Hochfest der Apostel Petrus und Paulus, 29. Juni

Peter und Paul 2019

Mitsprache und Wandlung

Petersbrunnen in Rom. By Honza Groh (Jagro) [CC BY-SA 3.0]
Petersbrunnen in Rom. By Honza Groh (Jagro) [CC BY-SA 3.0]

Begegnung

Die Apostel Petrus und Paulus – Fischer der eine, Bildungsbürger der andere – sind sich wahrscheinlich mehrfach begegnet. Genau wissen wir das nicht, weil die Bibel kein historisches Tagebuch ist, sondern Geschichte aus der Rückschau vieler Jahre erzählt. Petrus als der lebenspraktische „Fels“ (Mt 16,18) und Paulus als das intellektuelle „Licht“ (Apg 13,47) haben sich jedenfalls mehrfach heftig gestritten.

Sie haben sich auch immer wieder vertragen.

Eine bekannte Auseinandersetzung drehte sich um die Tischgemeinschaft: Durften jüdische und nichtjüdische Menschen miteinander essen? In der jungen kirchlichen Gemeinschaft erlebten die Menschen eine völlige kulturelle Umwälzung. Alte Regeln und Verhaltensweisen wurden überflüssig und unbrauchbar. Petrus und Paulus haben es geschafft, um diese Fragen zu ringen. Daraus ist Gemeinschaft entstanden.

Welche Auseinandersetzungen erleben wir heute? Wie reagiert Kirche auf die Umbrüche unserer Zeit? Wie entsteht in der Einen Welt Gemeinschaft?

In unserer Aussendung zum Hochfest der Apostel Petrus und Paulus berichten wir über die Verfolgung von nichtheterosexuellen Menschen in unseren Partnerländern. An dieser Verfolgung sind Kirchenvertreter*innen beteiligt. So bezeichnete der tansanische Kardinal Pengo 2018 Homosexualität als „Verneinung Gottes“. In kaum überbietbarer Menschenverachtung verkündete er ausgerechnet auf einer Erntedankfeier, „lieber verhungern zu wollen“ als internationale Hilfe anzunehmen, falls er dafür die Entkriminalisierung von Homosexualität hinnehmen müsse.

plan:g tritt in den Partnerländern der Entwicklungszusammenarbeit über Sexualität als moraltheologische Herausforderung in den Dialog. Weil alle Menschen das Recht auf einen gesicherten Zugang zur Gesundheitsversorgung haben; gleichgültig, wen und wie sie lieben. In Österreich informieren wir mit der Ausstellung Verschaff mir Recht über die Verfolgungssituation, die sich aus theologischen Engführungen entwickelt.

In derselben Aussendung informieren wir über Schlangenbisse – eine vernachlässigte tropische Krankheit – und der damit verbundenen Stigmatisierung. Die Beschäftigung mit der Verfolung von nichtheterosexuellen Menschen und Schlangenbissen und der Vergleich mit Österreich zeigt: Auch im säkularen, vermeintlich aufgeklärten Österreich leiden Menschen unter ähnlichen Mechanismen der völligen Ausgrenzung. Im magischen Denken der Leistungsgesellschaft wird Krankheit zu einem individuellen Versagen und zu einem unausgesprochenen „Selbst schuld“.

Einander sehen, einander zuhören, Argumente austauschen, sich streiten, sich achten: Das ist der Geist, in dem Peter und Paul unsere Kirche gebaut haben. In diesem Geist bemühen wir uns um Communio, um interreligiösen Dialog, um Gespräche mit Andersdenkenden: Mitsprache heilt; Betroffene müssen gehört werden.

Mitsprache

Glauben, Sprechen und Hören sind eng verbunden. Christ*innen glauben an die Möglichkeit von Wandlung – Wandlung braucht Sprache. Gleichzeitig brauchen wir Sprache, um uns über zentrale Glaubensinhalte auszutauschen. Sprache ist damit nicht nur mit dem Glauben, sondern auch mit dem menschlichen Denken verbunden.

Am Beispiel der Kartoffel haben wir nach der EU-Wahl deutlich gemacht, wie Krankheit entsteht, wenn Denken vermieden wird. 

Poster

In vielen Kirchen und Ordinationen hängen fünfmal im Jahr unsere Poster und laden zum Nachdenken über Gesundheit in der Einen Welt ein. Haben Sie Zugang zu einem öffentlichen Ort, wo die Poster auch Beachtung finden könnten? Dann sprechen Sie uns bitte an.



Weil Sie sich für Gesundheit und die Eine Welt interessieren ...

 … haben Sie bis hierher gelesen. Dafür bin ich Ihnen dankbar. Denn die Zusammenhänge zwischen Gesundheit und Krankheit in der Einen Welt sind sehr komplex. In einer sich schnell verändernden Welt ist das Menschenrecht auf Gesundheit immer neuen Bedrohungen  ausgesetzt. Das gilt für die Gesundheit der Ärmsten ebenso wie für uns in Österreich. Darum versteht sich plan:g als Partnerschaft für globale Gesundheit.

Diese Partnerschaft braucht Ihr Mitdenken, Ihr Mithandeln und auch Ihre finanzielle Unterstützung. Werden Sie Teil der Partnerschaft für globale Gesundheit: Mit Ihrer Zahlung machen Sie Gesundheit ansteckend. Das geht schnell. Und mit unserem System sparen Sie die Gebühren der großen Zahlungsanbieter. Danke im Namen des ganzen Teams und im Namen unserer Partnerorganisationen — Pfr. Edwin Matt, Kuratoriumsvorsitzender. 

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