Barmherzigkeit Gottes in Zeiten der Pandemie.

Weißer Sonntag 2020

„Kirche kann ein Resonanzraum für einen achtsamen Diskurs werden.“

Bregenz, 17.4.2020. plan:g – Partnerschaft für globale Gesundheit wendet sich mit technischen und theologischen Informationen zu COVID-19 an medizinische Einrichtungen im globalen Süden. Eindringlich bittet plan:g österreichische Medien, den Bedarf im globalen Süden in seiner Komplexität darzustellen, um unbeabsichtigte negative Wirkung zu vermeiden.

Zum Sonntag der Barmherzigkeit bittet plan:g – Partnerschaft für globale Gesundheit um ein achtsames Hinsehen auf die Bedingungen von Gesundheit und Krankheit in der Einen Welt.

plan:g-Kuratoriumsvorsitzender Pfr. Edwin Matt hofft: „Kirche kann ein Resonanzraum für einen achtsamen Diskurs werden.“ Noch zu häufig werde COVID-19 als Strafe Gottes missverstanden; mancherorts werde die Pandemie missbraucht, um Parlamente auszuhebeln. Vor diesem Hintergrund sei es wichtig, für die sozialen und politischen Dimensionen von Barmherzigkeit zu sensibilisieren und darüber in einen weltkirchlichen Dialog zu kommen.

Daher hat plan:g kirchenpolitische und moraltheologische Überlegungen zu COVID-19 von Heinz Hödl (ehemaliger Leiter der Koordinierungsstelle für Mission und Entwicklung, KOO), des Freiburger Moraltheologen Prof. Dr. Magnus Striet und von Dr. Bernhard Wenisch in englischen Übersetzungen veröffentlicht – mit freundlicher Genehmingung und Links zu den deutschen Originaltexten; so veröffentlichte Dr. Bernhard Wenisch unter www.weltanschauung.at zur Corona-Pandemie.

Matthias Wittrock, plan:g-Geschäftsführer, geht es bei der jetzt geschalteten Informationsseite für Partnerorganisationen im globalen Süden www.plan-g.at/covid auch um technische Informationen. „Im globalen Süden werden Manipulationen an Beatmungsgeräten zu einem immer größeren Problem. In Österreich ist die Allgemeinanästhesie hervorragend aufgestellt. Die Beatmung von mehreren Menschen an einer Maschine würde aber selbst bei uns keine Leben retten, sondern zu sehr vielen vermeidbaren Todesfällen führen."

plan:g verweist auf die aktuelle Stellungnahme von Fachgesellschaften, die sich einhellig gegen den off-label use von Beatmungsgeräten aussprechen (Joint Statement on Multiple Patients Per Ventilator). Dazu Matthias Wittrock: „In Ostafrika und der Region arabische Staaten hat die Berichterstattung über off-label use und einfache Beatmungsgeräte zu Hoffnungen und Nachahmerprojekten geführt, die knappe Ressourcen blockieren und Menschen gefährden.“ Eine sensible Berichterstattung über Behandlungsmöglichkeiten und über die komplexe Lage im globalen Süden seien daher unverzichtbar.

Laut Pfr. Edwin Matt bedeutet Barmherzigkeit deshalb einerseits, Gesundheitssysteme zu stärken. Andererseits macht er auf die Notwendigkeit aufmerksam, als Kirche magisches Denken zu überwinden: „Auch der Glaube an das Beatmungsgerät kann zum Fetisch werden. Notwendig sind Zugänge zu Medizintechnik und sichere Prozesse. Nachdenken und Dialog sind Akte der Barmherzigkeit, die zu solidarischer Gewohnheit führen können. Es geht um Gerechtigkeit, für die Kirche eintritt. Dazu braucht es Informationen.“

Links und Downloads

Pressebild Maske
Pressebild Matthias Wittrock
Pressebild Pfarrer Edwin Matt
Text Heinz Hödl
Text Prof. Dr. Magnus Striet
Text Dr. Bernhard Wenisch

Über plan:g

plan:g ist eine Stiftung der Diözese Feldkirch und entwickelt seit 1958 internationale Zusammenarbeit. Gegründet als Leprahilfswerk leistet plan:g Beiträge zur Überwindung stigmatisierender Armutskrankheiten in den Partnerländern der Entwicklungszusammenarbeit. Ziel ist die nachhaltige Entwicklung des Gesundheitssektors in der globalisierten Welt. plan:g trägt das österreichische Spendengütesiegel. Spenden sind steuerbegünstigt absetzbar.



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