Lücken füllen und niemanden zurücklassen

Vor etwa einem Jahr startete unser Projekt „Leave No One Behind“ (LENOBI) in Uganda. Eine große Initiative zur vollständigen Impfung gegen vermeidbare Krankheiten will alle Menschen in Uganda bis nächstes Jahr mit den notwendigsten Grundimmunisierungen versorgen. UNICEF und andere große internationale Organisationen sind zusammen mit dem ugandischen Gesundheitsministerium federführend in der Durchführung. Und auch unsere Partnerorganisation HEPS ist mit dabei. Ein räumlicher kleiner, aber sehr wichtiger Beitrag zum großen Ganzen. Durch vorherige Gesundheitsprojekte in den abgelegenen Distrikten hat HEPS sich einen guten Ruf und Vertrauen bei der lokalen Bevölkerung und den staatlichen Institutionen erarbeitet. Dieser Vorteil kommt nun voll zum Tragen wenn es um Falschinformationen, kulturelle und religiöse Vorurteile gegen Impfungen und genaue Kenntnisse der örtlichen Verhältnisse geht.

 

Natürlich hat plan:g, trotz der erhaltenen Förderung des Landes Vorarlberg nicht die Mittel eine solch große Kampagne alleine durchzuführen. Es geht vielmehr darum, die Kampagne an neuralgischen Punkten zu unterstützen und Lücken zu schließen. In konservativen, marginalisierten und unterversorgten Gegenden fehlt es an medizinischer Bildung und daher können Vorurteile gegen Impfungen und Frauengesundheit unwidersprochen stehen bleiben. Unser Projekt setzt auf Aufklärung: 3.505 Personen nahmen an 121 Gesundheitsschulungen teil, in denen zwischen Februar und August 2025 über die Vorteile planmäßiger Impfungen und die Gefahren von Fake News aufgeklärt wurde. Frauen in den Village Health Team (VHT) leiten die Mobilisierungs- und Aufklärungskampagnen in ihren Gemeinden, um mehr Frauen und Mädchen zu erreichen. Outreach-Aktivitäten werden zu günstigen Zeiten und an gut erreichbaren Orten geplant, um den Bedürfnissen von Frauen, die Pflegeaufgaben wahrnehmen, überall gerecht zu werden.

 

Ziel des Projekts ist die vollständige Grundimmunisierung von Kindern und (werdenden) Müttern gegen die wichtigsten Infektionskrankheiten. In diesem Zeitraum wurden 29.731 Impfdosen verabreicht und erreichte damit etwa 79 % des Jahresziels von 36.500 Dosen für Kinder unter fünf Jahren. Die Impfquote variierte je nach Impfstoff, wobei die meisten innerhalb von sieben Monaten nach Projektbeginn zwischen 60 % und 85 % ihrer Ziele erreichten, was den allgemeinen Fortschritt unterstreicht, aber auch Raum für Verbesserungen aufzeigt.

 

Jugendliche und Frauen, insbesondere diejenigen im gebärfähigen Alter (15–34 Jahre), bildeten die Mehrheit der Teilnehmer*innen, was die starke Ausrichtung der Veranstaltungen auf die Prioritäten im Bereich der Gesundheit von Müttern, Neugeborenen und Kindern (MNCH) widerspiegelt. Die sehr geringe Beteiligung von Männern – nur etwa jeder zehnte Teilnehmer – verdeutlicht jedoch ein Ungleichgewicht zwischen den Geschlechtern. Durch den Einsatz männlicher Peer Educators, werden Veranstaltungen am Arbeitsplatz oder Gesundheitsschulungen am Abend durchgeführt. Mit durchschnittlich 40 Teilnehmern pro Veranstaltung zeigt die Initiative ein anhaltendes Interesse der Gemeinschaft und ein großes Potenzial für Nachhaltigkeit.

 

Fake news gefährden Ihre Gesundheit. Nicht nur in Österreich, auch in Uganda und anderswo. plan:g setzt auf Aufklärung und tritt aktiv für das Recht auf Gesundheit ein.

 

 

 

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