Petrus und Paulus folgen.

Peter und Paul 2020

Das Leben treffen.

Hauskirche in Dura Europos (heute: Syrien). Bildnachweis: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Doura_Europos_domus_ecclesiae_front.jpg#/media/Datei:Doura_Europos_domus_ecclesiae_front.jpg
Hauskirche in Dura Europos (heute: Syrien). Bildnachweis: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Doura_Europos_domus_ecclesiae_front.jpg#/media/Datei:Doura_Europos_domus_ecclesiae_front.jpg

Peter und Paul haben den Tempel verlassen und sind in die Hauskirche gegangen.

Am 29. Juni ist Hochfest von Peter und Paul. Die beiden haben auf Veränderung reagiert.

Das Bild oben zeigt einen sehr frühen Kirchenbau. Leider wurde die Hauskirche von Dura Europos, einer griechisch-hellenistische Stadt im heutigen Syrien, im Bürgerkrieg der letzten Jahre völlig ausgeplündert und zerstört.

Was bedeutet Hauskirche heute? Wo kann Kirche heute das Leben so treffen, wie es Peter und Paul gelang? Verändert COVID-19 unseren Lebensstil vorübergehend oder auf Dauer? Wollen wir Veränderung? Oder soll alles so bleiben, wie es war?

COVID-19 und Ebola.

In vielen Partnerländern der Entwicklungszusammenarbeit ist die katholische Kirche ein gesellschaftlicher Machtfaktor. In der Ebola-Krise im Sommer 2019 nutzte Peter Kodwo Appiah Kardinal Turkson diesen Einfluss der Kirche bei der Überwindung der Krankheit. Er warb auf Grundlage wissenschaftlicher Evidenz für die Befolgung von Schutzmaßnahmen. Das war ein Grund, warum die Ebola-Fallzahlen im Kongo zurückgingen.

Bei COVID-19 verhalten sich einige Vertreter*innen der katholischen Kirche weniger evidenzorientiert. Eine Gruppe um den Erzbischof Carlo Maria Vigano, unterstützt von u.a. Gerhard Ludwig Kardinal Müller, veröffentlichte eine faktenfreie Warnung vor Impfungen und Freimaurerei. Auch wenn diese machttaktischen Einlassungen in Österreich und Deutschland als unchristliche Panikmache und krude Verschwörungsmythen einhellig verurteilt wurden: In einigen Partnerländern der Entwicklungszusammenarbeit kommt der Aufruf gut an. Mehrere autoritäre Regierungen beziehen sich darauf. Wieso ist das so?

Das Anthropozän ist neu.

In allen Partnerländern bedeutet der Einbruch der Wirtschaft große Not. In Österreich verhungert niemand. Doch auch bei uns bedroht COVID-19 viele Existenzen. Solche Not macht die wirrsten Verschwörungstheorien plötzlich attraktiv. Weil es um derart große Umbrüche geht, ist das nicht erstaunlich. Denn COVID-19 rührt an das zentrale Thema unserer und der uns folgenden Generationen: Um die Schöpfungsverantwortung im Anthropozän, also jener geochronologischen Epoche, in welcher die Spezies Mensch erstmals selbst Erdgeschichte schreibt.

Das Virus von Wuhan ist in einer dicht besiedelten und rücksichtslos ausgebeuteten Region entstanden. Aber nicht nur auf den chinesischen „wet-markets“ kommen sich Mensch und Tier gefährlich nahe. Es sind die europäischen Schweineställe, in denen für den Export nach China und unsere preiswerte Kantinenmahlzeit gemästet wird. Heute werden dort jene Reserve-Antibiotika buchstäblich vor die Säue geworfen, die wir morgen sehr schmerzhaft vermissen werden.

Mission bedeutet Teilhabe an eigener Veränderung im Dialog mit den Nächsten in der Einen Welt.

Peter und Paul, die Erbauer unserer Kirche, haben Lebensveränderungen mehrfach erlebt. Zum Hochfest von Peter und Paul erinnert plan:g daran, wie die Kirchenbauer Petrus und Paulus mit Veränderung umgegangen sind: Sie haben Veränderung gestaltet und uns zu einem Teil der Kirche Gottes in der Welt gemacht. Damit wir an der Mission teilhaben können.

Darum arbeitet plan:g – Partnerschaft für globale Gesundheit an der Gestaltung struktureller Veränderung. Es geht plan:g nicht um Nothilfe (dazu ist plan:g viel zu klein), sondern um Solidarität. Um Kirche in einer Form, die das Leben trifft. Dazu brauchen wir finanzielle Unterstützung. Und praktische Mithilfe, die weltweit weiter wirkt: Hust- und Nies-Etikette beachten, Abstand halten, Hände waschen, Verschwörungstheorien entgegentreten.

Wissenschaftliche Evidenz ist ernst zu nehmen – das gilt für Ebola, für COVID-19 und in vielen anderen Gesundheitsfragen. Danke, dass Sie sich für unsere Arbeit interessieren. Danke, dass Sie sich informieren.

COVID-19 weiterdenken.

COVID-19 ist sehr, sehr komplex. Das läuft den modernen Informationsgewohnheiten entgegen, die häufig auf Verkürzung und oft auf schwarz-weiß-Denken setzen. Ein gutes Beispiel dafür ist die Spendenwerbung, die häufig nicht darauf abzielt, was verändert werden kann, sondern darauf, was fehlt. Aber die Pandemie ist nicht allein mit Masken und Beatmungsgeräten zu überwinden.

Natürlich kann plan:g keine flächendeckende Versorgung mit Ausrüstung oder Nahrung organisieren. Das ist Aufgabe der Weltgesundheitsorganisation. Eine punktuelle Versorgung einzelner Einrichtungen wäre uns zwar möglich. Aber wäre das sinnvoll?

Zwar kann kleinteilige Hilfe an einem Ort Leben retten. Allerdings werden die Koordinationsstrukturen der humanitären Hilfe dadurch häufig blockiert. Derlei Hilfe kann also leicht mehr schaden als nutzen. In Österreich sind höchstens eine Handvoll und nur sehr große Werke in der Lage, wirksame Beiträge zur COVID-19-Nothilfe zu leisten.

Stellen Sie sich folgende Situation vor: Was würde passieren, wenn einige wenige österreichische Kliniken aus dem Ausland versorgt werden würden, dem AKH Wien und den hausärztlichen Ordinationen aber alles fehlte? Der immensen Nachfrage nach Gesundheitsleistungen würden die wenigen Kliniken nicht lange standhalten.

Darum unterstützt plan:g keine einzelnen Organisationen, sondern stärkt Netzwerke. Wo wir Einzelprojekte fördern, tun wir dies nur in Form von Pilotprojekten, um davon zu lernen. Deutlich wird diese Projektlogik im untenstehenden pdf. Wenn Sie Zeit haben, stöbern Sie in den anderen Artikeln. Es geht plan:g um einen neuen Ansatz: Um die notwendige Verknüpfung der vielen Gesundheitsthemen in der Einen Welt.

Viele Menschen sind etwas anderes, nämlich die Aufspaltung von vielen großen Problemen in eine unüberschaubare Anzahl von Einzelproblemen, gewohnter. Diese Reduktion der Perspektive reduziert Komplexität. Nicht immer ist das sinnvoll.

Bitte hängen Sie unsere Poster sichtbar aus.

In vielen Kirchen und Ordinationen hängen fünfmal im Jahr unsere Poster und laden zum Nachdenken über Gesundheit in der Einen Welt ein. Aber Sie meinen, dass auch Ihre Lieblingsbäckerei ein guter Ort für gute Information sei? Auch im Frisiersalon kann Kirche sichtbar werden. Wenn Sie Zugang zu einem öffentlichen Ort haben, wo die Poster Beachtung finden könnten, sprechen Sie uns bitte an.



Weil Sie sich für Gesundheit und die Eine Welt interessieren ...

 … haben Sie bis hierher gelesen. Dafür bin ich Ihnen dankbar. Denn die Zusammenhänge zwischen Gesundheit und Krankheit in der Einen Welt sind sehr komplex. In einer sich schnell verändernden Welt ist das Menschenrecht auf Gesundheit immer neuen Bedrohungen  ausgesetzt. Das gilt für die Gesundheit der Ärmsten ebenso wie für uns in Österreich. Darum versteht sich plan:g als Partnerschaft für globale Gesundheit.

Diese Partnerschaft braucht Ihr Mitdenken, Ihr Mithandeln und auch Ihre finanzielle Unterstützung. Werden Sie Teil der Partnerschaft für globale Gesundheit: Mit Ihrer Zahlung machen Sie Gesundheit ansteckend. Das geht schnell. Und mit unserem System sparen Sie die Gebühren der großen Zahlungsanbieter. Danke im Namen des ganzen Teams und im Namen unserer Partnerorganisationen — Pfr. Edwin Matt, Kuratoriumsvorsitzender. 

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