Ein Ende mit lautem Knall?

Wien im Smog. By Dguendel - Own work, CC BY 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=53720485
Wien im Smog. By Dguendel - Own work, CC BY 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=53720485

Umweltverschmutzung ist tödlich

Umweltverschmutzung ist eine der häufigsten Ursachen für Krankheiten und vorzeitige Todesfälle. Einer neueren Studie des renommierten Fachmagazins Lancet zufolge ist die zunehmende Umweltverschmutzung mittlerweile Grund für neun Millionen vorzeitiger Todesfälle pro Jahr (Datenstand 2015). Das sind 16 % aller Todesfälle weltweit – dreimal mehr als durch AIDS, Tuberkulose und Malaria zusammengenommen sterben und 15-mal mehr als durch alle Kriege und andere Formen von Gewalt bedingt.

In den am stärksten betroffenen Ländern ist die Verschmutzung schon für mehr als einen von vier Todesfällen verantwortlich. Besonders drastische Folgen hat die Luftverschmutzung – durch Industrie- und Autoabgase, aber auch im Inneren von Räumen durch das Verbrennen von Holz oder Kohle zum Heizen oder Kochen. Die Luftverschmutzung war demnach 2015 für den Tod von weltweit 6,5 Millionen Menschen verantwortlich, und zwar durch Herzerkrankungen, Schlaganfälle, Lungenkrebs und Atemwegserkrankungen. Bereits aus anderen Forschungen ist die Koinzidenz von Tuberkulose (TB) und Luftverschmutzung gut belegt. plan:g arbeitet zusammen mit Partnerorganisationen z.B. in Uganda gegen TB, die vor allem die Ärmsten betrifft. 

Böller

Der österreichweit höchste Feinstaubwert des Jahres 2017 wurde am 1. Jänner mit 186 μg/m³ (Mikrogramm Staub pro Kubikmeter) im Vorarlberger Bludenz gemessen. Grund der extrem hohen Belastung war die Freude am Silvesterfeuerwerk. Die Feinstaubbelastung durch Knallkörper ist extrem ungesund. Das Feinstaub-Problem betrifft also nicht nur schlecht belüftete Großstadtlagen wie Wien oder das Grazer Becken, sondern macht uns auch auf dem Land krank. Wie beim individuellen Personenverkehr liegt das an unserer individuellen und gesellschaftlichen Bequemlichkeit sowie an der Unlust, Veränderung zu gestalten. 

Der Verzicht auf Silvesterfeuerwerke wäre vernünftig. Doch Verzicht scheint schwer durchsetzbar: Wir haben uns an immer prächtigere Himmelsshows gewöhnt. Der Handel will Raketen verkaufen. Auf der Strecke bleibt die Einsicht, dass der Mensch sich selbst und die Umwelt in immer größerem Ausmaß zerstört. 

Wer das neue Jahr gesund beginnen will, kann zwei Dinge tun: Auf Feuerwerkskörper verzichten und mit Freund*innen und Familienangehörigen über Möglichkeiten sprechen, den Jahreswechsel besser und gesünder zu gestalten. Vier Argumente für ein stilles Neujahr: 

Argument 1:
Andere Menschen leiden

Silvesterfeuerwerk und Kinderarbeit gehen Hand in Hand. Raketen made in Mexico oder Böller made in China werden in Akkordarbeit produziert. Oft unter gefährlichen, krankmachenden und menschenunwürdigen Bedingungen. 

Argument 2:
Haus- und Wildtiere leiden

Viele Tiere haben ein deutlich feineres Gehör als wir Menschen. Die Knallerei stört Hase und Igel in der Winterruhe, vertreibt Füchse, Dachse oder Rehe und jagt Vögel in die Flucht. Die Tiere verbrauchen die für die Winterzeit notwendige Energie. Flüchten die Vögel in sehr große Höhen, führt das zum Erschöpfungstod. 

Argument 3:
Müll zerstört Natur

Was wir in den Himmel schießen, spült spätestens der Regen wieder herab. Schwefel- und Kaliumnitratabfälle verseuchen das Grundwasser. 

Argument 4:
Deine Gesundheit

Der Feuerwerksqualm besteht aus Feinstaubpartikeln, also aus winzigen Teilchen aus Blei, Strontium, Antimon und anderen hochgiftigen Stoffen. Wer den Dunst einatmet, schädigt sich. Denn Feinstaub ist ungesund: Es gibt keinen Grenzwert, unterhalb dessen keine schädigende Wirkung mehr zu erwarten wäre. 

Weihnachten – 
Hoffnung auf Veränderung

Weihnachten ist das Fest der möglichen Veränderung. Darum ist es gut, angemessen und notwendig, Weihnachten jedes Jahr neu zu feiern. Denn die Möglichkeit der Veränderung bezieht sich nicht nur auf die Menschwerdung Gottes in Bethlehem, sondern auch auf uns. 

Jesus kommt als Migrant zur Welt und flüchtet sich mit den Eltern nach Ägypten. Das ist der kreative Umgang mit einer Unheilssituation, weil doch Israel das versprochene Land der Freiheit ist. Aber die von Gott gegebene Freiheit ist versperrt und verspielt. Jesus kommt nicht im Machtbereich der Religionsbehörden, sondern am Rand deren Einflussbereichs zur Welt. Pharisäer spielen bei seiner Geburt keine Rolle. Wie, wenn das auch für die Situation unserer heutigen Kirche in einer Welt des Umbruchs gilt? Eine Unheilsituation annehmen und überwinden?

Silvesterböller können tödlich sein. In Asien für die Kinder in der Produktion. Bei uns in Österreich aufgrund der Feinstaubbelastung. Wie, wenn wir den Weihnachtsgedanken der möglichen Veränderung in die Silvesternacht und ins neue Jahr mitnehmen?

Im nächsten Jahr: Noch mehr
Stillstand und Feinstaub überwinden

Das beträfe dann nicht mehr nur das Silvesterfeuerwerk, sondern z.B. unseren Umgang mit dem automobilen Personennahverkehr als einer der größten Klimakiller und Feinstaubquellen.

Betonporsches

Fahrzeuge als Stehzeuge in Beton gegossen: Gottfried Bechtolds Sammlung in Gais in Vorarlberg. User:Rasos [CC BY-SA 3.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons. 

Weihnachtsposter 2018

Hier können Sie das plan:g  herunterladen. 

Vermissen Sie unsere Informationen in Ihrer Kirchengemeinde, in Ihrer Apotheke oder anderswo? Sprechen Sie diejenigen Personen und Organisationen an, die für die Verbreitung unserer Impulsplakate sorgen könnten. In einem Pfarrhof oder einer Ordination fällt viel Post an - vielleicht könnten Sie Ihre Mithilfe bei der Auslage und beim Aufhängen anbieten? 


Bei Interesse kontaktieren Sie uns bitte telefonisch unter 05574 623 888 oder per Mail.

plan:g zeichnet den Offenen Brief der Katholischen Frauenbewegung an die Bundesregierung

Wien und Bregenz, 17.12.2018 - Die Katholische Frauenbewegung (kfb) hat sich mit einem offenen Weihnachtsbrief an die Mitglieder der österreichischen Bundesregierung gewandt: „Wir fürchten uns nicht vor den gegenwärtigen gesellschaftlichen Herausforderungen. Ein gutes Leben für Alle ist die zentrale Grundlage. Eher macht uns Sorge, dass diese Maxime aus dem Blick des politischen Handelns gerät.“

Die kfb-Frauen setzen sich für eine Politik des Zusammenhalts und der Solidarität mit Menschen am Rande der Gesellschaft ein und erinnern die Regierung an die Verantwortung, Sorge für ein gutes Leben für Alle zu tragen.

plan:g zeichnet den offenen Brief mit.

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