Anwaltschaftliche Arbeit

Der Begriff des „anwaltschaftlichen Handelns“ (engl.: advocacy) stammt aus der Jurisprudenz und bezeichnet ein Bündel von Aktivitäten, die Politikentwürfe, Positionen oder Programme zu verbessern versuchen. Es sind Bemühungen, z.B. Industrie-, Verbands-, Partei- oder Regierungspolitik sowie gesellschaftliche Handlungen, Haltungen und Auffassungen zu verändern. 

In der EZA besteht die Herausforderung darin, marginalisierten Interessen, Stimmen und Forderungen Gehör zu verschaffen bzw. diese Interessen überhaupt erst zu formulieren. Im Bereich der Gesundheitspolitik fordert die WHO-Ottawa-Charta neben der Kapazitätenentwicklung explizit anwaltschaftliches Handeln, um international gesundheitsfördernde Lebensbedingungen zu schaffen. 

Unsere anwaltschaftliche Arbeit entspricht dem Menschenrechtsansatz mit den auf den Gesundheitssektor heruntergebrochenen und gesellschaftlich bzw. staatlicherseits (als „Pflichtenträger“/duty bearer) zu realisierenden Rechten auf 

  1. Verfügbarkeit (availability)
  2. Zugänglichkeit (access)
  3. Würde (respect) und
  4. Qualität (quality) von Gesundheitsversorgung.

Angelehnt an den Menschenrechtsansatz haben wir Ziele und Methoden definiert, die unsere anwaltschaftliche Arbeit leiten. Unsere „5E“ lauten: 

  • Equality (Gleichheit): Jeder Mensch hat Gesundheitsrechte (s.o. 1-4, Armuts-orientierung)
  • Evidence (evidenzbasiert): Anwaltschaftliche Arbeit ist nicht beliebig, sondern orientiert sich an wissenschaftlich anerkannter, objektiver und aktueller Forschung.
  • Empowerment (Befähigung): Die anwaltschaftliche Arbeit des AHWÖ schließt an die in den Projekten im Partnerkontakt erlebten Erfahrungen an; anwaltschaftliche Forderungen werden mit Südpartnern gemeinsam entwickelt.
  • Engagement (zur Methodik): Wir bemühen uns um eine gewaltfreie Kommunikation.
  • Ecological Conversion (Betonung des ökologischen Wandels) weil „die Schöpfung in der Ordnung der Liebe angesiedelt ist” (Papst Franziskus: "Laudato Si`- Über die Sorge für das gemeinsame Haus, 2015; LS, 77).

Mit diesem Orientierungsrahmen schließt unsere anwaltschaftliche Arbeit an die Erfahrungen der Leprarbeit (1.: equality = Gebot der Armutsorientierung) und an unsere Identität als einer katholischen Organisation an (5.: LS). Angelehnt an den Menschenrechtsansatz orientiert sich das AHWÖ in seiner anwaltschaftlichen Arbeit an „5E“ zu Zielen und Methoden.