Kein Weihnachtswunder...

Weihnachten 2020

... aber trotzdem schön: 1 EUR = 10 EUR

Skipiste im Skigebiet Rastkogel, Zillertal ( CC BY-SA 2.5, Petr Novák, Wikipedia)
Skipiste im Skigebiet Rastkogel, Zillertal ( CC BY-SA 2.5, Petr Novák, Wikipedia)

Wie wir mit Ihrer Hilfe weihnachtswirksam werden

Wenn plan:g als Organisation tätig wird, verteilen wir kein Geld. plan:g reicht keine Almosen weiter. Stattdessen versuchen wir, gemeinsam mit Ihnen und unseren Partnerorganisationen politische, soziale oder wirtschaftliche Bedingungen so zu verbessern, dass Menschen gesünder werden können. Das sind komplexe Herausforderungen. Oft widersprechen sie der klassichen Logik der Spendenwerbung.

Das macht die Projekt- und Informationsarbeit von plan:g oft sehr komplex. Einzelspender*innen, die „auf die Schnelle und nebenbei etwas Gutes tun wollen“, die sich durch eine Spende auch eine Emotionalisierung erkaufen möchten, sind derart komplexe Projekte meist nicht zu vermitteln: Das ist ein sehr wesentlicher Grund für die massiven Spendeneibrüche bei plan:g seit 2013.

Es ist aber auch der Grund, weswegen sich die plan:g-Projektqualität sehr verbessert hat. Es ist der plan:g-Weg von der Wohltätigkeit zur Solidarität. Danke, dass Sie diesen Weg mitgehen und sich für plan:g und Gesundheit in der Einen Welt interessieren.

Wie wir mit Ihrer Hilfe unsere Talente vermehren

Weil unsere Projeke nicht emotionalisieren, wenden wir uns nicht mehr nur an Einzelspender*innen. 2020 beteiligten wir uns an fünf Projektausschreibungen. In drei Fällen erhielten wir eine öffentliche Förderung (insgesamt mehr als 250.000 EUR).

Das ist ein guter Schnitt. Aber für solche Projekte müssen wir Eigenmittel aus Spendenmitteln nachweisen – in der Regel sind das etwa 10 %. Darum werben wir an Weihnachten bei engagierten plan:g-Förder*innen für Mitzahlungen, die ausschließlich für kofinanzierte Projekte reserviert sind.

Ihr Vorteil: Sie unterstüzten damit Projekte, die zusätzlich zur internen Prüfung extern geprüft werden und bei denen Ihr einzelner Spendeneuro durch die öffentliche Ergänzung bis zu zehnmal soviel wert wird und wirkt.

Das genaue Hinschauen hat Konsequenzen

Nie zuvor in der über 60jährigen Geschichte von plan:g haben Gesundheitsthemen so viel Aufmerksamkeit erfahren wie in diesem Jahr. Gleichzeitig war der Bedarf an zuverlässigen Gesundheitsinformationen selten so hoch wie heuer.

In unserem Weihnachtsanschreiben 2020 erläutern wir das Wesen der Exponentialfunktion, die jetzt zu leeren Skipisten führt. Eine Exponentialfunktion ist die Erhöhung einer Größe in jeweils gleichen Zeitabschnitten um denselben Faktor. Ein solches (unbegrenztes oder freies) Wachstum übersteigt unser menschliches Vorstellungsvermögen.

Dazu ein kleines Experiment. Versuchen Sie, ein DIN-A4-Blatt achtmal in der Mitte zu falten: Mit jeder Faltung verdoppeln Sie die Zahl der Papierlagen. Gleichzeitig halbieren Sie die Fläche des gefalteten Papiers. Es wird also immer kleiner und dicker. Beim ersten Falten geht es noch um Bruchteiles eines Milimeters. Schon beim siebten Falz ist das Blatt aber 128-mal so dick. Sie müssten es in einer Stärke von 1,5 Zentimeter knicken: Das ist technisch nicht mehr möglich. Könnten Sie das Papier 24 Mal falten, würde das Blatt theoretisch 1,5 Kilometer dick. Mit der 42igsten Faltung hätten Sie den Mond erreicht (und bei der 50igsten schon die Sonne).

Warnzeichen wahrnehmen

Beim CORONA-Virus bedeutet freies Wachstum: Wenn wir nicht auf ausreichend physischen Abstand zwischen uns achten, stecken sich sehr schnell so viele Menschen an, dass die Gesundheitssysteme unserer Erde zusammenbrechen.

Der amerikanische Physiker Albert Bartlett (* 1923 † 2013) veranschaulichte die letzte
Phase des steilen Anstiegs exponentieller Wachstumskurven mit einem weiteren Gedankenexperiment: Um 11:00 Uhr wird eine Flasche mit einer Nährlösung und einigen Bakterien gefüllt. Die Anzahl dieser Bakterien verdoppelt sich in jeder Minute. Die Flasche wäre also nach 60 Minuten, um 12:00 Uhr, randvoll. Wären wir Menschen die Bakterien in der Flasche: Wann spürten wir wohl, dass der Platz langsam eng wird? Denn um 11:59 Uhr, also um eine Minute vor zwölf, wäre die Flasche ja immer noch halbleer. Im Rechenbeispiel wäre die Flasche um fünf Minuten vor 12:00 Uhr erst zu 3 % gefüllt.

Das Tückische beim unbegrenzten Wachstum ist also die späte Erfahrbarkeit von Grenzen: Warnzeichen werden nicht wahrgenommen. Das macht es vielen Menschen sehr leicht, COVID-19 oder die Klimaerwärmung so lange zu leugnen. Tatsächlich haben COVID-Pandemie und auch der Klimawandel wohl gerade erst begonnen, unsere Leben neu zu ordnen.

Gesundheit in der Einen Welt braucht die demokratische Debatte über Skipisten

Weil wir Warnzeichen wahrnehmen und darauf reagieren, ist das Feiern von Weihnachten heuer nicht wie gewohnt möglich. Das ist richtig, denn die gut besetzte Christmette oder die auch dieses Jahr volle Ski-Piste könnte doch weniger wichtig sein als z.B. der würdige Abschied von Sterbenden oder die Möglichkeit, dass Kinder in die Schule gehen können.

Welche Werte und Ziele müssen wir als Gemeinschaft oder als Einzelne gegeneinander abwiegen? National, international? Die demokratische, informierte und kontroverse Debatte wird aufgrund solcher Fragen so wichtig wie selten zuvor. Fast alle plan:g-Projekte haben daher eine starke Kommunikationskomponente. Denn als menschenrechtsorientiert arbeitende Organisation der katholischen Kirche im Gesundheitssektor der Entwicklungszusammenarbeit geht es uns nicht um die wohltätige Versorgung, sondern um die Verbesserung verbesserungswürdiger Zustände. Wie wir das tun und wieso wir dabei Ihre Hilfe brauchen, erläutern wir im Projektbeiblatt.

Wir rühren damit an Grenzen. Solche Grenzgänge sind Auftrag Gottes an seine Kirche. Gott selbst rührt an Grenzen: Er wird Mensch. Das Zweite Vatikanische Konzil lehrt zum Wesen des göttlichen Kindes: „Mit Menschenhänden gearbeitet, mit menschlichem Geist gedacht, mit menschlichen Willen gehandelt, mit menschlichen Herzen geliebt.“ (Gaudium et spes, 23). Das bedeutet: Du und ich sind gerufen, durch konsequentes Handeln und gründliches Mitdenken die Welt gesünder zu machen. 

Bitte hängen Sie unsere Poster sichtbar aus.

In vielen Kirchen und Ordinationen hängen fünfmal im Jahr unsere Poster und laden zum Nachdenken über Gesundheit in der Einen Welt ein. Bitte hängen Sie das Poster sichtbar aus. Wenn Sie Zugang zu einem öffentlichen Ort haben, wo unsere Poster Beachtung finden könnten, sprechen Sie uns bitte an.



Weil Sie sich für Gesundheit und die Eine Welt interessieren ...

 … haben Sie bis hierher gelesen. Dafür bin ich Ihnen dankbar. Denn die Zusammenhänge zwischen Gesundheit und Krankheit in der Einen Welt sind sehr komplex. In einer sich schnell verändernden Welt ist das Menschenrecht auf Gesundheit immer neuen Bedrohungen  ausgesetzt. Das gilt für die Gesundheit der Ärmsten ebenso wie für uns in Österreich. Darum versteht sich plan:g als Partnerschaft für globale Gesundheit.

Diese Partnerschaft braucht Ihr Mitdenken, Ihr Mithandeln und auch Ihre finanzielle Unterstützung. Werden Sie Teil der Partnerschaft für globale Gesundheit: Mit Ihrer Zahlung machen Sie Gesundheit ansteckend. Das geht schnell. Und mit unserem System sparen Sie die Gebühren der großen Zahlungsanbieter. Danke im Namen des ganzen Teams und im Namen unserer Partnerorganisationen — Pfr. Edwin Matt, Kuratoriumsvorsitzender. 

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