping the creation instead of the Creator (Rom 1.25), results in disturbed relationships between human beings. Rom 1:18-32 forms the dark backdrop for the presentation of God’s redeeming act in Jesus Christ, which begins in Rom 3:21: Believers in Christ know that they have been liberated from the unholy situation and proclaim this through a new way of life. Translated literally, Rom 1:26b-27 reads: “Just as the females of them exchanged the natural (physikos) contact with one against nature (physis), so also the males abandoned the natural contact with the feminine and burned with their desire for one another, practicing shamelessness, male with male.” Paul does not speak of men and women, but instead uses the word pair “male – female” (arsēn - thēleia). Certainly not unintentionally, he once again uses the verb “exchange”. The root cause of disturbance in the sexual realm is a distorted understanding of God, "exchanging" divine truth for a lie, and a disturbed relationship with God’s creation.

When interpreting Rom 1:26b-27, the main issue concerns the understanding of “natural” (physikos) and “nature” (physis). We can safely assume that Paul –under the influence of Hellenistic philosophy and the Hellenistic way of life and at the same time distinct from them – is making these expressions in reference to the order of creation. Expressions of sexuality that are “contrary to nature” are ones that detach themselves from the order of creation. This is expressed in Gen 1:27-28 as follows: “God created human beings in His own image, in the image of God He created them. Male and female he created them. God blessed them and God said to them: Be fruitful and multiply, fill the earth and subdue it ….” The idea of a reference to the order of creation is particularly supported by the pair of terms “male – female”, which is reminiscent of Gen 1:27-28. The emphasis is on the idea that man and woman together constitute the “image” of God, but this is not a bipolar order that can necessarily be reduced to the production of children. The commission in Gen 1:27-28 remains very broad and clearly leaves room, for example, for the phenomenon of intersexuality, in other words, not fitting the biological definition of a specific gender. With regard to the concrete form of the homoerotic relationships both between women and between men, Rom 1:26b-27 remains similarly unspecific and open.

The three passages document the existence of various homoerotic practices in the environment of early Christianity. They do not speak of the homosexual status of human beings.

The Bible does not provide direct answers to modern questions. Instead, it encourages us to view current problems in the light of the Gospel and reconcile lifestyle issues with faith in Christ. Thus after the analysis of the three texts, it is also necessary to inquire into Christian anthropology. If, for example, the predisposition to lesbian love exists, why should lesbian love between those who are so predisposed contradict the Sixth Commandment? A fundamentalist reading of the Bible makes it impossible to answer such practical pastoral questions. Fundamentalism leads to a situation in which a person who sets him- or herself above others in a moralizing manner opposes God’s plan of creation as testified to in the Bible and understood in a broad sense.

By contrast, the foregoing interpretation of Rom 1:26b-27 shows that Paul does not moralize, but instead uses examples from his historical field of experience to illustrate the unholy situation in which Jesus creates salvation. Paul’s argument does not revolve around homosexuality, but the Gospel of Christ instead: God, who watches with love and does not reject.

Andreas R. Batlogg SJ

[aus: Stimmen der Zeit 09/2017, mit freundlicher Erlaubnis des Herder-Verlags]

„Ich danke Ihnen für einige Worte und Gesten, die Sie als Pontifex in Bezug auf Homosexuelle gesagt oder gemacht haben. Doch Ihre Worte werden nur dann wirkliche Bedeutung haben, wenn Sie all die kränkenden und brutalen Erklärungen aus der Welt schaffen, die das Sant’Uffizio in Bezug auf Letztere von sich gegeben hat, und wenn Sie nicht die obszöne Anweisung für ungültig erklären, mit der Benedikt XVI. die Zulassung von Homosexuellen zum Priesteramt untersagt hat. Bis dahin müsste der Klerus, dem eine riesige Schar Homosexueller angehört, die aber gleichzeitig rasend homophob sind, sich an diese herzlose Anweisung halten: Alle schwulen Kardinäle, Bischöfe und Priester müssten den Mut haben, dieser unmenschlich gefühllosen, ungerechten und gewalttätigen Kirche den Rücken zu kehren.“

So kann nur ein tiefverletzter, gekränkter Mensch schreiben: anklagend, polemisch, unfair, ungerecht und ungehörig. Inhaltlich mag manches nachempfindbar sein, ist aber auch inkorrekt, etwa was die Linie von Papst Benedikt XVI. betrifft. Die Zeilen stehen in dem Brief, den der polnische Priester Krysztof Charamsa, ein hochrangiger Mitarbeiter der Glaubenskongregation, am 3. Oktober 2015 dem Papst geschrieben hat, als er sich auf einer Pressekonferenz als Homosexueller outete. Der Zeitpunkt war bewusst gewählt: ein Tag vor Beginn der Familiensynode im Vatikan. Charamsa wurde umgehend von seinem Posten abberufen, verlor seine beiden Dozenturen und wurde als Priester suspendiert. Ob Franziskus den Brief, der in Charamsas Buch „Der erste Stein“ (Untertitel „Als homosexueller Priester gegen die Heuchelei der katholischen Kirche“: München 2017) abgedruckt wurde, je zu Gesicht bekommen und wenn ja, ob er darauf reagiert hat, ist nicht bekannt. Auf einen Papst Druck ausüben geht nicht, mag man einwenden. Charamsa, der ehemalige „Möchtegern-Großinquisitor“, sah keine andere Möglichkeit – anders als David Berger ist er jedoch Priester, ein doppelter „Tabubruch“ also.

Ob es stimmt, dass der Anteil von Homosexuellen unter Priestern weit über dem Durchschnitt bei der Gesamtbevölkerung liegt, bei der man von fünf bis zehn Prozent ausgeht, lässt sich zwar nicht statistisch belegen. Aber dass es Homosexuelle, die in homophoben Gesellschaften nach wie vor stigmatisiert werden und in manchen Ländern sogar mit der Todesstrafe rechnen müssen, in der katholischen Kirche schwer haben, dass angehende Priester, wenn sie zu ihrer homosexuellen Orientierung stehen, damit rechnen müssen, nicht zur Weihe zugelassen zu werden – ist gängige (wenn auch nicht durchgängige) Praxis. Dabei geht es in der priesterlichen Seelsorge doch vor allem um Empathie, Sprachfähigkeit, Unterstützung und Dasein für Andere – spielt es da eine Rolle, ob ein Priester hetero- oder homosexuell bzw. homosensuell ist?

Außerdem tut man so, als handele es sich nur um junge, attraktive Männer, als hätten bereits geweihte Priester keine Sexualität, ganz zu schweigen von hochrangigen Klerikern. Wenn ein Priester Probleme mit dem Zölibat hat, gilt das als „normal“, wenn es dabei um eine Frau geht. Bei einem Mann hingegen schrillen die Alarmglocken. Die Verlogenheit, das Verdächtigen, das Bespitzeln und Denunzieren, die (vom Vatikan und vielen Priesterausbildnern) scharf beobachtete gay-Kultur, die zu Seilschaften führen kann und junge Männer auf der Suche nach ihrer sexuellen Identität in Darkrooms, Saunen oder ins Internet verbannt, führt zu menschlichen Dramen, oft auch zu Suizid(-fantasien). Klischees, Vorurteile, Stereotype, biologistische Fehlschlüsse und ein überholtes Naturrechtsverständnis fördern Diskriminierung, bis hin zu dem strafrechtlich relevanten Tatbestand der üblen Nachrede, Homosexualität sei identisch mit Pädophilie. Schwulenhass, erst recht in der katholischen Kirche, hat oft mit Problemen mit sich selbst zu tun, die auf andere projiziert werden. Ideologisch aufgeladene Ressentiments verletzen und führen nicht weiter.

In Italien, so Charamsa, finde das Schwulenleben oft „nicht auf der Straße […] statt, sondern in den päpstlichen Salons“. Solche Aussagen treffen ins Mark einer Institution. Sie reagiert, systemkonform, mit Abwehr und Ausschluss, mit Verbalattacken, wie der afrikanische Kardinal Robert Sarah auf der Familiensynode 2015 mit seinem unsäglichen Nazi-Vergleich. Da lassen Äußerungen von Papst Franziskus – schon im ausführlichen Interview mit Antonio Spadaro SJ oder auf dem Rückflug vom Weltjugendtag in Rio – hoffen. Aber wie sich sein Hinweis, auf den Menschen zu schauen und nicht auf eine „Veranlagung“ oder ein „Problem“, einschreibt in die Organisationsstruktur der Kirche, in Mentalitäten, in Grundhaltungen – das bleibt die Frage. Das Reduzieren auf Genitalität widerspricht der Menschenwürde, eine „Don’t ask, don’t tell“-Politik behindert affektive Reife. Schwule (Priester) wollen Anerkennung, nicht Mitleid. Die sexuelle Orientierung eines Priesters ist letztlich nicht der Punkt. Es geht, wie bei jedem Menschen, um verantwortlich gelebte Sexualität. Wie dieser bei homosexuellen Priestern Raum geben zur (vielleicht noch zu findenden) lebensfähigen Entfaltung? Darüber sollte nachgedacht werden.

Welchen Begriff auch immer man favorisiert – Homosexualität oder, wie neuere, sprachsensiblere Termini sagen, Homosensualität oder Homoaffektivität: Wollen wir uns nicht von großen Teilen des Klerus verabschieden, sollten wir die damit verbundenen Fähigkeiten auch schätzen lernen. Will die katholische Kirche wirklich und wirksam „Expertin alles Menschlichen“ sein, muss sie sich radikal ändern! „Die Kirche ist zweihundert Jahre lang stehen geblieben. Warum bewegt sie sich nicht? Haben wir Angst? Angst statt Mut?“: Das hielt ihr Kardinal Carlo Maria Martini SJ († 2012) in seinem letzten Text vor. Zuletzt warb auch der prominente, als „Homo-Lobbyist“ denunzierte US-amerikanische Jesuit James Martin in seinem von den Kardinälen Kevin Farrell und Joseph W. Tobin CSsR (ehemaliger Sekretär der vatikanischen Ordenskongregation) empfohlenen Buch „Building A Bridge“ (2017) um mehr „Respekt, Compassion und Sensibilität“. Andreas R. Batlogg SJ

[from: Stimmen der Zeit StdZt (09/2017), translated with kind permission of Herder-Verlag]

“I thank you for some of your words and gestures as pontiff with regard to homosexuals. Your words, however, will have no real meaning until you eradicate all the insulting and brutal declarations made about homosexuals by the Sant'Uffizio and rescind the obscene instruction with which Benedict XVI prohibited admission of homosexuals to the priesthood. In the meantime, the clergy, which is full of homosexuals but at the same time furiously homophobic, should abide by this heartless instruction: all gay cardinals, bishops, and priests should have the courage to turn their backs on this inhumanly callous, unjust and violent church.”

Only a deeply wounded, offended person can write words like these: reproachful, polemic, unfair, unjust, and impertinent words. Some of the content may be understandable, but it is also incorrect, for example with regard to the stance of Pope Benedict XVI. These lines are contained in an October 3, 2015 letter written to the pope by Polish priest Krzysztof Charamsa, a high-ranking employee of the Congregation for the Doctrine of the Faith, when he came out as a homosexual in a press conference. The announcement was deliberately timed, coming as it did on the eve of the Synod on the Family in the Vatican. Charamsa was immediately dismissed from his post, lost both of his teaching positions, and was suspended from the priesthood. It is unknown whether Francis has ever seen the letter, which was reprinted in Charamsa’s book “The First Stone” (subtitle “Me, a gay priest, and my rebellion against the hypocrisy of the Catholic church”: Munich, 2017) and, if so, whether he has responded to it. One could object that you can’t just go around exerting pressure on a pope. Charamsa, the former "would-be Grand Inquisitor", saw no alternative. Unlike David Berger, however, he is a priest, making this a double "breaching of a taboo".

There is no statistical evidence to confirm the assertion that homosexuality is far more widespread among priests than it is in the general population, five to ten percent of whom are presumed to be homosexual. In common (even if not universal) practice, however, homosexuals, who are still stigmatized in homophobic societies and in some countries must even reckon with the death penalty, do have a hard time of it in the Catholic church, and men aspiring to the priesthood who stand by their homosexual orientation must reckon on being banned from ordination. Yet pastoral care is primarily a matter of empathy, communicative ability, support, and being there for others. Does it really matter whether a priest is hetero- or homosexual / homosensual?

Moreover, people act as if this only concerns handsome young men, as if priests who have already been ordained are devoid of sexuality, let alone high-ranking clerics. It is considered “normal” for a priest to struggle with celibacy if the object of his affection is a woman. If it is a man, however, alarm bells ring.

Hypocrisy, suspicion, spying, and denunciation, the gay culture that is keenly monitored (by the Vatican and many persons involved in the training of priests), which can lead to cliquishness and banish young men in search of their sexual identity to darkrooms, saunas or the Internet, leads to human dramas, often even to suicide (or suicidal ideation). Clichés, prejudices, stereotypes, biologistic fallacies, and an outdated understanding of natural law promote discrimination, even to the point of the criminal defamation that equates homosexuality with pedophilia. Hatred of gays, especially in the Catholic Church, often involves people with personal issues who project their problems onto others. Ideologically charged resentments are harmful and do not lead anywhere.

In Italy, according to Charamsa, gay life frequently takes place “not on the street […] but in the papal parlors instead.” Such statements strike the very core of an institution. The institution responds, in conformity with the system, with hostility and exclusion, with verbal attacks, as did African Cardinal Robert Sarah at the 2015 Synod on the Family with his unspeakable Nazi comparison. Pope Francis’ statements – already during the in-depth interview with Antonio Spadaro SJ or aboard the return flight from the World Youth Day in Rio – are grounds for hope. The question remains, however, whether his advice to regard the person and not a "disposition" or a "problem" will penetrate the organizational structure of the church, mentalities, and fundamental attitudes. Reducing people to their genitalia is contrary to human dignity; a "don't ask, don't tell" policy hampers emotional maturity. Gays (and gay priests) want respect, not pity. Ultimately, a priest’s sexual orientation is beside the point. As with any person, it is a matter of responsibly lived sexuality. When it comes to homosexual priests, how can space be made for this responsibly lived sexuality so that it can develop in a viable (perhaps yet to be found) manner? This is something on which we should reflect.

No matter what term you prefer – homosexuality or newer, more linguistically sensitive terms such as homosensuality or homoaffectivity: unless we are prepared to bid farewell to large swathes of the clergy, we should also come to appreciate the abilities linked with it. If the Catholic Church truly and effectively wants to be “an expert in all things human“, it must change radically! “The church has stood still for two hundred years. Why doesn’t it move? Are we afraid? Fear instead of courage?“: This was the charge leveled against the church by Cardinal Carlo Maria Martini SJ († 2012) in his final text. Most recently, in his book “Building A Bridge” (2017), which was recommended by Cardinal Kevin Farrell and Cardinal Joseph W. Tobin CSSR (former Archbishop Secretary of the Congregation for Institutes of Consecrated Life and Societies of Apostolic Life), prominent US Jesuit James Martin, who has been denounced as a “homo lobbyist”, also called for more “respect, compassion, and sensitivity”. Andreas R. Batlogg SJ

[Stimmen der Zeit StdZt (09/2017), ilitafsiriwa kwa idhini ya kibali Herder-Verlag]

„Ninawashukuru, nikiwa kama Papa, kwa baadhi ya maneno na ishara kuhusu mapenzi ya jinsia moja. Maneno yenu hayatakuwa na maana mpaka pale mtakapoondosha matamko ya kikatili na yenye kutukana watu wenye mapenzi ya jinsia moja yaliyotamkwa na ofisi takatifu (i.e Usharika wa Mafundisho ya Imani) na ifute mafundisho mabaya ambayo Benedict XVI alikataza kukubaliwa kuingizwa kwa ushoga kwa ukuhani. Wakati huo huo, wachungaji, waliojazwa na watu wa mapenzi ya jinsia moja lakini wakikemea vikali na kwa ukatili suala la mapenzi ya jinsia moja, watafuata maamrisho yasiyokuwa na moyo: makardinali wote walio mashoga, maaskofu, na makuhani wanapaswa kuwa na ujasiri wa kugeuza migongo yao kwa kanisa la kinyonge lisilo la kibinadamu, lisilofuata haki na la kikatili.“

Ni pekee mtu aliyejeruhiwa sana, mtu mwenye hasira anaweza kuandika maneno kama haya: aibu, fedheha, yasiyo na usawa, yasiyo na haki, na maneno yasiyofaa. Baadhi ya maudhui yanaweza kueleweka, lakini pia sio sahihi, kwa mfano kuhusu hali ya Papa Benedict XVI.Mistari hii inapatikana kwenye barua ya Oktoba 3, 2015 kwenda kwa Papa iliyoandikwa na kuhani wa Kipolishi Krzysztof Charamsa, mfanyakazi wa cheo cha juu cha Kutaniko la Mafundisho ya Imani, wakati alipojitokeza na kudhihirishia umati ya kwamba yeye ni shoga katika mkutano na waandishi wa habari. Tangazo hilo lilipangwa kwa makusudi, lilikuja kama ilivyofanyika usiku wa Sinodi kwenye Familia huko Vatican Charamsa aliondolewa mara moja kutoka kwenye nafasi yake, alipoteza nyadhifa zake zote za kufundisha, na alisimamishwa kutoka kwa ukuhani. Haijulikani kama Francis amewahi kuona barua, iliyochapishwa katika kitabu cha Charamsa „Jiwe la Kwanza“ (kichwa cha chini kikieleza „Mimi, kuhani shoga, na uasi wangu dhidi ya unafiki wa kanisa Katoliki“: Munich, 2017) na, ikiwa hivyo, kama aliwahi kumjibu hoja hii ama la. Mtu anaweza kukataa kwamba huwezi kuzunguka zunguka ukimletea shinikizo Papa katika suala hili. Charamsa, "ambaye angekuwa Mkuu wa Uchunguzi/kuhoji" wa zamani, hakuona njia mbadala. Tofauti na David Berger, hata hivyo, yeye ni kuhani, na kufanya hivyo kuna ‘’vunja miiko" mara mbili.

Hakuna uthibitisho wa takwimu kuthibitisha madai kwamba ushoga unaenea zaidi kati ya makuhani kuliko ilivyo kwa idadi ya watu wengine wote, asilimia tano hadi kumi kati yao wanadhaniwa kuwa mashoga. Kwa kawaida, hata hivyo, mashoga, ambao bado wananyanyaswa katika jamii zenye kuwanyanyapaa wapenzi wa jinsia moja na katika nchi zingine wanapaswa hata kutarajia kulipia kwa adhabu ya kifo, wana wakati huo mgumu katika kanisa Katoliki, na wanaume wanaotamani ukuhani ambao wanasimamia kwa msimamo wao wa ushoga lazima uhesabie kuwa utapigwa marufuku na huwezi kuteuliwa. Hata hivyo huduma ya uchungaji kimsingi ni jambo la huruma, uwezo wa kufanya mawasiliano, kutoa msaada, na kuwepo pale wengine wanapokuhitaji. Sasa je, ni kweli inajalisha kama kuhani ni wa mapenzi ya jinsia moja ama ya jinsia tofauti ili aweze kutumikia katika huduma?

Zaidi ya hayo, watu hujifanya kana kama hii inawahusisha vijana wazuri tu, kama makuhani ambao tayari wamewekwa rasmi wana kinga ya ujinsia, ukiachilia mbali wachungaji wenye vyeo vya juu. Inachukuliwa kuwa "kawaida" kwa kuhani wa kupambana na useja ikiwa kitu cha upendo wake ni mwanamke. Na ikiwa ni mwanaume, hapo kengele za mstusho zinapiga.

Ulaghai, mashaka, upelelezi, na hukumu, utamaduni wa mashoga unaofuatiliwa kwa nia sana (na Vatican na watu wengi wanaohusika katika mafunzo ya makuhani), ambayo inaweza kusababisha uharibifu, uvunjaji na kupiga marufuku vijana katika kutafuta utambulisho wao wa kijinsia kwa kuwapeleka kwenye vyumba vya giza, mabafu ya mvuke au mitandaoni, inayoweza kuelekezea kwenye kasheshe, hitilafu katika michezo ya binadamu, mara nyingi hata kufikia kujiua (au kupata mawazo ya kujiua). Dhana, chuki, maadili, makosa ya kibaiolojia, na uelewa uliopitwa na muda wa sheria ya asili huendeleza ubaguzi, hata kufikia uhalifu wa uchafuzi ambao unalinganishwa ushoga na wanaovutiwa kingono na watoto . Chuki kwa mashoga, hasa katika Kanisa Katoliki, mara nyingi huhusisha watu wenye shida za kibinafsi ambao huelekeza matatizo yao kwa wengine. Hasira za kushtakiwa kwa kimantiki ni hatari na haziongozi popote.

Nchini Italia, kwa maelezo ya Charamsa, maisha ya mashoga mara nyingi hufanyika „sio mitaani tu [...] bali katika washauri wa papa.“ Maneno ya kauli hii inashambulia kiini cha msingi wa taasisi. Taasisi hujibu, kwa kuzingatia ufananizi wa mfumo, kwa ukatili na kutengwa, kwa mashambulizi ya maneno, kama vile Kardinali wa Afrika Robert Sarah katika Sinodi ya 2015 ya Familia na kulinganishwa kwake kwa ajabu na kundi la Nazi. Maneno ya Papa Francis - tayari wakati wa mahojiano ya kina na Antonio Spadaro SJ au ndani ya ndege ya kurudi kutoka Siku ya Vijana wa Dunia huko Rio - ni sababu za matumaini. Swali linabakia, hata hivyo, kama ushauri wake kumtazama mtu na si "tabia" au "tatizo" litaingia katika muundo wa shirika la kanisa, mawazo, na mitazamo ya msingi. Kuwashusha watu kwenye jinsia zao ni kinyume na heshima ya kibinadamu; "usiulize, usiambie" sera inakataza ukomavu wa kihisia. Mashoga (na makuhani mashoga) wanataka heshima, sio huruma. Hatimaye, mwenendo wa kijinsia wa kuhani kuhusu hisia zake za ngono sio suala la mantiki. Kama na mtu yeyote, ni suala la kujamiiana kwa ustadi. Linapokuja suala la makuhani mashoga, Nafasi inawezaje kufanywa ili maisha ya ngono ya ufasihi ili liweze kufanyika katika njia sahihi (ambayo labda bado haijapatikana) Hii ni kitu ambacho tunapaswa kutafakari.

Haijalishi ni neno gani unalopendelea - ushoga au majina mapya zaidi, maneno mazuri zaidi ya lugha kama vile nadharia ya jinsia moja au hisia za upendo wa jinsia moja: isipokuwa tuwe tayari kuagana na kundi kubwa la makanisa, tunapaswa pia kufahamu uwezo unaohusishwa na hilo. Ikiwa Kanisa Katoliki linatamani kuwa "mtaalam wa mambo yote ya binadamu" kwa kweli na kwa ufanisi, ni lazima ibadilike kabisa! "Kanisa limebakia bila ya mabadiliko kwa miaka mia mbili. Ni kwa nini halisogei? Je! Tunaogopa? Hofu badala ya ujasiri? "Hii ndiyo malipo yaliyowekwa dhidi ya kanisa na Kardinali Carlo Maria Martini SJ († 2012) katika maandiko yake ya mwisho. Hivi karibuni, katika kitabu chake "Kujenga Daraja" (2017), ambayo ilipendekezwa na Kardinali Kevin Farrell na Kardinali Joseph W. Tobin CSSR (aliyekuwa Katibu Mkuu Askofu wa Kanisa kwa Taasisi ya Maisha ya Kanisa na Jamii ya Maisha ya Mitume), Marekani maarufu Msomiji James Martin, ambaye ametajwa kuwa "mshawishi wa masuala ya mapenzi ya jinsia moja", pia ameitisha zaidi “heshima, huruma, na uelewa".

 Andreas R. Batlogg SJ

Konrad Hilpert

[aus: Stimmen der Zeit 09/2017, mit freundlicher Erlaubnis des Herder-Verlags]

 

[from: "Stimmen der Zeit" StdZt (09/2017), translated with kind permission of Herder-Verlag]

After the surprising developments of late June and early July 2017, it is certain that controversial, so-called “marriage for all” is also coming in Germany, at least in law. While this could be subject to a complaint for abstract judicial review before the Federal Constitutional Court, it is uncertain whether such a review will be carried out and what its outcome would be.

Germany is no exception in this regard; other countries such as Sweden, France, and Spain have long since led the way. Moreover, the “semantic recoding of marriage”1 now brought about by a small addition to the German Civil Code (BGB), in what nearly felt like a surprise coup, did not fall from the sky here either: Already in 2015, the Irish majority vote in favor of same-sex marriage and the United States Supreme Court ruling granting homosexual couples throughout that country the right to marry kindled and downright fanned the flames of public debate about opening marriage to same-sex partnerships in Germany.

Charged debates

In the debate that has developed since then, one could get the impression that a general consensus and almost an obviousness exists in this country as well with regard to the opening of marriage and granting homosexual couples the same legal status as heterosexual couples, as if everyone had just been waiting for the final obstacles on the path to this matter of course to be swept aside. Those who had their doubts about marriage equality, however, were immediately suspected of nursing deep-seated resentments² or publicly advised to take care that they didn’t soon wind up out on a limb with their opinion.

Up until the vote that has now been held, attempts to stem the pressure of this obviousness by noting that no provisions had been made for the topic in the coalition agreement for the current legislative period sounded like awkward attempts to avoid a debate about substantive arguments. Of course, such substantive arguments were also scarcely advanced by advocates in politics and the media – unless one holds that the characterization of same-sex marriage as "modern" and the denigration of the contrary stance as "anachronistic" or the sweeping statement that “the times have simply changed” constitute substantive arguments.

Surveys not only confirmed widespread support for the opening of marriage to same-sex partnerships, but also revealed a fundamental change in the perception and evaluation of homosexual relationships within the space of less than one year.³ To a large extent, this change is the result of the expansion of our medical and psychobiological knowledge about the spectrum and origination of sexual orientations. This expansion of knowledge eliminated the basis for the disqualification of homosexuality as "unnatural" and "pathological", an opinion that was espoused until recent times not only in ecclesiastical and religious circles, but also in medicine (the World Health Organization listed homosexuality as a disorder until 1991!), psychology, and education.

On the other hand, however, the reassessment of homosexual orientation is also the result of the global movement to end discrimination against minorities, which has emerged from the theory and practice of human rights. Homosexuals are one such minority who, because their sexual orientation deviates from that of the majority, were repeatedly forced to put up with disadvantage and contempt in social life and still are in many of the world’s countries even today. In Germany, this movement to end discrimination began with the decriminalization of homosexuality in 1969 and has continued in several steps since then.

Looking back at this trend over the past few decades, one might also come away with a second impression, namely, that very different lines of thought are coalescing or being mixed with one another in this current debate. In terms of both the matter and the chronology of its emergence, there are multiple, independent discussions taking place here; first, a discussion about self-determination; second, a discussion about what constitutes a union of love and life partnership; third, a discussion about the need for protection; fourth, a biopolitical discussion; and fifth, a discussion about institutionalization.

The right to live a self-determined life

Since its inception, the debate about homosexuality has revolved around the right to live a self-determined life. Homosexuals are not members of a class of different human beings, but instead are persons like everybody else. They have – as we know today – an involuntary, inevitable sexual orientation that differs from that of the majority. That difference, however, does not justify denying them the right or limiting their right to live according to their orientation or suspecting them per se of being unreliable or even susceptible to blackmail. The purpose of decriminalization was to establish this equal societal right to respect and equal treatment of citizens with such an orientation with all others under the existing rules of law. The fact that equal rights for homosexuals are no longer questioned is one of the achievements and generally accepted values that hold our country together, as stated by former Federal President Joachim Gauck in his speech in Frankfurt am Main on the 25th anniversary of German unity (2015). 4

Unions of love and life partnerships

Today, it is undisputed that mutual affection is a decisive prerequisite and indispensable basis of love relationships that include intimacy between persons. The coming about of a life partnership is an act of free and mutual choice. This was not always the case, and is only the result of a long process of transformation of marriage since the end of the 18th century. 5

In addition to mutual feelings, another important element of such love relationships is the readiness and expectation of the partners to give and receive partner-like support not only in the moments and phases of happiness, but also in crises and times of increased strain, for example, as a result of sickness, parenting stress or adversity due to natural disasters, war, and the like. This is not only a matter of the preservation of friendship and trust, but instead also a caringness and joint bearing of burdens that extends into the physical realm. After all, part of the specific character of a life partnership founded on affection is also that at some point, through an informal and later also formal act of commitment, the partners base their relationship on a shared future and undertake to make themselves and the relationship independent from changes in merely momentary emotional states, interests and sensitivities.

The notion that same-sex constellations must necessarily lack these three essential elements of a union of love and life partnership – affection, care for one other, and reliability also in the future – is contrary not only to the testimony of many persons who live as homosexuals, but also the observations of many others. In light of this fact, it is good that same-sex life partnerships, which are founded on affection and in which the partners want to accept responsibility for one another and for the future, can be practiced and are now widely tolerated by society.

According to the German Constitution (Art. 6, par. 1), the partners in a formally concluded marriage are “under the special protection of the state“. According to a widely shared view, the direction of this protection is threefold: Namely, first, it is imperative to avert interference by third parties and the state, further to enable and strengthen the life partnership through support and, finally, the generativity, i.e., the potential of the spouses to produce and rear children from their union. The reason why the life partnership of marriage is accorded special protection is not only the attachment of the partners, but also and above all their fundamental possibility to become a family with common children – and this even before children are born or a pregnancy has occurred, and even if, in retrospect, this should turn out to have been impossible from the start. Because and inasmuch as the partners can become parents through procreation, birth, care, and child rearing, they are the objective prerequisite for the society’s ability to even continue existing and not die out. In the liberal state, marriage is the only institution that is structurally designated for the continuity of human life and thus simultaneously society and even humanity. This is the content of the vivid figure of speech, reaching back to antiquity, which describes marriage as the vital cell of society and the deeper reason for the fact that “marriage and family” are frequently – as in Article 6 – mentioned together.

It is possible without further ado to also lay claim to two of these objects of protection, namely averting interference by third parties and promoting the acceptance of responsibility in the internal relationship, for same-sex partnerships. In this respect, it is logical that legislators and high court rulings have produced a far-reaching harmonization of the specific rights of conjugal partnerships and hitherto registered civil partnerships.

The situation is different when it comes to the third object of protection, generativity. For same-sex partners are unable to produce a common child not only in particular cases, but in principle. Even for them, it remains a valid fact that only a man and a woman in mutual cooperation – sexually or with assistance – are able to create a child. Conversely, it is also true that every human being, without exception, is the child of a specific mother and a specific father. Even for persons who have grown up with non-biological parents, this origin is manifestly of lifelong importance for their personal identity, and knowledge of their parentage has long since been acknowledged as a right. The unity of parturition and parenting that is usually regarded as “natural” can be separated6, but apparently not so radically that parentage and "blood ties" would no longer play any role whatsoever.

Biopolitical implications

In the debates, one argument frequently advanced against the view that generativity constitutes a decisive difference between heterosexual and homosexual life partnerships is that today same-sex couples can become parents through other means, namely socially through joint adoption or substitutionally with the assistance of reproductive medicine. If taken to its logical conclusion, this objection definitely intends to say that the natural difference between men and women should no longer play a constitutive role for the concept and institution of marriage.

However, this line of argument leads one into the midst of a biopolitical problem area that does not resolve itself quite as unambiguously as is frequently suggested. While today the methods of reproductive medical assistance are considered to be a medical standard, there are difficulties in applying them to persons of the same gender, in so far as this necessitates the inclusion of a third party of a different gender who is not a life partner.

Specifically, with the woman – woman constellation, this means resorting to a male sperm donor and, with the man – man constellation, resorting to a surrogate mother who must make herself available substitutionally for conception, pregnancy, and the birth of the desired child. In most countries – including Germany – sperm donations and sperm banks are not forbidden, but – as shown by recent discussion and case law – they can neither eliminate the need for clarification of the parentage of the child produced nor definitively quash a later claim by the mother for acknowledgement of paternity obligations. Surrogate motherhood is prohibited in many countries because it can lead to profound parenthood conflicts and is realized mostly only at the expense of dependency and exploitation of economic hardship.

For an adoption, however, according to an internationally shared conviction today, the decisive factor cannot be the desire of adults to become parents in this manner, but rather the welfare of the child to be adopted. In this respect, for a same-sex parental constellation, too, an adoption decision must depend on whether such a constellation can be conducive to the welfare of the child. This is an empirical question, which is answered in the affirmative today by a series of research studies. 7 However, the state of research in this regard is rather sparse.

All in all, the reservations against permitting same-sex partners to make use of reproductive medical procedures weigh heavier than the reservations against permitting them to fully adopt do, because for adoption, as the law stands, provision is made in each case for an official, individual review that encompasses both the welfare of the child concerned and the suitability of the adoption applicants.

Marriage law – indispensable?

Regardless of and parallel to the debate about the opening of marriage to same-sex partners, for decades, another very different debate has been taking place regarding the question of whether and, if so, why life partnerships should be accorded privileged, even constitutionally fixed status in law and politics at all. Not that the mutual obligations in a life partnership should generally do without protection by the law. This protection, however, could also occur, as it always has, through private contracts between the partners in addition to or sometimes, say in non-conjugal life partnerships, instead of the rules of marriage law. Do same-sex life partnerships really require this strong protection by generally binding rules and through the constitutional status of an institution, as was hitherto held necessary for marriage in view of the possibility that a marriage can become a family?

After all, other symbiotic communities exist, which do not play any role whatsoever in the current debate, although the participants in them also live together, are affectionate toward one another, care for one another, and bear responsibility, for example, common households of widowed siblings, multigenerational households of grandparents and grandchildren or of aunts and nephews, residential communities for the inclusion of persons with disabilities, ecclesiastical communities, and so on. This doesn’t even begin to mention the many single persons and their loneliness and vulnerability.

There are only three circumstances because of which privileged treatment of communities of life and love can be justified convincingly, namely:

1) due to the close relationship that is required by the family and cannot be foreseen in all details, let alone regulated according to an anticipatory plan;
2) due to the existential, psychological, and social consequences that are connected with pregnancy, birth, and infant care and are irreversible for an entire lifetime;
and 3) due to the necessity of a social example for the social place where children are wanted and born and bring an entitlement to be cared for with them.

Finally, there is yet another, sixth discussion that has not been held publicly at all up until now: the transcultural discussion. Anyone who, for example, has ever discussed the issue of homosexuality with African intellectuals over the course of many years knows how much lack of understanding and massive rejection our views on that meet with from them.8 Enlightenment cannot be decreed. That does not entitle anyone anywhere in the world to endorse the persecution of homosexually oriented people. On the other hand, one should also refrain from needlessly provoking people and groups so that they seek refuge in zealous reflexes and unholy patterns of prejudice instead of learning tolerance.

Scenarios of further development

Of course, there is no overlooking the fact that, in its rulings over the past fifteen years, the German Federal Constitutional Court has clearly sought to minimize the differences between same-sex partnerships and marriages (but has simultaneously abided by the linguistic differentiation). Therefore, expert commentators are certain that Karlsruhe will uphold the opening of marriage in the event of a legal challenge to its constitutionality because even legislators must acknowledge social reality. With a view to such contingencies, I would like to outline the following scenarios:

In Germany, the institution of registered partnership, which is largely modeled on marriage, has existed in addition to marriage since 2001. Until the contrary is proved, it is incomprehensible why this institution and not opening marriage to same-sex partnerships should constitute discrimination.

Nevertheless, if a high court ruling were to be handed down in the near future confirming legislators in their decision to open the institution of marriage for same-sex partners as well, this would undoubtedly be a dramatic event in terms of legal and cultural history, inasmuch as marriage was always assumed to be and treated as an intimate communion between man and woman in cultural history until now. It should not, however, be exaggerated as a “collapse of civilization” or a “defeat for humanity”. 9 It is a matter of a legal institution – no more and no less. Opening marriage for lesbians and gays would not take anything away from anyone and would force no one to do anything. It seems highly unlikely that the readiness of the majority of people to enter into a marriage and have children could one day depend on whether homosexuals are also granted the right to marry.

Admittedly, we should not deceive ourselves about the personal and societal benefits equal status under the law will bring to the persons affected. The acceptance produced by opening marriage will remain fragile, and the old homophobic mindsets and prejudices will not suddenly disappear, as is now hoped and sometimes also heralded with pathos. Rather, bringing this about is the task of upbringing, education, and knowledge. That is why the struggle against deep-seated prejudices remains a long and arduous task and not the automatic result of one specific change in the law.

Advocates of opening marriage to same-sex partners appeal readily and emphatically to the precept of equality in Article 3 of the German Constitution and draw a long line from the abolition of class barriers in the French Revolution up to the exclusivity of marriage for heterosexual couples, which is interpreted as exclusion “on the basis of sexual orientation”.10 One could, however, respond to this view with the argument that especially a difference like that of gender, which is so anthropologically decisive and existentially important, requires the clarity of the concept of “marriage" and the difference in legal regulation in comparison with other unions of love and life partnerships.11

Finally, it is extremely uncertain whether the opening of marriage to all that was enacted in such a rush will settle the dispute about “gay marriage” once and for all. It is foreseeable that after the change in the right to marry and the revision of adoption law, the ban on surrogate motherhood will be problematized. However, it is also conceivable (given the background of immigration) that, in a while, the question of why only two partners should be able to enter into a marriage will be discussed.

A changed situation for the church

Official church doctrine has also not shut itself off from the insight that there are men and women with an involuntary and invariable homosexual disposition or the warning against discriminating against them because of this,12 even if it long attached great importance to simultaneously emphasizing that homosexual actions were per se or objectively not in order, 13 and therefore urged sexual abstinence. 14 This differentiation between the assessment of homosexual orientation and homosexual actions is not even hinted at in the postsynodal apostolic exhortation “Amoris Laetitia” (cf. AL 250 f.), in the prior history of which the topic played an important and controversial role.15 However, reservations and sharp criticism of the attempts to make unions between homosexuals and marriage legally equivalent and the political pressure being exerted by international organizations on legislation in impoverished countries, which were already expressed in two previous statements by the Congregation for the Doctrine of the Faith, 16 are expressly affirmed (cf. AL 251).

Regrettably, this forceful rejection, too, again fails to differentiate between the legal and political efforts to improve the legal status of persons with a homosexual disposition and the aspiration to also open the institution of marriage to same-sex partners. However, national law will scarcely be able to refuse in principle to provide an institutional framework for same-sex life partnerships within which certain rights to protection and legal entitlements of the partners, for example, the right to refuse to give evidence, notification by third parties, visiting rights, rental agreements, support, inheritance, rights to health and nursing insurance, etc. can be regulated in a binding manner. On the other hand, there are good reasons to question whether this should or must or can happen by expanding the definition of or appropriating the legal institution of marriage. This is despite the fact that many countries, including the Federal Republic of Germany, had followed a different path until now by creating a separate legal institution, namely, the registered partnership, and had good experiences with this until now. Ultimately, it is only a matter of love and the community of responsibility – this is what we have been assured by the speakers of the parties that have put marriage for all on their agenda in the parliamentary debate before the vote. 17 Love is no doubt an important thing. But since when is it a matter of state and since when is the legislature responsible for it?

However, the church and the bishops must also admit the question of whether it was right to condemn sharply the institution of registered life partnership since its introduction and dismiss from the service of the church employees who have entered into such partnerships or revoke the assignments of teachers. What’s more: instead of remaining silent on the topic of homosexuality and permitting activists and a fraction of the public to push the church into a corner that is the epitome of homophobia, would it not be more appropriate to stand up for more respect and empathy.

The situation that has now emerged is more difficult than before. For the incongruence between the state’s view of marriage and the church’s view of marriage has grown even more. Because believers and citizens are always a specific person, conflicts will arise from this in practice. Moreover, it will predictably become more difficult to make it clear to them, particularly the younger generation among them, that marriage as the church understands it differs from what is described in law and in society.

 NOTES

1 Vgl. Michael Sievernich, Umcodierung der Ehe, in: Stimmen der Zeit 231 (2013) 649-650.
2 So Constanze von Bullion in einem Kommentar „Die Bilder im Kopf“, in: SZ, 29. 5. 2015; jüngst auch die Friedenspreisträgerin Carolin Emcke in der Glosse „Wesentlich“ der SZ vom 8./9. 7. 2017.
3 Vgl. Thomas Petersen, Wenn sich die Mehrheit für die Minderheit hält, in: FAZ, 16. 7. 2015, 8.
4 „Unsere Werte stehen nicht zur Disposition“: FAZ, 5. 10. 2015, 4.
5 Vgl. Axel Honneth, Das Recht der Freiheit einer demokratischen Sittlichkeit. Frankfurt 2011, bes. 233-317.
6 Vgl. Ursula Zingeler, Jenseits des Muttermythos. Über die Trennung von Gebären und Aufziehen. Weinheim 2005.
7 Z. B. Elke Jansen / Melanie C. Steffens, Lesbische Mütter, schwule Väter und ihre Kinder im Spiegel psychosozialer Forschung, in: Verhaltenstherapie und Psychosoziale Praxis. Sonderheft 38 (2006) 643-656; Marina Rupp (Hg.), Die Lebenssituation von Kindern in gleichgeschlechtlichen Lebensgemeinschaften. Köln 2009; Bernd Eggen, Gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaften ohne und mit Kindern, in: Dorett Funke / Petra Thorn (Hg.), Die gleichgeschlechtliche Familie mit Kindern. Interdisziplinäre Beiträge zu einer neuen Lebensform. Bielefeld 2010, 37-60; Petra Thorn, Gleichgeschlechtliche Familien mit Kindern nach Samenspende. Ein Überblick über die Studienlage und aktuelle Diskussionen, in: Giovanni Maio / Tobias Eichinger / Claudia Bozzaro (Hg.), Kinderwunsch und Reproduktionsmedizin. Ethische Herausforderungen der technisierten Fortpflanzung. Freiburg 2013, 381-388.
8 Zu den Hintergründen und zu kirchlich verantwortbaren pastoralen Lösungen vgl. Michael Brinkschröder, Gleichgeschlechtliche Partnerschaften. Ein Thema auf den Familiensynoden, in: Stimmen der Zeit 232 (2015) 363-374, bes. 371-373.
9 So Kardinalstaatssekretär Pierto Parolin in seiner Stellungnahme zum Votum der irischen Bevölkerung am 23. Mai 2015.
10 So Gustav Seibt, Dunkelraum Vatikan, in: SZ, 28. 5. 2015, 9.
11 Vgl. dazu ausführlich: Konrad Hilpert, Ehe für alle?, in: ders. / Bernhard Laux (Hg.), Leitbild am Ende? Der Streit um Ehe und Familie. Freiburg 2014, 209-226.
12 Katechismus der Katholischen Kirche, Nr. 2358.
13 Ebd. Nr. 2357.
14 Ebd. Nr. 2359.
15 Vgl. Brinkschröder (Anm. 8).
16 Schreiben über die Seelsorge für homosexuelle Personen Homosexualitatis problema (deutsch in: VApSt 72, Bonn 1986; ‹www.vatican.va/roman_curia/congregations/cfaith/documents/rc_con_cfaith_ doc_19861001_homosexual-persons_ge.html›); Erwägungen zu den Entwürfen einer rechtlichen Anerkennung der Lebensgemeinschaften zwischen homosexuellen Personen (deutsch: VApSt 162, Bonn 2003; ‹www.vatican.va/roman_curia/congregations/cfaith/documents/rc_con_cfaith_doc_20030731_ homosexual-unions_ge.html›).
17 So auch Matthias Drobinski, Hauptsache Liebe, in: SZ, 1. / 2. 7. 2017, 4 (Leitartikel).

["Stimmen der Zeit" StdZt (09/2017), ilitafsiriwa kwa idhini ya kibali Herder-Verlag]

Baada ya maendeleo ya kushangaza mwishoni mwa mwezi Juni na mapema Julai mwaka 2017, ni hakika kwamba kuna utata, kwenye jambo linaloitwa “ndoa kwa wote” ambalo linakuja Ujerumani, angalau kwenye sheria. Ingawa hii inaweza kuwepo chini ya malalamiko kwa ajili ya mapitio ya Mahakama mbele ya Mahakama ya Katiba ya Shirikisho, na bado haijulikani kama marekebisho hayo yatafanyika na matokeo yake yatakuwaje.

Ujerumani sio nchi pekee katika suala hili la ndoa za jinsia moja; nchi nyingine kama Sweden, Ufaransa na Hispania walianza muda mrefu kuongoza njia katika swala hili. Zaidi ya hayo “kurekebisha mahusiano ya ndoa”1 sasa imeletwa kwa ongezeko dogo kwenye kanuni za Jamii za Kijerumani (inayoitwa BGB) , katika kile kinachoonekana kuwa ni mapinduzi ya kushtukiza, kwakuwa halikudondoka kutoka angani: Tayari mwaka 2015, kura nyingi zilipigwa Ireland kuridhia ndoa ya jinsia moja na uamuzi wa Mahakama Kuu ya Umoja wa Mataifa uliopitisha ndoa za jinsia moja nchini kote na haki ya kuolewa iliyoleta mjadala mkali kwenye uma kuhusu kufunguliwa ndoa ya jinsia moja nchini Ujerumani.

Mjadala Mkali

Katika mjadala ambao umeandaliwa tangu wakati huo, mtu anaweza kupata hisia kwamba makubaliano ya jumla na karibia dhahiri yanapatikana katika nchi hii pia kuhusiana na kufungulia mahusiano ya ndoa na kuwapa watu wa mapenzi ya jinsia moja kuwa na haki sawa ya kisheria kama wanandoa wa jinsia tofauti,kama kwamba kila mtu alikuwa analisubiria hili lilokuwa kikwazo cha njia ya mauala haya kufutiliwa mbali. Wale ambao walikuwa na mashaka kuhusiana na swala la usawa wa wanandoa, hata hivyo, mara moja wamekuwa wakituhumiwa kuuguza chuki za uchungu² au wameshauriwa mbele ya umma kuwa makini wasije kuishia kubaki peke yao katika maoni yao.

Hadi mpaka sasa kura iliyofanyika, inajaribu kupunguza shinikizo la wazi kwa kuzingatia kuwa hakuna masharti yaliyofanyika kwenye mada ya ndoa za jinsia moja na katika makubaliano ya kisheria inaonekana jitihada za kuzuia mjadala huu juu ya hoja za msingi. Bila shaka, hoja hizo za msingi hazikuwepo kiasi kwamba mawakili katika siasa na vyombo vya habari walipozijadili – isipokuwa kwa mtu anayeona ndoa za jinsia moja ni “ya kisasa” na kuashiria kinyume chake kama “kuwa katika nyakati za enzi, ama zilizopitwa” au kauli nyingine inayoendana nayo “nyakati zimebadilika” hufanya hoja ya msingi.

Utafiti sio tu unadhibitisha kusambaa kwa msaada mkubwa wa kufungulia ndoa za jinsia moja, lakini pia umebadilisha mabadiliko ya msingi katika mtazamo na tathmini ya mahusiano ya jinsia moja ndani ya muda chini ya mwaka mmoja.³ Kwa kiasi kikubwa, mabadiliko haya ni matokeo ya upanuzi wa ujuzi wetu wa matibabu na kisaikolojia na kibaiologia kuhusu wigo wa asili kwenye maswala ya kijinsia. Kupanuka kwa ujuzi uliondoa hulka ya wazi kwamba mahusiano ya jinsia moja kama “sio ya kawaida” na “ugonjwa” maoni ambayo yameandaliwa wakati wa hivi karibuni sio tu kwenye asasi za kidini bali hata kwenye madawa ( Shirika la Afya duniani liliorodhesha ushoga kama ugonjwa mpaka mwaka 1991!) ,saikolojia , na elimu.

Kwa upande mwingine , mwelekeo wa ushoga ni matokeo ya harakati za kimataifa ili kukomesha ubaguzi dhidi ya wachache, ambayo imeibuka kutokana na nadharia na matendo ya haki za binadamu. Watu wanaojihusisha na mahusiano ya jinsia moja ni wachache sana ambao, kwasababu ya mwelekeo wao wa kijinsia unatofautiana na ule wa wengi, walilazimika kuwa kwenye hali mbaya ya kudharaulika kabisa kwenye jamii na bado hili linaendelea katika nchi nyingi duniani hata leo. Nchini Ujerumani , harakati hii ya kuondoa ubaguzi ilianzia kwenye kutokubagua mahusiano ya jinsia moja kuanzia mwaka 1969 na imeendelea katika hatua kadhaa tangu wakati huo.

Ukiangalia nyuma kuhusu huu uvumi kwenye miaka kadhaa iliyopita, mtu anaweza kuja na hisia ya pili, yaani , kuwa na mistari tofauti sana ya mawazo ni kuunganisha au kuchanganya mjadala huu kwa sasa. Kwa swala la mahusiano ya jinsia moja na mzunguko wa kuibuka kwake , kuna majadiliano mengi ya kujitegemea yatakayofanyika hapa ; kwanza , majadiliano kuhusu swala la uamuzi; pili, kuna majadiliano juu ya kile kinachofanya muunganiko wa upendo na ushirikiano wa maisha ; tatu, mazungumzo kuhusu haja ya ulinzi; nne , majadiliano ya kibailojia ; na tano, majadiliano kuhusu taasisi.

Haki ya kuishi maisha ya kujitegemea

Tangu kuanzishwa kwake, mjadala kuhusu mahusiano ya jinsia moja umehusishwa na haki ya kuishi maisha ya kujitegemea. Mahusiano ya jinsia moja sio watu ambao ni tofauti na binadamu wengine, lakini badala yake ni watu kama watu wengine. Wamejikuta katika hali hiyo kama tunavyojua leo, kutokuepukika kwa mwelekeo wa kijinsia ambao hautofautiani na ule wa wengi. Tofauti hiyo, hata hivyo, haifai kuwakatalia haki au kuzuia haki yao ya kuishi kulingana na mwelekeo wao au kuwashutumu kwasababu ya kutokuwa waaminifu hata kupewa vitisho wakitakiwa kugharamia. Madhumuni ya kuidhinisha swala hili na uamuzi wa kuanzisha haki hii ya jamii ya watu wenye mahusiano ya jinsia moja, haki ya kuheshimu na usawa wa wananchi wenye mwelekeo huo wa ushoga na wengine wote chini ya sheria zilizopo. Ukweli ni kwamba haki sawa kwa mashoga haizuiliwi tena ni mojawapo ya mafanikio na maadili ya kawaida ambayo yanashikilia nchi yetu pamoja, kama ilivyoelezwa na Raisi wa zamani Joachim Gauch katika hotuba yake huko Frankfurt kwenye sherehe ya kutimiza miaka 25 ya Umoja wa Ujeruman (2015).

Muungano wa upendo na mahusiano ya maisha.

Leo ni jambo lisilo na shaka kuwa upendo wa kimwili ni msingi wa lazima na msingi wa mahusiano ya kimapenzi ambayo yanajumuisha uhusiano wa karibu kati ya watu wawili. Kuja kwenye swala la mahusiano ya maisha ni tendo la uhuru na hiari kwa pamoja. Hili sio tatizo wakati wote, na ni matokeo ya mchakato mrefu wa mabadiliko ya mahusiano ya ndoa tangu mwisho wa karne ya 18. 5

Kwa kuongezea kwenye hisia za pamoja, kipengele kingine muhimu cha mahusiano ya kimapenzi ni utayari na matarajio ya wenzi kutoa au kupokea msaada kutoka kwa mwenza wake sio kwa wakati wa furaha pekee, bali pia katika mgogoro na wakati mwingine kuongezeka kwa matatizo, kwa mfano, kutokana na ugonjwa, matatizo ya uzazi au ugumu kutokana na majanga ya asili, vita na kadhalika. Hili sio tu suala la kulinda urafiki na kuaminiana, lakini badala yake pia kujali na kubebeana mizigo kwa pamoja inayoendelea katika eneo la kimwili. Baada ya yote, sehemu ya tabia maalumu ya ushirikiano wa maisha imejengwa juu ya upendo pia kuna wakati fulani, kwa manufaa ya baadae kwenye tendo la kujitolea, wapenzi wengi msingi wa mahusiano yao ni kuhusu baadae na kufanya wenyewe uhusiano kujitegemea kutokana na mabadiliko katika mambo ya kihisia na uhalisia, maslahi na uelewa.

Dhana ya kuwa makundi ya watu wenye mahusiano ya jinsia moja lazima yawe na mapungufu ya mambo matatu ya muhimu ambayo ni upendo, mahusiano ya maisha , kumjali mwingine, na kuaminika pia kwenye maisha ya baadae ni kinyume kabisa na ushuhuda wa watu wengi wanaoishi kwenye mahusiano ya jinsia moja hasa mashoga, lakini pia uchunguzi wa wengine wengi. Kwa mujibu wa ukweli huu, ni vizuri kusema kwamba ushirikiano wa maisha ya mahusiano ya jinsia moja, ambayo ni msingi wa upendo na ambayo wapenzi wa jinsia moja wanataka kuchukua jukumu la kila mmoja kwa mwenzake na kwa kwa siku zijazo, inaweza kufanyika na kwa sasa imeshazoeleka kwenye jamii.

Kwa mujibu wa Katiba ya Ujerumani ( Ibara ya 6, ukurasa wa 1) , wenzi katika ndoa halali ni “chini ya ulinzi maalumu wa serikali”. Kulingana na mtazamo uliogawanyika kwa ujumla, mwelekeo wa ulinzi huu upo sehemu tatu: Kwa hiyo, kwanza, hairuhusiwi mtu wa tatu kuingilia kati mahusiano hata serikali, pili ili kuweza kuimarisha mahusiano na maisha kupitia misaada na hatimaye, ukamilifu, yaani, uwezekano wa wanandoa kuweza kupata watoto kutokana na mahusiano yao. Sababu ya mahusiano ya wanandoa ambayo yanatarajiwa kuwa ya kudumu maisha yao yote hupewa ulinzi maalumu sio tu uhusiano wao, lakini pia juu ya uwezekano wao wote kuwa na familia na watoto kwa njia ya kawaida – hata kabla watoto hawajazaliwa au mimba kutokea, na hatakama, tukiangalia kwa ujumla wake hili ni jambo ambalo haliwezekani tangu mwanzo. Kwasababu, wanandoa wanaweza kuwa wazazi kwa njia ya kubeba mimba, huduma na kuzaliwa kwa mtoto, ndio jambo la lazima ili jamii iweze kuendelea na sio kufa. Katika hali ya uhuru, ndoa ndo asasi pekee ambayo ina husisha maisha ya binadamu moja kwa moja kwenye jamii na ubinadamu kwa ujumla wake. Hii ni maudhui ya suala la wazi la hotuba, ambalo liliafikiwa zamani, ambalo linaeleza ndoa kama kiini muhimu cha jamii na sababu kubwa zaidi ya kuwa “ndoa na familia” kama ilivyo kwenye Ibara ya 6 ya Katiba ya Ujerumani kama ilivyotajwa hapo juu.

Inawezekana kabisa bila pingamizi kuweka madai kwamba vitu viwili vya ulinzi, yaani kuzuia mtu wa tatu kuingilia mahusiano ya ndoa na kuruhusu uwajibikaji katika mahusiano ya ndani, kwenye mahusiano ya jinsia moja. Kwa namna hii, ni busara kwamba wabunge na maamuzi ya mahakama kuu wamesababisha ufanisi mkubwa wa haki maalumu ya mahusiano ya kimapenzi na hadi sasa mashirika ya kiraia yamesajiliwa.

Hali ni tofauti linapokuja swala la tatu ambalo ni ulinzi na undelezi wa kizazi. Kwa watu wa jinsia moja hawawezi kupata mtoto wa pamoja sio tu katika kesi fulani, lakini kwa kikanuni. Hata kwao, inabakia kuwa halali ni kwa mwanaume na mwanamke pekee wakiwa na mahusiano ya kingono au kwa msaada wanaweza kupata mtoto. Kinyume chake, pia ni kweli kwamba kila mwanadamu, bila ubaguzi ni mtoto wa baba na mama pekee. Hata kwa watu ambao wamekuwa na wazazi ambao sio wa kibaiolojia, asili hii inaonekana kuwa muhimu sana kwa utambulisho wao binafsi, na ujuzi wa uzazi wao umetambiliwa kuwa ni haki. Umoja wa ushirikiano na malezi ambao mara nyingi huonekana kama ‘’asili‘’ unaweza ukatenganishwa,6 lakini inaonekana sio kwa kiasi kikubwa kwamba wazazi ni lazima kuwe na ‘’mahusiano ya damu’’ haitakuwa na mashiko yoyote katika suala hili.

Madhara ya Biopolitical.

Katika mijadala, moja ya hoja nyingi hupinga maoni kwamba mwendelezo wa kizazi unafanya tofauti kati ya mahusiano ya jinsia moja kama vile mashoga ni kwamba leo wanandoa wa jinsia moja wanaweza kuwa wazazi kwa njia nyingine, yaani kwa kuasili mtoto kwa pamoja au kwa kutumia dawa za uzazi kupata mtoto. Ikiwa imechukuliwa kwa hitimisho lake la kimantiki, hakika mjadala huu wa wanandoa wa jinsia moja kuwa na watoto unatarajia kusema kuwa tofauti ya asili kati ya mwanaume na mwanamke haiwezi tena kuwa na jukumu la muhimu kwenye taasasi ya ndoa.

Hata hivyo , swala hili la wanandoa wa jinsia moja kuwa na watoto unaongoza moja ya tatizo ambalo halijajitatua lenyewe ni kama halieleweki kama inavyopendekezwa mara kwa mara. Wakati leo mbinu za kitabibu kwenye uzazi zinazingatiwa kuwa na kiwango cha matibabu, kuna matatizo katika kuwatumia watu wenye jinsia moja, kwa vile hii inahitaji kuingizwa kwa mtu wa tatu wa jinsia tofauti ambayo sio mwenzi wa maisha.

Hususani , kwa wanawake – wanawake kupandikizwa mbegu, kikawaida huwa inatumika mbegu ya mwanaume kwa mwanamke, na mbegu ya mwanamke kwa mwanaume, pamoja na kundi la mwanadamu , wakimtumia mwanamke mwenye kizazi, lazima awe na uwezo wa kupata ujauzito , na kuzaliwa mtoto anayemtaka. Katika nchi nyingi – mojawapo ikiwa ni Ujerumani – michango ya mbegu za uzazi kwenye benki za mbegu za uzazi haziuzwi, lakini – kama inavyoonekana na majadiliano ya hivi karibuni kuhusu sheria na kesi – hauwezi kuondokana na haja ya ufafanuzi wa uzazi wa mtoto zinazozalishwa au kwa uwazi kuacha madai ya baadae mama kwa kukubali majukumu yake kwa mtoto aliyezalishwa au kuwa wazi kuacha madai ya baadae kwa mama kukubali majukumu yake ya uzazi. Uzazi wa kupandikizwa mbegu unapigwa marufuku kwenye nchi nyingi kwasababu unaweza kusababisha mgogoro mkubwa kati ya wazazi na kufikiria hasa gharama za utegemezi na unyonyaji kwenye swala la uchumi.

Kwenye kuasili mtoto, hata hivyo, kwa mujibu wa mikataba ya kimataifa iliyopitishwa kwa wakati huu, swala la maamuzi haliwezi kuwa ni matamanio ya watu wazima kuwa wazazi wa namna hii, lakini badala yake ustawi wa mtoto ni muhimu zaidi. Katika swala hili, kwa kizazi cha wazazi wajinsia moja, swala la kuasili mtoto linaweza kupitishwa lakini inategemea na maslahi bora ya mtoto anae asiliwa na ustawi wa mtoto. Hili ni swali la kizushi, ambalo linajibiwa kwa uhakika leo kwa mfunulizo wa utafiti. 7 Hata hivyo, hali ya utafiti katika swala hili la wazazi wa jinsia moja kuasili mtoto ni mdogo mno.

Kwa ujumla wake, kutoridhishwa dhidi ya kuruhusu wapenzi wa jinsia moja kutumia utaratibu wa kitabibu kupata mtoto limekuwa na uzito zaidi kuliko swala la wapenzi wa jinsia moja kuasili mtoto, kwasababu , swala la kuasili mtoto , kama sheria inasimamia , vipengele vya kisheria hutelekelezwa kulingana na mazingira ya kesi, mapitio ya mtu binafsi ambayo yanajumuisha ustawi na maslahi bora ya mtoto anayehusika na ufanisi wa mtu anayeomba kuasili mtoto.

Sheria ya ndoa - ni muhimu?

Bila ya kujali mjadala unaohusu kuruhusiwa ndoa za jinsia moja, kwa miongo kadhaa, mjadala mwingine wa tofauti sana umekuwa ukifanyika kuhusu swali la, ikiwa ni kwanini, mwenzi wa maisha unapaswa kupewa fursa, hata ya kikatiba na kisiasa wakati wote. Sio kwa maridhiano ya pamoja kwa wenzi wa maisha sio lazima kwa pamoja wapate ulinzi wa kisheria. Kinga hii ya kisheria, hata hivyo, inaweza pia kutokea, kama ilivyokuwa, kwa mikataba ya binafsi kati ya wenzi kwa kuongeza au wakati mwingine, kusema katika mahusiano ya watu ambao sio wapenzi, ulinzi unaweza kufanyika bila ya kutumia sheria ya ndoa. Je, mahusiano ya jinsia moja wanahitaji ulinzi huu kwa kutumia sheria kupitia asasi za kikatiba, kama ilivyokuwa bado inahitajika ndoa kwasababu ya uwezekano wa kuwa ndoa ni kuwa na familia?

Baada ya yote, jumuiya nyingine za kusaidia zipo, ambazo hazifanyi jukumu lolote katika mjadala huu kwa sasa, ingawa wanandoa wa jinsia moja wanaishi pamoja, wanapendana, wanajaliana, na kuwajibika, kwa mfano kwenye kaya moja yenye ndugu wajane, familia nyingi zanye wazee na wajukuu na ndugu, jumuiya za makazi kwa ajili ya kuingiza watu wenye ulemavu, jamii za makanisa, na kadhalika. Hii haina hata watu ambao hawapo kwenye mahusiano, upweke wao na mazingira magumu wanayoyapitia.

Kuna mazingira matatu tu kwasababu ya matibabu ya jamii kwenye maisha na mapenzi zinaweza kutumika kama ushawishi kwa hakika, kama ifuatavyo:

1) Kwasababu ya mahusiano ya karibu ambao unahitaji familia na hauwezi kuonekana katika maelezo yote, wala kuruhusiwa na kuwekwa kwenye mipango inayotarajiwa ;

2) kutokana na kuwepo kwa madhara ya kisaikolojia, na jamii kwa ujumla kwenye maswala ya utunzaji wa mimba, kuzaliwa kwa mtoto, na malezi ya mtoto mchanga hayakubaliki kwenye maisha yao yote;

na 3)kwasababu ya umuhimu kwenye jamii kwa mfano mahali ambapo jamii watoto wanatakiwa kuzaliwa na kuwapatia haki ya kuwatunza.

Hatimaye, bado kuna mijadala mingine sita ambayo haijafanyika hadharani mpaka sasa: mjadala wa kiutamaduni. Mtu awaye yeyote, kwa mfano, amewahi kujadili kuhusu suala la ushoga pamoja na wasomi wa Afrika zaidi ya miaka mingi iliyopita kuwa na ukosefu wa ufahamu na kukataliwa kujadiliwa kwa kiasi kikubwa kwa yale yanayotokana na hao. 8 Uangalizi hauwezi kupunguzwa. Hivyo, haifai mtu yeyote mahali popote duniani kuidhinisha kumfanyia mtu mateso kwasababu yupo kwenye mahusiano ya jinsia moja. Kwa upande mwingine, mtu anapaswa pia kujiepusha na watu au vikundi vya kuchochea visivyohitajika kwa watu wenye mahusiano ya jinsia moja ambavyo vitawafanya kuwa kama wakimbizi badala yake kuwa na bidii ya kujifunza kuwa na uvumilivu.

Matukio ya Maendeleo zaidi

Bila shaka, hakuna chochote ukizingatia ukweli kwamba, katika maamuzi yake miaka kumi na tano iliyopita , Katiba ya Ushirikisho ya Ujerumani imeeleza wazi kwamba kupunguza tofauti kati ya wenzi wenye mahusiano ya jinsia moja ( lakini wakati huo kuna tofauti ya lugha). Kwa hiyo, wachunguzi na wataalamu wana hakika kwamba Karlsruhe itasisitiza kufungulia ndoa za jinsia moja wakati wa changamoto za kisheria kwa misingi yake kwasababu hata wabunge wanapaswa kukubali ukweli wa kijamii. Kwa mtazamo uliopo kwenye vikwazo, ningependa kuelezea matukio yafuatayo:

Nchini Ujerumani, taasisi zinazohusika na kusajili wenzi, ambayo kwa kiasi kikubwa imeelekezwa kwenye maswala ya ndoa, imeundwa kwenye maswala ya ndoa tangu mwaka 2001. Kinyume chake inadhibitika, haijulikani ni kwanini taasisi hii haijafungulia ndoa ya jinsia moja na mahusiano yasiwe kwenye aina yeyote ya ubaguzi.

Hata hivyo, ikiwa maamuzi ya mahakama ya juu yalipaswa kuwasilishwa kwa wabunge siku za karibuni katika uamuzi wao wa kufungua taasisi ya ndoa kwa watu wenye mahusiano ya jinsia moja, bila shaka litakuwa ni tukio kubwa katika historia ya kisheria na utamaduni, kwa vile ndoa zote zinakuwa na haki sawa kama ambavyo mahusiano kati ya mwanaume na mwanamke katika historia ya kiutamaduni mpaka sasa. Hata hivyo, haipaswi kuwa kama chachu ya kusema kwamba “kuanguka kwa maadili” au “kushindwa kwa binadamu”. 9 Ni suala la taasisi za kisheria – hakuna zaidi wala pungufu. Kufungulia ndoa kwa watu wenye mahusiano ya jinsia moja hakutachukua kitu chochote. Inaonekana sana kuwa na uwezekano wa watu wengi kuingia katika ndoa na kuwa na watoto siku moja pia tunategemea kama mashoga nao watapewa haki ya kufunga ndoa.

Ukweli ni kwamba, hatupaswi kujidanganya wenyewe kuhusu faida za kibinafsi na kijamii kama hali sawa chini ya sheria italeta kwa watu walioathiriwa. Kukubaliwa kwa kufungulia ndoa za jinsia moja litabakia kuwa kwenye hali tete, na akili za zamani za ukatili na chuki hazitapotea ghafla, kama zinavyotarajiwa kwa sasa kwa wakati mwingine hutajwa na pathos. Badala yake, kuleta jambo hili ni kazi ya kuzaliwa, elimu na ujuzi. Ndio sababu mapambano dhidi ya unyanyasaji wa kina inabakia kuwa kazi ya muda mrefu na ngumu na sio matokeo ya moja kwa moja ya mabadiliko maalumu kwenye sheria.

Mawakili ambao walifanya maombi ya kufunguliwa kwa ndoa za jinsia moja walikata rufaa kwa kusisitiza kuwa amri ya usawa katika Ibara ya 3 ya Katiba ya Ujerumani na kuchora mstari mrefu katika kukomesha vikwazo vya kutenga makundi katika Mapinduzi ya Ufaransa mazingira ambayo ndoa za jinsia moja wanatengwa kwa “misingi ya mwelekeo wa kijinsia”. 10 Mtu anaweza, hata hivyo, kujibu maoni haya kwa hoja kwamba tofauti hasa kama ile ya jinsia, ambayo ni msingi wa historia muhimu ya binadamu na muhimu, ambayo inahitaji ufafanuzi kwenye dhana ya “ndoa”na tofauti iliyopo kati ya kanuni za sheria ukilinganisha na vyama vingine vya upendo na mahusiano ya maisha. 11

Hatimaye, haijulikani kwa hakika kwenye kufungulia ndoa kwa ajili ya wote limefanyika kwa haraka inaweza ikatatua mgogoro kuhusu “ndoa za mashoga” mara moja na kwa wote. Inaonekana kwamba baada ya mabadiliko kwenye haki ya kuolewa na marekebisho ya sheria kupitishwa , kupiga marufuku masuala ya uzazi itakuwa ni tatizo. Hata hivyo, pia inawezekana (kutokana na historia ya uhamiaji) kwamba, wakati mmoja , swali la kwanini wenzi wawili tu ndio wanaopaswa kuingia kwenye ndoa litajadiliwa.

Hali ilivyobadilika kwenye Kanisa

Mafundisho rasmi ya kanisa nayo pia hayakukaa kimya kuzungumzia na kueleza wazi kwamba kuna wanaume na wanawake wenye tabia isiyo ya kawaida na isiyoweza kuzuia kutokuwepo kwa ushoga au kutoa onyo dhidi ya kutokuwafanyia ubaguzi wa aina yeyote kwa ajili ya hili, 12 hata kwa muda mrefu inashiriki umuhimu mkubwa kwa wakati huo huo kusisitiza kwamba vitendo vya ushoga sio matendo yanayofuata utaratibu sahihi,13 hivyo kusisitiza kujizuia kufanya ngono. 14 Ufafanuzi huu kati ya tathimini zilizofanyika kuhusu swala la mahusiano ya jinsia moja na vitendo vya ushoga haujaonyesha hata katika matendo ya mitume wa postsyonodal “Amoris Laetitia”( tazama AL 250 f.), Katika historia ya awali ambayo mada ili kuwa na jukumu muhimu la utata. 15 Hata hivyo, kutoridhishwa na kukataa kwa ukali majaribio ya kufanya vyama vya watu wenye mahusiano ya jinsia moja na kuwa na haki sawa ya ndoa kisheria ni shinikizo la kisiasa lililofanywa na mashirika ya kimataifa juu ya sheria katika nchi zilizokuwa maskini, ambazo tayari zilielezwa katika kauli zilizopita na la mafundisho ya imani, 16 imedhibitisha wazi ( tazama AL 251).

Kwa kusikitisha, juhudi hizi za kufungulia ndoa za jinsia moja zimeshindwa kutofautisha kati ya juhudi za kisheria na juhudi za kisiasa ili kuboresha hali ya kisheria watu wenye tabia za ushoga na dhumuni la kufungulia ndoa za jinsia moja na mahusiano ya watu wa jinsia moja. Hata hivyo, sheria za kimataifa hazitakuwa na uwezo wa kukataa kanuni ili kuruhusu mfumo wa taasisi za mahusiano ya maisha ya watu wa jinsia moja ambayo italinda haki zao za msingi kisheria, kwa mfano haki ya kukataa kutoa ushahidi, taarifa kwa mtu wa tatu, mkataba wa kupangisha, kusaidiwa, haki ya kurithi, haki ya kuwa na bima ya afya, n.k inaweza kuwa na nguvu ya kisheria. Kwa upande mwingine, kuna sababu nzuri za kuuliza kama hii inapaswa au lazima au inaweza kutokea kwa kupanua ufafanuzi wa au kuimarisha asisi ya sheria za ndoa. Hii ni pamoja na ukweli kwamba nchi nyingi, ikiwa na pamoja na Jamuhuri ya Muungano ya Ujerumani, zimefuata njia tofauti mpaka sasa na kuunda taasisi tofauti za kisheria, yaani, kusajili wa ushirika, na kuwa na uzoefu mzuri hadi sasa. Hatimaye, ni suala la upendo na jumuiya ya wajibu – haya ndio tuliyohakikishiwa na wasemaji wa vyama ambao wameweka ndoa kwa ajili ya wote katika agenda zao katika mijadala ya bunge kabla ya kupiga kura.17 Upendo bila shaka ni jambo muhimu. Lakini tangu lini swala la upendo likahusu serikali wakati lipo bunge linalohusika na swala hilo?

Hata hivyo, kanisa na maaskofu lazima wakubali swali la kama ni haki kulaani kwa kasi taasasi zinazohusiana na usajili wa mahusiano ya maisha tangu kuanzishwa kwake na kuondolewa kwake kwa wafanyakazi wa kanisa wanaoshiriki kwenye shirikisho hilo au kukataa kazi za waalimu. Nini zaidi: badala ya kubaki kimya kuhusu swala la ushoga na kuruhusu wanaharakati na sehemu za umma kushinikiza kanisa kwenye kona ambayo ni mfano wa ubaguaji wa wapenzi wa jinsia moja, ingekuwa ni sahihi zaidi kusimama kwa heshima zaidi na huruma.

Hali ambayo sasa imeibuka na kuwa ngumu zaidi kuliko hapo awali. Kwa usumbufu wa kimtazamo kati ya serikali kwenye swala la ndoa na kanisa kuhusu swala la ndoa inazidi kukua zaidi. Kwa sababu waumini na wananchi daima ni watu maalumu, migogoro inapotokea kutokana na swala hili. Zaidi ya hayo, inatabiriwa kuwa itakuwa ngumu zaidi kuliweka hili swala wazi, hasa kwa vijana wa kizazi kipya, kwamba ndoa kama kanisa inayoelewa inatofautiana na yale yaliyotajwa kwenye sheria na kwenye jamii.

 NOTES

1 Vgl. Michael Sievernich, Umcodierung der Ehe, in: Stimmen der Zeit 231 (2013) 649-650.
2 So Constanze von Bullion in einem Kommentar „Die Bilder im Kopf“, in: SZ, 29. 5. 2015; jüngst auch die Friedenspreisträgerin Carolin Emcke in der Glosse „Wesentlich“ der SZ vom 8./9. 7. 2017.
3 Vgl. Thomas Petersen, Wenn sich die Mehrheit für die Minderheit hält, in: FAZ, 16. 7. 2015, 8.
4 „Unsere Werte stehen nicht zur Disposition“: FAZ, 5. 10. 2015, 4.
5 Vgl. Axel Honneth, Das Recht der Freiheit einer demokratischen Sittlichkeit. Frankfurt 2011, bes. 233-317.
6 Vgl. Ursula Zingeler, Jenseits des Muttermythos. Über die Trennung von Gebären und Aufziehen. Weinheim 2005.
7 Z. B. Elke Jansen / Melanie C. Steffens, Lesbische Mütter, schwule Väter und ihre Kinder im Spiegel psychosozialer Forschung, in: Verhaltenstherapie und Psychosoziale Praxis. Sonderheft 38 (2006) 643-656; Marina Rupp (Hg.), Die Lebenssituation von Kindern in gleichgeschlechtlichen Lebensgemeinschaften. Köln 2009; Bernd Eggen, Gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaften ohne und mit Kindern, in: Dorett Funke / Petra Thorn (Hg.), Die gleichgeschlechtliche Familie mit Kindern. Interdisziplinäre Beiträge zu einer neuen Lebensform. Bielefeld 2010, 37-60; Petra Thorn, Gleichgeschlechtliche Familien mit Kindern nach Samenspende. Ein Überblick über die Studienlage und aktuelle Diskussionen, in: Giovanni Maio / Tobias Eichinger / Claudia Bozzaro (Hg.), Kinderwunsch und Reproduktionsmedizin. Ethische Herausforderungen der technisierten Fortpflanzung. Freiburg 2013, 381-388.
8 Zu den Hintergründen und zu kirchlich verantwortbaren pastoralen Lösungen vgl. Michael Brinkschröder, Gleichgeschlechtliche Partnerschaften. Ein Thema auf den Familiensynoden, in: Stimmen der Zeit 232 (2015) 363-374, bes. 371-373.
9 So Kardinalstaatssekretär Pierto Parolin in seiner Stellungnahme zum Votum der irischen Bevölkerung am 23. Mai 2015.
10 So Gustav Seibt, Dunkelraum Vatikan, in: SZ, 28. 5. 2015, 9.
11 Vgl. dazu ausführlich: Konrad Hilpert, Ehe für alle?, in: ders. / Bernhard Laux (Hg.), Leitbild am Ende? Der Streit um Ehe und Familie. Freiburg 2014, 209-226.
12 Katechismus der Katholischen Kirche, Nr. 2358.
13 Ebd. Nr. 2357.
14 Ebd. Nr. 2359.
15 Vgl. Brinkschröder (Anm. 8).
16 Schreiben über die Seelsorge für homosexuelle Personen Homosexualitatis problema (deutsch in: VApSt 72, Bonn 1986; ‹www.vatican.va/roman_curia/congregations/cfaith/documents/rc_con_cfaith_ doc_19861001_homosexual-persons_ge.html›); Erwägungen zu den Entwürfen einer rechtlichen Anerkennung der Lebensgemeinschaften zwischen homosexuellen Personen (deutsch: VApSt 162, Bonn 2003; ‹www.vatican.va/roman_curia/congregations/cfaith/documents/rc_con_cfaith_doc_20030731_ homosexual-unions_ge.html›).
17 So auch Matthias Drobinski, Hauptsache Liebe, in: SZ, 1. / 2. 7. 2017, 4 (Leitartikel).

Michael Brinkschröder

Dr. Michael Brinkschröder von der Ökumenischen Arbeitsgruppe Homosexuelle und Kirche (HuK) e. V. erläutert die Ökumene der Homophobie und erklärt, warum es keinen Zusammenhang zwischen Homosexualität und sexuellem Missbrauch gibt.

Homosexualität, Politik, Naturwissenschaft und Kirche

Die Geschichte der LGBTIQ* in Österreich ist eine beschämende Geschichte der böswilligen oder gedankenlosen Verfolgung bis in die jüngste Vergangenheit. 

Ein Mahnmal gegen die Kriminalisierung ist die Website zum österreichischen § 209

Der Weltärztebund sprach sich 2013 gegen die Behandlung von Menschen aus, die der heterosexuellen Norm nicht entsprechen. Evidenz ernstnehmen bedeutet, für ein Verbot der sogenannten „Behandlung“ von Homosexualität einzutreten. Neuere Studien belegen die Schädlichkeit solcher Eingriffe. So verwirft Peer Briken, Direktor des Instituts für Sexualforschung, Sexualmedizin und Forensi­sche Psychiatrie am Universitätsklinikum Hamburg, die Bezeichnung „Konversationstherapie“: Homosexualität ist keine Krankheit; eine dauerhafte Veränderung der sexuellen Orientierung ist nicht möglich. 

Briken-Gutachten

Die „Behandlungen“ haben sehr große individuelle und gesellschaftliche Nebenwirkungen. Deshalb prüfte 2019 ein weiterer Gutachter die Möglichkeit und die Notwendigkeit, Konversationstherapien in Deutschland verbieten zu lassen; das Gutachten beantwortete beide Fragen positiv. 

Burgi-Gutachten

Im Tierreich und im Menschsein ist Homosexualität häufig anzutreffen. Wieso gibt Gott dem Menschen das Geschenk der Sexualität in dieser Form, wenn es verdammenswert wäre?

Die einschlägigen biblischen Stellen (ein Gräuel, Paulus in Korinth) thematisieren nach Mehrheitsmeinung seriöser Bibelwissenschaftler*innen nicht Homosexualität im heutigen Sinn als eine sexuelle Lebensanlage und Liebesfähigkeit, sondern Beispiele einer Unheilsituation: So ging es im damaligen Korinth nicht um die katholische Segnung von Partnerschaft, sondern um die Vergewaltigung von Sklaven und Kindern.

Die Aversion gegen Homosexualität ist ein eben solches Unheil. Sie hat maßloses Leid verursacht – im Faschismus, dann in der jungen österreichischen Republik, auch heute noch ist „schwul“ ein Schimpfwort auf Pausenhöfen.

Papst Johannes Paul II erklärte bei der Rehabilitation von Galileo Galilei: „Galilei war weitsichtiger als seine theologischen Gegner“. Die hätten nicht „zwischen der Heiligen Schrift und ihrer Deutung zu unterscheiden gewusst“

Warum fällt diese Deutung im Fall der sexuellen Veranlagungen so schwer? Wieso schauen wir nicht in die Schöpfung, wo es von Primaten bis zu Fischen in allen Arten, Gattungen und Familien von nichtheterosexuell veranlagten Lebewesen nur so wimmelt? Weil der wache Blick auf die Schöpfung das Überdenken der eigenen Positionen erfordert. Das Christentum öffnet ein Tor zur Freiheit. Jede Religion kann aber auch Herrschaftsinstrument sein. Glaube schafft die Möglichkeit einer identitären Selbstvergewisserung, die dann andere ausgrenzt.

Im Fall der Verurteilung nichtheterosexuellen Menschseins exportieren wir ein giftiges Gemisch aus Acht- und Ahnungslosigkeit in die Partnerländer der Entwicklungszusammenarbeit, wo es tödlich wirkt. Dagegen wendet sich plan:g – Partnerschaft für globale Gesundheit.