Österreichischer Sachstandsbericht zu Gesundheit, Demografie und Klimawandel erscheint in Buchform.

Foto: Sammlung Risch-Lau, Vorarlberger Landesbibliothek
Foto: Sammlung Risch-Lau, Vorarlberger Landesbibliothek

Die Zunge des Eisriesen in den Ötztaler Alpen schmolz schon 2016/17 um 125 Meter. Was wurde durch den nichtenden wollenden Sommer 2018 zerstört?

Im Auftrag des Klima- und Energiefonds haben die Universität für Bodenkultur (BOKU), die Medizinische Universität Wien (MedUni), das Vienna Institute of Demography (VID), die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG), sowie das Wegener Center für Klima und Globalen Wandel der Universität Graz im Herbst 2018 eine gut lesbare  Studie zum Stand der Forschung im Rahmen des „Austrian Panel on Climate Change“ (APCC) veröffentlicht. Diese erscheint dieser Tage auch in Buchform.

Stand der Wissenschaft: Der Klimawandel gefährdet die Gesundheit in vielfacher Weise – und das nicht erst in Zukunft und im globalen Süden, sondern auch schon heute, bei uns, in Österreich. Eine Kleinigkeit: Kunstschnee führt zu mehr Skiunfällen. Fataler: Das Autorenkollektiv des „Österreichischen Spezial Report Gesundheit, Demografie und Klimawandel“ geht von kontinuierlich heftigeren Hitzewellen im Sommer aus. Das führt dazu, dass sich Vektoren – Krankheitsüberträger – bei uns immer wohler fühlen. Das gilt für Zecken (als Überträger von Borreliose oder FSME) genau wie für verschiedene Sand- und Stechmückenarten (Überträger u.a. von Dengue, Malaria oder Westnilfieber) und auch für Nagetiere (z.B. Hantaviren), die als Zwischenwirte eine große Rolle spielen. Neben übertragbaren Krankheiten sind auch nicht übertragbare Krankheiten wie z.B. Allergien (etwa durch deutlich höhere Pollenbelastung) und kardiovaskuläre Erkrankungen auf den Klimawandel zurückzuführen.

Bis Mitte des Jahrhunderts sagen die Wissenschaftler*innen eine Verdopplung  der Hitzeperioden voraus (also der Anzahl der Tage mit Temperaturen über 30°C). Im selben Maße wird die Anzahl der Sommertage steigen, an denen die Nachttemperaturen nicht mehr unter 17°C sinken. Nach sehr heißen Tagen ist das eine zusätzliche Qual. Gerade schlecht belüftete Städte kühlen nicht mehr aus – vor allem für ältere Menschen wird das zu einer Belastung. Die Anzahl der Nächte, in denen die Temperaturen nicht unter 17 °C sinkt, haben schon jetzt enorm zugenommen. In Wien waren es in der Beobachtungsperiode 1960 - 91 noch 18,4 Nächte pro Jahr, in der Periode 1991 – 2010 waren es im Durschnitte schon 27,8 Nächte pro Jahr.

Das Fazit der Wissenschaftler*innen: Um die Transformation unserer Gesellschaft im Hinblick auf den Klimawandel gezielt voranzutreiben und die größtmögliche Wirkung zu erzielen, ist es notwendig, Klima und Gesundheit nicht getrennt voneinander, sondern systemübergreifend zu betrachten. Der Klimawandel ist teuer – finanziell und gesundheitlich.

plan:g begrüßt die Studie als einen wichtigen Beitrag zur klimapolitischen Diskussion. Dazu Matthias Wittrock, Geschäftsführer von plan:g: „Letztlich macht die Studie auch deutlich, wie eng das Schicksal Österreichs mit Klimagerechtigkeit und damit mit dem Schicksal des globalen Südens verbunden ist: Wir leben in Einer Welt.“

Der folgende Link leitet Sie zum Download auf der Webseite des SR18.



Weil Sie sich für Gesundheit und die Eine Welt interessieren ...

 … haben Sie bis hierher gelesen. Dafür bin ich Ihnen dankbar. Denn die Zusammenhänge zwischen Gesundheit und Krankheit in der Einen Welt sind sehr komplex. In einer sich schnell verändernden Welt ist das Menschenrecht auf Gesundheit immer neuen Bedrohungen  ausgesetzt. Das gilt für die Gesundheit der Ärmsten ebenso wie für uns in Österreich. Darum versteht sich plan:g als Partnerschaft für globale Gesundheit.

Diese Partnerschaft braucht Ihr Mitdenken, Ihr Mithandeln und auch Ihre finanzielle Unterstützung. Werden Sie Teil der Partnerschaft für globale Gesundheit: Mit Ihrer Zahlung machen Sie Gesundheit ansteckend. Das geht schnell. Und mit unserem System sparen Sie die Gebühren der großen Zahlungsanbieter. Danke im Namen des ganzen Teams und im Namen unserer Partnerorganisationen — Pfr. Edwin Matt, Kuratoriumsvorsitzender. 

Mitzahlen