Alles Gute, Matthias! Zum 31. Jänner 2021 verlässt Matthias Wittrock plan:g.

Neue Wege weiter gehen.

Para-Religiösität überwinden: Wissenschaft und Kirche können einander fördern.

Wandposter von Dr. Li Wenliang in China (12.10.1986, Beizhen; † 6.2.2020, Wuhan). Der Augenarzt machte COVID-19 öffentlich. PetrVod, CC BY-SA 4.0 , via Wikimedia Commons
Wandposter von Dr. Li Wenliang in China (12.10.1986, Beizhen; † 6.2.2020, Wuhan). Der Augenarzt machte COVID-19 öffentlich. PetrVod, CC BY-SA 4.0 , via Wikimedia Commons

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Bregenz, 30.12.2020. Zum 31.01.2021 gibt Matthias Wittrock die Geschäftsführung von plan:g Partnerschaft für globale Gesundheit ab und verlässt plan:g. Seit 2013 hatte sich Matthias Wittrock bei plan:g für Gesundheit in der Einen Welt engagiert.

Der ebenfalls scheidende Kuratoriumsvorsitzende Pfr. Mag. Edwin Matt drückt Dank und Anerkennung für die gelungene Menschenrechtsorientierung und die Arbeit der letzten sieben Jahre aus: „Heute arbeitet plan:g außerordentlich gut reguliert. Der Kindesschutz ist dafür nur ein Beispiel. Dank exzellent dokumentierter Prozesse und einer klug designten IT-Infrastruktur ist plan:g überaus effizient. Auch der Wechsel von der reinen Spendenfinanzierung zur Kofinanzierung durch institutionelle Geberorganisationen ist auf gutem Weg.“

Wie Pfr. Matt wünscht sich auch Matthias Wittrock Mut zu einer klaren Positionierung der Kirchen: „Religionsgemeinschaften tragen Verantwortung für Heil und Heilung. Das ist auch die Mission von plan:g als einem katholisches Werk im Gesundheitssektor der Entwicklungszusammenarbeit. Alle Menschen – auch jene, die an den Rand gedrängt werden – müssen einen annehmbaren, würdevollen Zugang zu Gesundheitsdienstleistungen in bestmöglicher Qualität haben. Dazu zählen die Rechte auf Gesundheitsförderung, Vorsorge, Diagnostik und Behandlung gleichermaßen. Diese Rechte lassen sich nicht durch Almosen, sondern nur im Zusammenspiel individueller Verhaltens- und kollektiver Gesellschaftsveränderung realisieren.“

Mit Hoffnung erfüllt es Matthias Wittrock, dass die Mechanismen gängiger Realitäts-Leugnung und Skepsis bei großen Impf-Vorhaben mittlerweile gut erforscht sind. Veränderung ist damit ausgerechnet inmitten der COVID-Krise gestaltbarer geworden. Denn die Pandemie führt dazu, dass die politischen, wirtschaftlichen, sozialen und spirituellen Beziehungen zwischen einzelnen Individuen und ihren Gesellschaften neu bedacht werden können: Confidence (Vertrauen), Constraints (Umsetzungsschwierigkeiten), Complacency (Risikowahrnehmung), Calculation (gesuchte Informationen) und Collective responsibility (Solidarität) bestimmen die Impfbereitschaft (https://doi.org/10.1371/journal.pone.0208601).

Im Dezember wies der scheidende Geschäftsführer darauf hin, dass diese Faktoren auch den Umgang mit unbeabsichtigten negativen Wirkungen in der Entwicklungszusammenarbeit betreffen – etwa dem nebenwirkungsreichen, para-religiösen Verständnis von Naturheilkunde oder der zweckrationalen Leugnung sexuellen Missbrauchs in (nicht nur kirchlichen) Strukturen (nicht nur) der Entwicklungszusammenarbeit als dem für die Kirche zentral wichtigen Gesundheitsthema des letzten und sicherlich auch des nächsten Jahrzehnts. Deshalb sei das 5-C-Wirkmodell für die anwaltschaftliche Arbeit von plan:g wichtig.

Matthias Wittrock hält einen noch stärkeren Schulterschluss weltzugewandten theologischen Denkens und Fachlichkeit der Heil-, Gesundheits- und Pflegeberufe für notwendig, damit Kirche ihre gesellschaftliche Verantwortung für Heil und Heilung wahrnehmen kann. Mit seiner persönlichen Neuorientierung möchte  Matthias Wittrock den Weg für eine zukünftig weiblich besetzte plan:g-Geschäftsführung und für konsequenter beschrittene synodale Wege freimachen.

Sehr herzlich bittet Matthias Wittrock daher die Unterstützer*innen von plan:g, die befreundeten Werke im In- und Ausland  sowie kirchliche Akteure, die Arbeit von plan:g weiterhin konstruktiv-kritisch und damit großzügig zu unterstützen.



Weil Sie sich für Gesundheit und die Eine Welt interessieren ...

 … haben Sie bis hierher gelesen. Dafür bin ich Ihnen dankbar. Denn die Zusammenhänge zwischen Gesundheit und Krankheit in der Einen Welt sind sehr komplex. In einer sich schnell verändernden Welt ist das Menschenrecht auf Gesundheit immer neuen Bedrohungen  ausgesetzt. Das gilt für die Gesundheit der Ärmsten ebenso wie für uns in Österreich. Darum versteht sich plan:g als Partnerschaft für globale Gesundheit.

Diese Partnerschaft braucht Ihr Mitdenken, Ihr Mithandeln und auch Ihre finanzielle Unterstützung. Werden Sie Teil der Partnerschaft für globale Gesundheit: Mit Ihrer Zahlung machen Sie Gesundheit ansteckend. Das geht schnell. Und mit unserem System sparen Sie die Gebühren der großen Zahlungsanbieter. Danke im Namen des ganzen Teams und im Namen unserer Partnerorganisationen — Silvia Feuerstein, plan:g-(Zeit-)Spendenbetreuung und Spendenbuchhaltung. 

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